Sonntag, 28. Dezember 2008

Buchtipp

Eine Menge von dem, was man über einen guten Schreibstil wissen muss, kann man aus schon etwas älteren Büchern von Wolf Schneider lernen. Und weil er selbst beherzigt, was er lehrt, macht das Lesen und Lernen Spaß, nicht Mühe.

Mein Favorit: "Deutsch für Profis", in diesem Jahr in einer neuen Auflage erschienen und randvoll mit nützlichen Schreibtipps



Weitere Buchempfehlungen gibt es im nächsten Jahr, nämlich am 7. und am 11. Januar, im Rahmen meiner "englischsprachigen Woche". Diese beginnt am 5.1. mit einem Post darüber, wie man E-Mails auf Englisch schreibt.

Montag, 22. Dezember 2008

Besser schreiben: Die Lesbarkeit messen

In der Kürze liegt nicht nur die Würze. Kurze Wörter, Sätze und Absätze sind auch lesbarer. Wenn man nicht in ein Extrem verfällt. Aber das ist ja klar.

Lassen Sie Microsoft Word einmal vor und nach dem Redigieren eines Texts eine Lesbarkeitsstatistik anfertigen. Das geht so: Unter Extras die Rechtschreib- und Grammatikprüfung anklicken und durchlaufen lassen. Das kostet etwas Zeit, aber mit Sicherheit finden Sie währenddessen einige Fehler, die Sie ohnehin korrigieren müssten. Am Ende der Prüfung blendet Word Informationen zur Lesbarkeit des Textes ein: Zeichen pro Wort, Wörter pro Satz, Sätze pro Absatz. Es misst also die Länge von Wörtern, Sätzen und Absätzen. Und, wie zu Anfang gesagt, solange es im Rahmen bleibt, gilt: Kurz ist besser.

Es gibt sogar eine Lesbarkeitsforschung, die im Laufe der Zeit verschiedene Formeln entwickelt hat, v. a. fürs Englische, aber auch für deutsche Texte. Wer sich dafür interessiert, sollte unter dem Stichwort "Lesbarkeit" im Internet zu suchen.

Eine Methode basiert auf der Flesch-Formel. Und auf der Website leichtlesbar kann man seine Texte selbst mittels dieser Formel analysieren lassen. Das Ergebnis für diesen Beitrag bis hierhin sieht so aus:

Ihr Text besteht aus 18 Sätzen mit 185 Wörtern, wovon 134 verschiedene. Sie haben total 303 Silben benutzt (Endsilben auf -e zählen nicht).

Das ergibt einen Flesch-Wert von 58.

Ein Text mit einem Flesch-Wert von 51 bis 70 gilt als leicht lesbar.

Eine nette Spielerei, wenn man zum Beispiel am Computer sitzt und keine Lust hat zu arbeiten, sind die Text Stats von Amazon.com. Dieses Programm bestimmt die Lesbarkeit in Büchern, die der Verlag für „Search Inside!“ freigegeben hat. Meist also englischsprachige Werke. Berechnet werden unter anderem der Anteil der komplizierten Wörter, der Silben pro Wort, die Wörter pro Satz. Dafür geht man auf der Seite des jeweiligen Buchs zu "Inside This Book", "New", "Text Stats". Goethes Faust ist danach leicht lesbar, mit kurzen, einfachen Wörtern, aber etwas längeren Sätzen.

Nicht ganz ernst zu nehmen das Ganze, aber doch interessant.

Natürlich sollen Sie jetzt nicht hingehen und jeden Text zwanghaft analysieren. Aber ein Test hin und wieder kann die Augen öffnen und erzieherisch wirken.

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Dienstag, 16. Dezember 2008

Fortsetzung: Ein deutsches Problem

Eine Eigenheit der deutschen Sprache, die Verständnisprobleme bereiten und den Lesefluss hemmen kann, besteht darin, dass das Prädikat - also das Verb, das erklärt, was jemand tut - ganz am Ende eines Satzes bzw. Nebensatzes steht. Wie das Wort 'steht' im vorherigen Satz.

In einem früheren Post habe ich bereits darüber geschrieben und eine Lösung angeboten.

Eine weitere Möglichkeit stelle ich heute vor. Häufig sind es lange Aufzählungen, die sich zwischen Subjekt und Prädikat oder zwischen die beiden Teile eines Prädikats drängen. Zum Beispiel hier:

Tiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse, Wellensittiche oder Fische erfreuen sich bei Kindern großer Beliebtheit.

Oder hier:

Das Inhalieren von Tabakrauch ist für 80-90 % der chronischen Atemwegs-, 80-85 % der Lungenkrebs- und 25-43 % der koronaren Herzerkrankungen verantwortlich.

Die Lösung: Man formuliert ein wenig um - hier durch Einfügen von 'eine Reihe von' - und lagert die Aufzählung aus.

Entweder in einen eigenen Satz, der z. B. mit 'dazu gehören' beginnt:

Eine Reihe von Tieren erfreuen sich bei Kindern großer Beliebtheit. Dazu gehören Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse, Wellensittiche oder Fische.

Oder man verlegt die Aufzählung ans Ende desselben Satzes, hinter ein Komma plus 'nämlich' wie hier oder einen Doppelpunkt:

Das Inhalieren von Tabakrauch ist für eine Reihe von Krankheiten verantwortlich, nämlich für 80-90 % der chronischen Atemwegserkrankungen, 80-85 % der Lungenkrebsfälle und 25-43 % der koronaren Herzleiden.

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Sonntag, 14. Dezember 2008

Überaus lebendig: die deutsche Sprache

Zum guten Schreiben gehört auch das Nachdenken über und das Spielen mit Sprache.

Zu beidem bietet die Ausstellung 'man spricht Deutsch' im Haus der Geschichte in Bonn vom 12. Dezember 2008 bis zum 1. März 2009 anscheinend reichlich Gelegenheit.

Und die deutsche Sprache erfreut sich entgegen anders lautenden Meldungen bester Gesundheit. Auf der Website zur Ausstellung heißt es:
Sprache verändert sich: Der Einfluss von Anglizismen auf die deutsche Sprache ist unüberhörbar. Stirbt die deutsche Sprache aus? Augenscheinlich nicht: Über 120 Millionen Menschen in aller Welt sprechen Deutsch, 17 Millionen lernen derzeit unsere Sprache, Deutsch ist innerhalb der Europäischen Union die am häufigsten gesprochene Muttersprache. Und sie entwickelt sich weiter: Laut Duden kommen jedes Jahr etwa 1.000 Worte dazu.




Für alle, die mehr wissen wollen, hier die Pressemitteilung im Wortlaut:
man spricht Deutsch
Haus der Geschichte zeigt neue Ausstellung ab 12. Dezember 2008

Die deutsche Band „Tokio Hotel“ hat 2008 nicht nur einen MTV-Europe-Award gewonnen, sie sorgt auch für einen „Run“ auf Deutschkurse in Frankreich und Japan. „Voll krass, ey =)“. „Gedisst“ fühlen sich allerdings 65 Prozent der Deutschen laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage: Sie glauben, dass „die deutsche Sprache immer mehr verkommt“.
„Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland geht in einer Ausstellung über deutsche Gegenwartssprache den widersprüchlichen Meinungen über die Sprache Deutsch und ihren verschiedenen Funktionen nach: „Sprache trennt, Sprache verbindet, Sprache schafft Heimat und Identität“, erläutert der Präsident der Stiftung, Prof. Dr. Hans Walter Hütter.
Vom 12. Dezember 2008 bis 1. März 2009 laden in Bonn rund 500 Exponate zum Flanieren durch die deutsche Gegenwartssprache ein – vom Grimmschen Wörterbuch und einer Original-Ausgabe des „Werther“ bis zu kunstvoll im Unterricht verzierten Reclam-Heften, von der Jugendsprache bis zum SMSKurztext.
„Medieninstallationen und interaktive Elemente machen Lust auf Deutsch“, wirbt Ausstellungsdirektor Dr. Jürgen Reiche und nennt Beispiele: Die Schönheit von Sprache wird in einem Wald von Klangröhren hörbar. Am Literatur- Automat können Besucher Lyrik „ziehen“, ein Schreib-Roboter der freien Künstlergruppe „robotlab“ verfasst kurze Texte über Sprache, deren Wortfolge die Maschine aus einem Fundus von Begriffen eigenständig und nach einem Zufallsprogramm „generiert“. Szenen aus dem „Paten“ sind in Sächsisch und anderen deutschen Dialekten zu hören, Film- und Tondokumente lassen Werbe-, Politik- und Jugendsprache lebendig werden. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut wird „man spricht Deutsch“ als Wanderausstellung ab Mai 2009 in vielen Goethe-Instituten im In- und Ausland zu sehen sein.

Woher kommt die deutsche Sprache? Was zeichnet sie aus? Wie verändert sich die Bedeutung von Worten? Die Ausstellung „man spricht deutsch“ gibt Antworten auf diese Fragen. Sprache ist „das“ Kommunikationsmittel des Menschen. Sie ist zugleich Trägerin von Wissen und Kultur, darauf weist eine Bibliothek in der Ausstellung hin.

Sprache verändert sich: Der Einfluss von Anglizismen auf die deutsche Sprache ist unüberhörbar. Stirbt die deutsche Sprache aus? Augenscheinlich nicht: Über 120 Millionen Menschen in aller Welt sprechen Deutsch, 17 Millionen lernen derzeit unsere Sprache, Deutsch ist innerhalb der Europäischen Union die am häufigsten gesprochene Muttersprache. Und sie entwickelt sich weiter: Laut Duden kommen jedes Jahr etwa 1.000 Worte dazu.

„Was geht, Alter?“ - Sprache existiert nicht im luftleeren Raum: Daran erinnert ein „Kapitel“ über die „Jugendsprache“ und die Sprache junger Migranten, die sich als Teil verschiedener Jugendkulturen immer neu von der Erwachsenenwelt abgrenzt.

Sprache ist Klang - „Mein schönstes deutsches Wort ist Libelle, weil ich Wörter mit dem Buchstaben „l“ liebe und dieses Wort sogar drei davon hat…Das flutscht so auf der Zunge“. Mit dieser Begründung gewann der 9-jährige Sylwan Wiese den Kinderwettbewerb für das schönste deutsche Wort, den der deutsche Sprachrat und das Goethe-Institut 2004 ausgeschrieben hatten. Der Journalist Wolf Schneider lobt an der deutschen Sprache die zusammengesetzten Substantive, die das Unvereinbare vereinbaren wie „Hassliebe“, oder ein Kompositum wie „Zeitgeist“, das es sogar bis in die Weltsprache Englisch geschafft hat.

Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum, Berlin
Zum Thema deutsche Sprache haben die beiden großen historischen Museen der Bundesrepublik Deutschland zwei sich konzeptionell ergänzende Ausstellungen erarbeitet. Während sich „man spricht Deutsch“ auf Phänomene der deutschen Gegenwartssprache konzentriert, bietet das Deutsche Historische Museum in Berlin unter dem Titel „die Sprache Deutsch“ ab 15. Januar 2009 einen breiten Überblick über die Geschichte der deutschen Sprache seit ihren Anfängen.

man spricht Deutsch
Ausstellung: 12. Dezember 2008 bis 1. März 2009
Dienstag – Sonntag 9.00 – 19.00 Uhr, Eintritt frei
Zur Ausstellung erscheint eine Sonderausgabe des Museumsmagazins
Pressevorbesichtigung: 11.12.2008, 10.00 Uhr Pressekonferenz, 11.00 Uhr
Eröffnung: 11.12.2008, 19.30 Uhr


Freitag, 12. Dezember 2008

Thomas Jefferson hat gesagt...

"The most valuable of all talents is that of never using two words when one will do."

Sonntag, 7. Dezember 2008

Fortsetzung: Das leidige Passiv

Heute erfahren Sie, welche Möglichkeiten es noch gibt, das hölzerne und umständliche Passiv zu vermeiden. Im vorherigen Post habe ich Methode 1. und 2. beschrieben, nun folgt

3. Bilden Sie ein Konstrukt mit „sich“ (bei so genannten reflexiven Verben):

Nicht
Die Aufmerksamkeit der Zuschauer wurde auf die Bühnenmitte gerichtet.
sondern
Die Aufmerksamkeit der Zuschauer richtete sich auf die Bühnenmitte.

4. Entsprechend lassen sich Formulierung aus "können" plus Passiv umwandeln in Konstrukte mit "sich lassen".

Nicht
Ein Fortschreiten der Krankheit kann meist verhindert werden.
sondern
Ein Fortschreiten der Krankheit lässt sich meist verhindern.

5. Oder Sie wählen einfach ein anderes Verb.
Nicht
Das Ausmaß des Schadens wird durch die Größe der Hagelkörner bestimmt.
sondern
Das Ausmaß des Schadens hängt von der Größe der Hagelkörner ab.

Streichen Sie bei dieser Gelegenheit bitte gleich das Wort „seitens“ aus Ihrem Wortschatz. Es klingt nicht nur gestelzt. Gewöhnlich bringt es auch das Passiv mit sich.
Wie in
Der Mietvertrag wurde seitens des Vermieters gekündigt.
Seitens der Bank wurden Umbuchungen auf ein Zwischenkonto durchgeführt.
Es wurde seitens der Stadtverwaltung bekannt gegeben, dass…

Furchtbar. So wollen Sie nicht schreiben. Also machen Sie schnell aus Vermieter, Bank und Stadtverwaltung ein Subjekt, das kündigt, umbucht oder bekannt gibt.

Die Ausnahme (gibt es die nicht immer?), bei der das Passiv angebracht ist: Sie wollen den Leidenden und sein Schicksal in den Mittelpunkt stellen.
Etwa:
Als Kind wurde er oft geschlagen. Von seinen Eltern, den Geschwistern, dem Lehrer…
Sie verstehen, was ich meine.

Zum Schluss ein Tipp:
Durchsuchen Sie Ihren Text einmal mit der „Suchen“-Funktion von Word nach „w?rd“. So finden Sie Passiv-Konstrukte schnell und erkennen, ob sie überhand nehmen. (Dazu müssen Sie bei der „Suchen“-Funktion unter „Erweitern“ „Platzhalterzeichen verwenden“ aktivieren.) Diesen Tipp erhielt ich zu Beginn meiner Journalistenlaufbahn von einer Redakteurin der Süddeutschen Zeitung. Aber Sie müssen aufpassen. In seltenen Fällen handelt es sich bei einem „wird“ oder „werden“ ums Futur, die Zukunftsform eines Verbs, und nicht ums Passiv.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Besser schreiben: Das leidige Passiv

Verben ins Passiv zu setzen ist eine Unart, die sich leicht vermeiden lässt. Sie erinnern sich: Das Passiv bezeichnet man auch als die Leideform eines Verbs (Zeitworts). Z. B. "Der Ball wird geworfen". Ein unschöner Nebeneffekt ist, dass auch der Leser gequält wird. Denn die Passivform macht Ihre Sätze schwerfällig, bremst den Lesefluss – ganz besonders, wenn die Handelnden sogar erwähnt werden (mittels „von“ oder „durch“).

Beispiel: Das Problem kann von uns gelöst werden. Wie viel besser, weil tatkräftiger klingt: Wir können das Problem lösen.

Ich wette, Verben in der Passivform finden sich recht häufig in Ihren Texten. Und dann werden sie zum Problem. Denn sie klingen umständlich und hölzern und sind schwerer verständlich. Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Passiv zu vermeiden. Es gibt immer eine Alternative - jedenfalls beim Schreiben.

Übrigens klingt die aktive Form eines Verbs nicht nur besser, die Sätze sind auch kürzer. Und in den meisten Fällen gilt - vom Wort über den Satz und den Absatz bis zum gesamten Text -: Kürzer ist besser.

Hier also die ersten zwei Möglichkeiten, die Passivform zu umgehen:

1. Wenn Sie ihn kennen, nennen Sie den Handelnden und machen Sie ihn zum Subjekt (wie in dem Beispiel zu Anfang).

Nicht
Das Angebot der Arbeitgeber wurde von der Gewerkschaft abgelehnt
.
sondern
Die Gewerkschaft lehnte das Angebot der Arbeitgeber ab
.

Gut zu wissen: Der Handelnde/das Subjekt muss keine Person sein.

Statt
Schiffer und Kahn werden am Ende von den Wellen verschlungen
.
schreiben Sie besser (wie Heinrich Heine)
Die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn.

2. Wenn Sie den Handelnden nicht kennen, können Sie ihn oft durch man ersetzen.

Nicht
Von dort können alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreicht werden
.
sondern
Von dort kann man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen
.

Fortsetzung folgt... (im nächsten Post).

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Montag, 1. Dezember 2008

Carolyn See hat gesagt...

“The passive voice is really good for only one thing: the weaselly notes in committee meetings where nobody wants to get blamed for whatever happened…”

Donnerstag, 27. November 2008

Besser schreiben: Tipps von George Orwell

Die folgenden Schreibtipps habe ich im Ganzen George Orwells Essay Politics and the English Language entnommen. Auf diese Tipps und diesen Essay bezieht sich vermutlich Martin Huckerby, wenn er Orwell als Inspiration für seine Ratschläge zum guten Schreiben nennt (s. mein Post von vorgestern).
...one can often be in doubt about the effect of a word or a phrase, and one needs rules that one can rely on when instinct fails. I think the following rules will cover most cases:

(i) Never use a metaphor, simile, or other figure of speech which you are used to seeing in print.

(ii) Never us a long word where a short one will do.

(iii) If it is possible to cut a word out, always cut it out.

(iv) Never use the passive where you can use the active.

(v) Never use a foreign phrase, a scientific word, or a jargon word if you can think of an everyday English equivalent.

(vi) Break any of these rules sooner than say anything outright barbarous."

Und wie geht es hier im Blog weiter?

In der nächsten Woche befassen wir uns in mehreren Posts mit Punkt iv der Orwellschen Liste, dem Passiv. Am 16.12. erwartet Sie in diesem Blog eine Fortsetzung der Lektion Ein deutsches Problem und am 22.12. erfahren Sie, wie Sie die Lesbarkeit Ihrer Texte messen können.

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Montag, 24. November 2008

Besser schreiben: Tipps von Martin Huckerby

In dieser Woche überlasse ich das Blog zwei Schreibprofis und ihren Ratschlägen. (Fortsetzung am 27.11.)

Die Schreibtipps in diesem Post stammen von Martin Huckerby. Sie finden sich unter dem Titel "Eight ways to save words and write better English" in dem Handbuch The Net for Journalists, das er für die UNESCO geschrieben hat.
1) Never use a long word where a short one will do.

2) If it is possible to cut a word, always cut it.

3) Make every word count — treat words like a miser. Think of each word as a coin you could save.

4) Don’t use long complicated words to impress people; use short, simple words to inform them.

5) Avoid clichés “like the plague”.

6) Try to use active rather than passive verbs: ‘The train hit a car' rather than ‘A car was hit by the train’.

7) Try not to reverse sentences by putting a subsidiary clause first.

8) Break any of these rules rather than write something which is unclear, inelegant or downright foolish.

Credit for much of the above goes to journalist and author George Orwell.
Was George Orwell selbst über das Schreiben gesagt, können Sie am 27. lesen

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Freitag, 21. November 2008

Mitmachen: Schreibwettbewerb für frisch promovierte Naturwissenschaftler

Wer dieses Blog regelmäßig liest, ist für den Wettbewerb "KlarText!" bestens gerüstet. Es geht dabei um den "Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft". Weitere Informationen enthält die folgende Pressemitteilung:
Heidelberg, 21. November. Bereits zum vierten Mal ruft die Klaus Tschira Stiftung junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, sich um den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft KlarText! zu bewerben. Im letzten Jahr wetteiferten 126 Bewerber aus den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik um den Preis.

Bewerben kann sich jeder, der 2008 seine Promotion in den Fachgebieten Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften oder Physik abgeschlossen hat. Maßgebend ist hierbei der Termin der bestandenen mündlichen Prüfung. Auch angrenzende Fächer wie Biophysik oder Wirtschaftsinformatik werden bei der Vergabe mit einbezogen. Für den Wettbewerb müssen die Bewerber die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit in einem allgemein verständlichen und spannenden Artikel in deutscher Sprache zusammenfassen, wobei vor allem die eigene Leistung klar herausgestellt werden sollte.

Einsendeschluss ist der 28. Februar 2009. Alle wichtigen Informationen und die genauen Ausschreibungsbedingungen finden sie unter www.klaus-tschira-preis.info.

Die besten Beiträge werden von Experten aus Wissenschaft und Journalismus ausgewählt und mit je 5 000 Euro prämiert. Außerdem werden die Gewinnerbeiträge in einer Sonderbeilage des populärwissenschaftlichen Magazins "bild der wissenschaft" veröffentlicht. Zurzeit ist die Novemberausgabe des Magazins mit den Gewinnerbeiträgen 2008 im Handel erhältlich.

2009 gibt es einige Neuerungen: Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Peter Gruss, hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Außerdem bietet die Klaus Tschira Stiftung allen Bewerbern unabhängig von ihrer Platzierung die Möglichkeit, an einem eintägigen "Workshop Wissenschaftskommunikation" in der Villa Bosch in Heidelberg teilzunehmen. Die Workshops beginnen im Herbst 2009.

Donnerstag, 20. November 2008

E.B. White hat gesagt...

"I think writing is mainly work. Like a mechanic's job."

Es handelt sich um jenen E.B. White, der gemeinsam mit William Strunk "The Elements of Style" verfasst, der bekannte Kinderbücher wie "Charlotte's Web" und "Stuart Little" geschrieben und unter anderem lange Jahre für den New Yorker gearbeitet hat. Der Mann sollte also wissen, wovon er spricht.

Er hat auch gesagt: "The main thing I try to do is write as clearly as I can." Nachzulesen in dem New York Times-Artikel The Author of "One Man's Meat" Talks About Writing and Country Living.

Mittwoch, 19. November 2008

Winzige URLs aus ellenlangen Internetadressen

Manchmal kommt man nicht umhin eine Internetadresse anzugeben. Wenn sich die Zahlen- und Buchstabenfolgen über mehrere Zeilen hinziehen, sieht das nicht schön aus und kann problematisch werden. Doch Hilfe naht. Dienste wie TinyURL wandeln auch die längsten Zeichenmonster in kurze Webadressen um.

Beispiel: aus http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15172762?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum:Abstract wird http://tinyurl.com/5d34qo.

Ich will aber nicht verschweigen, dass es einige Kritikpunkte gibt, auf die dieser Wikipedia-Beitrag hinweist.

Ergänzung vom 21.12.08: zu einem Kritikpunkt aus Wikipedia
Bei URL-Aliasen wird der Besucher ggf. ohne sein Einverständnis auf eine Seite weitergeleitet, die er vielleicht gar nicht besuchen will oder darf. Dieser Umstand kann missbraucht werden um Leute ungewollt auf Seiten zu locken, die über Sicherheitslücken im Webbrowser den Rechner des Anwenders kompromittieren oder um eine Cross-Site Request Forgery einzuleiten. Aus diesem Grund bieten viele Kurz-URL-Anbieter auf Wunsch einen Vorschau-Link an, über den man nicht direkt zum Ziel, sondern zunächst auf eine Zwischenseite gelangt, auf der weitere Informationen zum Ziellink angegeben werden.
So einen Vorschau/Preview-Link erzeugt auch TinyURL. Wer sicher gehen will, sollte diesen verwenden. Bei den Links zu diesem Post sieht das zum Beispiel so aus:

http://tinyurl.com/8rsz96
oder
http://preview.tinyurl.com/8rsz96 (Hier wird man auf eine Seite geleitet, auf der man die Originaladresse sehen kann, ehe man weiterklickt.)

Ergänzung vom 27.11.08: Ich habe einen weiteren Dienst gefunden: Cligs. Wenn man sich anmeldet (nicht nötig, wenn man nur Adressen verkürzen will), bekommt man auch Statistik-Infos zu dem Link (interessant, wenn er zu einer eigenen Website führt). Genauere Erklärungen liefert der Blogpost Cligs: Another Url Shortener With Awesome Tracking Features.

Ich selbst habe allerdings bisher nur TinyUrl verwendet, kann also nichts Genaueres zu Cligs sagen.

Noch eine Ergänzung: Wenn man sich bei Cligs anmeldet kann man die Kurzform, die erzeugt wurde, umbenennen ("rename"), so dass die Adresse nicht aus beliebigen Zahlen und Buchstaben besteht, sondern etwas über den Inhalt des Posts aussagt.

Ich habe damit die Adresse
http://schreibhandwerk.blogspot.com/2008/09/ein-deutsches-problem.html
umgeformt und umbenannt zu
http://cli.gs/problem.
Cool!

21.12.08: Wie ich gerade entdeckt habe, geht das auch bei TinyUrl. Für diesen Post sieht das zum Beispiel so aus:

http://tinyurl.com/winzige-urls
bzw.
http://preview.tinyurl.com/winzige-urls

Und noch eine Ergänzung (vom 9.1.09): ein weiterer Webadressen-Kürzdienst/url shortener ist bit.ly. Mehr darüber unter dem Titel Bit.ly Plug-in Extends Tiny URLs, Shows Clickthrough Numbers bei ReadWriteWeb.

Montag, 17. November 2008

Gut und verständlich schreiben - wichtiger denn je

Was man beim Aufräumen so alles findet... Z. B. das Januar-Heft der Zeitschrift "journalist" und darin einen Artikel von Ralf Geißler mit dem Titel Wandernde Wörter. Dort geht es u. a. darum, dass Sprache sich ständig wandelt.

Ein paar Sätze in dem Beitrag habe ich mir unterstrichen, etwa:
Und zu keiner Zeit waren die sprachlichen Anforderungen an den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt so hoch.
Das ist auch mein Eindruck, denn es wird mehr geschrieben und gelesen denn je. Geißler zitiert den Linguisten Peter Eisenberg: "In so einer Gesellschaft fällt es viel stärker auf, wenn sich einige nicht korrekt ausdrücken."

Ralf Geißler hat sich außerdem mit Peter Linden unterhalten, der Journalisten, aber auch Anwälte und Beamte schult, und er hat festgestellt:
Das Interesse, eine knappe und konkrete Sprache zu erlernen, ist groß.
Autoren müssen heute anders schreiben als im 19. Jahrhundert, denn:
Der Leser weiß mehr, und er langweilt sich schneller.
Peter Linden schätzt: "Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass die deutsche Sprache in den vergangenen 100 Jahren fünf Wörter pro Satz verloren hat."

Weitschweifigkeit und Bandwurmsätze sind out. Wer schreibt, muss klar und schlank formulieren. Zumindest, wenn er möchte, dass möglichst viele Menschen seine Texte lesen.

Wie man klar und schlank schreibt, lernen Sie z. B. in diesem Blog. Wenn Sie keinen Post verpassen wollen, abonnieren Sie mein Blog am besten (das geht rechts unter "SCHREIBHANDWERK ABONNIEREN" oder "NEUE POSTS PER E-MAIL") .

Dienstag, 11. November 2008

Unfreiwillig komisch: Der falsche Bezug

Heute beginne ich mit zwei Beispielen (die unfreiwillig komischen finden Sie gegen Ende des Beitrags):

Besonders gefährdet sind Lendenwirbelsäule und Hüfte. Hier
(in der Wirbelsäule?) kann es im Alter zu den gefürchteten Oberschenkelhalsbrüchen kommen.

Der Zufall hat zwei völlig unterschiedliche Gesichter, meint Autor X in seinem Buch. Der (Das) eine (zu ergänzen: "Gesicht") ist der Zufall erster Ordnung.

Hier knirscht es, weil der Bezug zwischen den Sätzen nicht stimmt. Das ist wie Sand im Getriebe. Auch wenn den meisten Lesern vermutlich nicht sofort klar ist, warum sie bei diesen Textpassagen hängen bleiben: Alles, was stört, hemmt den Lesefluss und muss raus.

Als Verlag, Redaktion oder Werbeagentur sind Ihre Texte das Aushängeschild Ihres Unternehmens.
Das ist ein Fehler, der häufig gemacht wird. Das nächste Substantiv nach dem „als“-Konstrukt ist „Texte“. Die sind aber kein Verlag usw.

Ich hätte beinahe einmal geschrieben:
Als Medizinjournalistin gehört das klinische Wörterbuch "Der Pschyrembel" seit Langem zu meinem Handwerkszeug. Dabei hat "Der Pschyrembel" zwar mit Medizin zu tun, ist aber, wie jeder weiß, gewiss keine Journalistin.

Ein anderes Beispiel:
In Bremen stießen prominente TV-Journalisten auf ein interessiertes Publikum: darunter Ranga Yogeshwar, Moderator von "Quarks & Co." (WDR) sowie "W wie Wissen" (ARD). Er startete die Diskussion...
Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich denke, Yogeshwar saß nicht im Publikum. Gemeint war vielmehr:
In Bremen stießen prominente TV-Journalisten
, unter ihnen Ranga Yogeshwar, auf ein interessiertes Publikum. Yogeshwar moderiert "Quarks & Co." (WDR) sowie "W wie Wissen" (ARD). Er startete...

Auch so kann es danebengehen: Unsere Gesellschaft wird immer dicker und älter - Prävention ist im deutschen Gesundheitswesen kaum vorgesehen.
Wie man dem Dickerwerden vorbeugen will, kann ich mir vorstellen. Aber dem Älterwerden?

Das Problem ist also: Ein unklarer oder falscher Bezug zwischen Satzteilen oder Sätzen verwirrt den Leser. Möglicherweise amüsiert er ihn auch. Auf alle Fälle bleibt man hängen. Man denkt nach, man grübelt. Sobald nicht klar ist, worauf ein Wort sich bezieht, kann der Leser nicht mehr mühelos folgen. Worst case-Szenario: Er hört ganz auf zu lesen, weil ihm einfällt, dass er noch anderes zu tun hat.

Lesen Sie also Ihren Text sorgfältig und prüfen Sie, ob der Bezug zwischen Satzelementen und von Satz zu Satz jeweils logisch und stimmig ist. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Wörter oder Sätze eingefügt oder gestrichen haben.

Und hier die versprochenen Fundstücke, die mich schmunzeln ließen:

Kann ein Fußball schneller fliegen als der Fuß, der ihn getreten hat? Das ist aber gar nicht gut, wenn der Fuß fliegt. Gemeint ist …, als der Fuß sich bewegt, der ihn tritt? (Die Antwort lautet: Ja.)

Neben den riesigen Oberpflegern sind auch noch alle Fenster vergittert. Der Satz stammt aus einem Aufsatz über „Die Physiker“ von Dürrenmatt. Statt "als" wie weiter vorn bereitet hier "neben" das Problem.

Aus der Beschreibung einer Fernsehkrimifolge: Als die Leiche des Werkstattbesitzers aufgefunden wird, in dem das Unfallauto repariert wurde, ahnen die Kommissare, welchen Umfang der Handel mit gefälschten Ersatzteilen hat. Kein Wunder, dass er tot ist der Werkstattbesitzer. Wenn in ihm ein Auto repariert wurde...

The baby was delivered, the cord clamped and cut, and handed to the pediatrician, who breathed and cried immediately.

The patient lives at home with his mother, father, and pet turtle, who is presently enrolled in day care three times a week. Wie wäre es mit "and" statt "who"?

Dabei wird deutlich, dass sich hinter dem Gesicht des „freundlichen Nachbarn“ auch eine hässliche Fratze verbergen könnte, die urplötzlich losschlägt und seinem Opfer einen grauenvollen Tod beschert. Das Problem: eine Fratze, die „losschlägt“ (hier sind zwei Bilder vermischt, die nicht zusammenpassen). Es entsteht, weil statt "die" "der" stehen müsste, denn vermutlich ist der Nachbar gemeint. Das lässt auch das "seinem" vor Opfer vermuten. Nur steht das Wort "Nachbar" im Satz zu weit entfernt vom Relativsatz, als dass man "die" einfach durch "der" ersetzen könnte. Hier kommt der Autor nicht daran vorbei, die verwendeten Bilder noch einmal gründlich zu überdenken und den Satz (besser: zwei Sätze?) neu zu formulieren.

Als Schmankerl zum Schluss diese Meldung aus der Rubrik Feedback des New Scientists vom 22. September 2007:

Lethal speech

IAN DARBY of Queensland, Australia, was reading The Ramsay Way - the corporate newsletter of Ramsay Health Care - when he stumbled upon a surprising sentence in a report that was headed "Prime Minister honours ANZACS at Greenslopes Private Hospital dawn service".

"The Prime Minister," the report said, "reminded all Australians that they 'owe so much' to the more than 100,000 troops who died in battle during the delivery of his Special Address."

Darby wonders whether lives could have been saved if the PM's speech had been shorter: "Perhaps the carnage could have been completely avoided if the PM had remained silent."

Montag, 10. November 2008

Friedrich Nietzsche hat gesagt...

„Den Stil zu verbessern – das heißt den Gedanken verbessern…“

Donnerstag, 6. November 2008

E-Mails beenden auf die feine englische Art

Wie schreibt man "mit freundlichen Grüßen" auf Englisch? Im Brief und v. a. am Ende einer E-Mail? Das habe ich mich schon so manches Mal gefragt.

Es geht um die Grußformel oder Grußzeile, wie der Duden es nennt. Hinter der übrigens im Deutschen Zeit meines Lebens noch nie ein Komma stand. Das schleicht sich jetzt allerdings immer häufiger aus dem Englischen bei uns ein. Unnötigerweise, finde ich. Aber das nur am Rande.

Zurück zur Anfangsfrage. "Love" ist mit Sicherheit zu locker, aber ist "(yours) sincerely" nicht zu formell? Besonders unter einer E-Mail? Wie wäre "best regards"?

Jetzt habe ich herausgefunden: Die Muttersprachler wissen's auch nicht. Man kann es also (fast so) machen, wie man will. Formulierungshilfen bzw. -vorschläge gibt's in diesem etwas älteren New York Times-Beitrag

‘Yours Truly,’ the E-Variations

und

in den Kommentaren zu Email etiquette: "Best" a brush-off? bei Lifehacker.

Wenn man Glück hat, schreibt das englische oder amerikanische Gegenüber zuerst. Dann kopiert man einfach dessen Gruß.

(Nachtrag vom 9.11.2015) Hier noch ein Link zu einem Artikel im Guardian zum Thema (der eine britische Sicht darstellt): All the best? Yours sincerely? The last word on email signoffs

Beispiele aus realen E-Mails (v. a., aber nicht nur, aus dem universitären Bereich) finden Sie in meinen Posts

- E-Mails auf Englisch schreiben - neue Beispiele

- Wie e-mailt man einem Professor auf Englisch?

Dienstag, 4. November 2008

Ein herzliches Willkommen...

...allen Lesern, die mein Blog über das Splitterblog von Nessa Altura gefunden haben. Schauen Sie sich in aller Ruhe um.

Hier erfahren Sie, wie man klar und verständlich formuliert, und noch einiges mehr über das Schreibhandwerk, etwa über die Rechtschreibung. Ich verrate Tipps und Tricks, die das Schreiben erleichtern. Außerdem gibt es Zitate über das Schreiben, Wissenswertes über E-Books und vieles mehr. Es lohnt sich also, öfter einmal vorbeizuschauen.

Wie alles anfing, lesen Sie hier.

So arbeiten Schriftsteller

Schriftsteller geben sich nicht mit der ersten Fassung eines Textes zufrieden. Siehe das Hemingway-Zitat von gestern.

So sieht zum Beispiel eine Manuskriptseite der Schriftstellerin Grace Paley aus:


Hier der Link zu der entsprechenden Seite auf der Website von The Paris Review für diejenigen, die sich die Korrekturen in voller Größe anschauen möchten.

Wie heißt es so schön: Writing is rewriting.

Montag, 3. November 2008

Ernest Hemingway hat gesagt...

“The first draft of anything is shit.”

Dienstag, 28. Oktober 2008

Doppelt und dreifach gemoppelt

Das, was man auf Deutsch mit doppelt gemoppelt bezeichnet, nennen Fachleute Tautologien oder Pleonasmen: "weißer Schimmel", "neu renoviert“, „runder Kreis“, „ursächlich verantwortlich“, „geplante Vorhaben“, „angepeilte Zielgruppe“.

Besonders beliebt ist: „wie beispielsweise“. Dabei bedeutet „wie“ nichts anderes als „beispielsweise“. Man findet sogar dreifache Moppelungen: „wie (1) beispielsweise (2) … und … und Ähnliche (3)“ An der zweiten Stelle findet man auch „zum Beispiel“ oder „etwa“ an der dritten „oder Ähnliches“, „usw.“ oder „etc.“.

Auch das HIV-Virus und die PIN-Nummer gehören in diese Gruppe. Wobei diese inzwischen so üblich sind, dass „die PI-Nummer“ und das „HI-Virus“, wenn auch korrekt, viele verwirren. Hier kommt es darauf an, für welche Leser der Text gedacht ist, für Laien oder für Fachleute zum Beispiel.

Bei allen anderen Formen von doppelten und dreifachen "Moppelungen" heißt es: streichen, streichen, streichen.

Die Delete/Entfernen-Tasten ist ihr Freund. Vernachlässigen Sie sie nicht.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Nora Roberts hat gesagt...

"I can fix a written page; I can't fix a blank one."

Dienstag, 21. Oktober 2008

Rechtschreibfehler, die Sie am besten vermeiden sollten

Die Rechtschreibreform hat viele Menschen verwirrt. Besonders schwierig ist nach wie vor die Groß- und Kleinschreibung. Ich befürworte die radikale Kleinschreibung. Aber das ist ein anderes Thema.

Manche Menschen schreiben Wörter - anscheinend in einem panischen, vorauseilenden Gehorsam - groß, bei denen das beim besten Willen nicht angebracht ist. Zwei Situationen fallen mir immer wieder auf:

1. Ja, die Sache mit der Anrede in Briefen ist verwirrend. "Du" darf man groß oder klein schreiben, "Sie" und das zugehörige "Ihr" soll groß bleiben.

Manche Menschen überfordert das, so dass Siesie plötzlich bei Texten, in denen niemand angesprochen wird, die Umschalttaste drücken.

Ein Beispiel:
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nehmen aus Ihrer Sicht jedoch weniger häufig Versprechen bezüglich Karrieremöglichkeiten wahr, was zu einem erlebten Ungleichgewicht führt. So entsteht der Eindruck, dass Sie mehr in die Arbeit investieren, als sie zurückbekommen.

Möglicherweise empfinden sie (oder Sie) ein fälschlicherweise klein geschriebenes Wort als peinlich. Das würde auch ein zweites Phänomen erklären:

2. Den groß geschriebenen Superlativ. Sie erinnern sich? Groß, größer, am größten. Gut, besser, am besten. Am größten, am besten, am dümmsten - das sind die Superlative der jeweiligen Adjektive und wie die Grundform schreibt man sie schon seit Ewigkeiten klein.

Trotzdem sehe ich in letzter Zeit häufig Formulierungen wie "Am Schlimmsten wäre es, wenn..." oder "Wir treffen uns am Besten...". Vielleicht denken die Schreiber an das Schlimmste oder das Beste.

Tipp:
Im Zweifelsfall kann es helfen, sich zu überlegen, ob man das "am" zu einem "an dem" auseinander ziehen kann.
Beispiel: Es mangelte am Nötigsten. Es mangelte an dem Nötigsten.
Am einfachsten wäre es... An dem Einfachsten wäre es...

Lassen Sie sich nicht verwirren.

Mehr zum Thema Rechtschreibung:

Ich benutze seit jeher den Duden, andere schwören auf den Wahrig.


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Montag, 20. Oktober 2008

Handy oder E-Book-Reader?

Taugt das Super-Medium Handy auch für Bücher? fragt Peter Schwierz im Blog update2.de. Und gibt mit einer Vision aus der S-Bahn im Jahr 2011 gleich selbst eine mögliche Antwort:
...wenige, meist ältere Mitfahrer verstecken ihr Gesicht hinter Buchdeckeln. Mehr Fahrgäste, vor allem Jüngere, blättern sich per Fingerwisch auf dem Handy durch die Morgenlektüre. Mobile eBooks haben sich durchgesetzt, die klobigen Lesegeräte "Kindle" und "Reader" von Amazon und Sony liegen wie Blei in den Regalen.
Wird es tatsächlich so kommen? Das weiß keiner. Aber an der Digitalisierung von Büchern führt mittelfristig kein Weg vorbei. Behaupte ich. Mehr über die Vorteile, die Handys als Lesegeräte bieten, steht in Peter Schwierzs Blogpost.

Einige meiner Sachtexte und Geschichten gibt es als Mobilebook™ beim Verlag Blackbetty fürs Handy. Das Buch zu meinem Workshop "Gut und verständlich schreiben" wird ein klassisches E-Book. Als Autorin habe ich also entschieden: Handy und E-Book.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Leere Kalorien: Füllwörter

Füllwörter sind wie leere Kalorien. (Sie wissen schon: Zucker, Weißmehl...) Sie machen Ihren Text dick und schwerfällig.

Wie in einem früheren Post versprochen widmet sich der heutige Beitrag diesem weit verbreiteten Problem.

Einige Beispiele:
Wissenschaftler warben erfolgreich Fördermittel ein.
Finden Sie in diesem Text ein Wort, das man problemlos streichen kann?
Edel sei der Mensch, unbedingt auch hilfreich, und auf alle Fälle gut.

Warum man diese Wörter streichen kann, muss ich nicht erklären, oder?

Zu den Füllwörtern gehören:
ja, wohl, doch, an sich, nun, hinlänglich, zweifellos, zweifelsfrei, wirklich, durchaus, sicher, bestimmt, allesamt, völlig, voll und ganz, ziemlich, regelrecht, sozusagen und viele mehr.

Eine Untergruppe bilden vage Begriffe (auf Englisch weasel words), die andeuten, dass sich der Schreiber nicht festlegen will, etwa grundsätzlich, gewöhnlich, meist.

Wörter wie auch und außerdem, denn und nämlich, jedoch und aber verdeutlichen einen Zusammenhang. Oft sind sie jedoch überflüssig.

Schließlich kann man, wenn man ehrlich ist, in vielen Fällen auf Bekräftigungen wie sehr, besonders oder überaus durchaus verzichten.

Weitere überflüssige Wörter lernen Sie demnächst in dem Post "Doppelt und dreifach gemoppelt" kennen.

Bis dahin immer dran denken: Die Delete/Entfernen-Taste ist Ihr Freund.


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Dienstag, 14. Oktober 2008

E-Books: Ideal für Anthologien

Eine interessante Entwicklung beschreibt der Artikel Campaign Articles From Newsweek Become E-Books for Amazon Kindle in der New York Times: E-Books bieten ein einfache Möglichkeit, aus bereits vorhandenen Zeitschriftenartikeln "Themenbücher" zu machen. Wie jetzt geschehen mit Material aus der Zeitschrift "Newsweek", aus dem "Porträts" der (Vize)Präsidentschaftskandidaten zusammengestellt wurden.

Hier der entscheidende Satz aus dem New York Times-Beitrag:
Turning this kind of collection into books is an old idea; what is new is to do it with such minimal production and distribution costs that even the most limited sales could be profitable.
So ist es. Weil keine Material-, Transport- und sonstigen Verteilungskosten entstehen, rechnen sich auch schon kleinere Verkaufsmengen. Die einizige Inverstition ist die Arbeitszeit, die erforderlich ist, um die Artikel zusammenzustellen, gegebenenfalls zu aktualisieren und evtl. mit einem "Editorial" und/oder verbindenden Texten zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Was dem Erfolg solcher Text-(Zweit)Verwertungsformen entgegenstehen könnte: der (noch recht hohe) Preis der E-Book-Lesegräte und die Frage, ob gut sie gut genug zu handhaben sind, um Büchern und Zeitschriften Konkurrenz machen zu können.

E-Books auf der Buchmesse

Eine weitere Pressemitteilung zur Frankfurter Buchmesse widmet sich den E-Books, denn "das Thema E-Books ist heiß". (S. a. mein Post vom 5.10.08.)

Für alle, die nach Frankfurt fahren: Am Ende der Pressemitteilung gibt es eine Aufstellung von Veranstaltungen rund um die elektronischen Bücher.

Nachtrag vom 16.10.: In der "Welt" meint Elmar Krekeler, der sich auf der Buchmesse umgesehen hat, "Ab Frühjahr lesen wir ganz eifrig das E-Book".

Sonntag, 12. Oktober 2008

Joseph Pulitzer hat gesagt...

"Schreibe kurz - und sie werden es lesen.
Schreibe klar - und sie werden es verstehen.
Schreibe bildhaft - und sie werden es im Gedächtnis behalten."

Freitag, 10. Oktober 2008

Die Normseite

Einige Leser haben sicher schon einmal den Begriff Normseite gehört. Vielleicht weil ein Lektor/eine Lektorin das Honorar nach bearbeiteten Normseiten berechnet. Oder Sie wollten einen Text bei einem Verlag einreichen, etwa bei einer Anthologie-Ausschreibung, und der gewünschte Textumfang war in Normseiten angegeben.

Eine ist Normseite definiert durch die Zahlen

30 x 60

sprich: 30 Zeilen à maximal 60 Anschläge, also maximal 1800 Zeichen pro Seite.

Statt das Rad noch einmal neu zu beschreiben, verlinke ich zu einigen Websites/Blogseiten, auf denen Sie genauer erfahren, was eine Normseite ausmacht und wie man sie einrichtet:

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Besser schreiben: Fass' dich kurz

Wer sich wichtig machen will, walzt seine Sätze und Texte aus. Der schreibt „zur Anzeige bringen“ statt „anzeigen“, „operativ eingreifen“ statt operieren.

Wer Wichtiges zu sagen hat, formuliert kurz und prägnant. Wer möchte, dass andere sich merken, was er zu sagen hat, der fasst sich kurz.

Denken Sie an Zitate.

„Ich kam, ich sah, ich siegte.“ (Caesar)

Oder Goethe. Einfache Wörter, kurze Sätze: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.“ „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ „Das also ist des Pudels Kern.“

Das fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten.“

Oder das Grundgesetz:
(1.1) „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
(3.2) „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“
(5.1) „… Eine Zensur findet nicht statt.“

Und schließlich John F. Kennedy „Ich bin ein Berliner.“

Klare Sätze ohne Wenn und Aber.

Viele Zitate von Goethe, Schiller oder Shakespeare, an die wir uns gut erinnern, stammen aus ihren Theaterstücken, sind fürs Sprechen (und Hören) gedacht. Der Zuschauer muss sie auf Anhieb verstehen, er kann schließlich nicht zurückblättern. Papier ist geduldig(er). Aber diese Geduld sollten wir nicht überstrapazieren.

Streichen Sie Füllwörter. Ihnen werde ich noch einen eigenen Post widmen. Deshalb jetzt nur so viel: Goethe hat nicht geschrieben „Edel sei der Mensch, vielleicht auch hilfreich, auf alle Fälle aber gut.“ Hamlet sagt nicht „Sein oder vielleicht lieber doch nicht sein“. Bei Füllwörtern hilft nur: streichen, streichen, streichen.

Denken Sie dran: Die Delete/Entfernen-Taste ist Ihr Freund.

Montag, 6. Oktober 2008

Wilhelm Busch hat gesagt...

"Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine hat."

Sonntag, 5. Oktober 2008

E-Books mit Zukunft

In einem Newsletter zur 60. Frankfurter Buchmesse heißt es:

E-Books auf dem Vormarsch

Fest steht: Das Angebot digitaler Produkte aus der Verlagsbranche wächst weiter. 361 Aussteller der Frankfurter Buchmesse 2008 führen E-Books in ihrem Sortiment. E-Books stellten 2007 etwa zwei Prozent der ausgestellten Produkte, dies dürfte sich ändern: Mit dem Hype um die neue Generation von Lesegeräten wie Kindle, iLiad und Sony E-Reader ist für 2009 jede Menge Bewegung im Markt zu erwarten, gerade im Bildungs- und Belletristikbereich.
Klingt vielversprechend. Vor allem, weil mein geplantes E-Book in den 'Bildungsbereich' fällt.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Besser schreiben: Die Streichung von -ung

Heute geht es um die Streichung von -ung zur Erreichung einer besseren Verständigung.

Dieser Satz ist ein Beispiel für eine besonders schlimme Form (Ausformung) des Nominalstils. Von Nominalstil spricht man, wenn sich in einem Text die Substantive häufen und ihre Zahl die der Verben deutlich übersteigt.

Zuerst hatte ich den vorhergehenden Gedanken so formuliert: Dieser Satz ist ein Beispiel für eine besonders schlimme Form (Ausformung) des Nominalstils, also der Anhäufung von Substantiven in einem Text.

Auch dieser Satz ist ein Beispiel für den Nominalstil, jedoch noch halbwegs lesbar. Auf die Spitze getrieben wird das Ganze nämlich, wenn man an Verben die Nachsilbe ung anhängt und so aus ihnen Substantive macht. Dann entstehen schwer lesbare Gebilde, wie der erste Satz in diesem Post.

Diese Art zu schreiben erinnert Sie vielleicht an etwas; genau: an Beamtendeutsch. Sie ist ein Grund, warum man solche Texte mehrmals lesen muss, wenn man sie begreifen will.

Wie viel lesbarer wird der Beispielsatz vom Anfang, wenn ich schreibe: Streichen Sie, wann immer möglich die Nachsilbe ung, damit man Ihre Texte besser versteht.

Streichen Sie das ung bei Wörtern, die sich gut erkennbar von Verben ableiten und die keine Dinge bezeichnen, die man anfassen kann. Machen Sie also aus den Substantiven tatkräftige Verben (Tuwörter, Tätigkeitswörter). Aus Streichung streichen, aus Verständigung verstehen. Erreichung (das abstrakteste und schlimmste der drei) habe ich durch einen Nebensatz mit damit ersetzt, einen so genannten Finalsatz.

Ausnahmen sind zum Beispiel Zeitung, Kreuzung, Zeichnung. Kann man alle anfassen - auch die Kreuzung zur Not. Gelten lassen will ich auch kurze Begriffe wie Werbung, die sich nach unserem Empfinden zu selbstständigen Substantiven entwickelt haben.

Die Verständigung ist grenzwertig. Wenn sie die einzige ung-Formulierung weit und breit ist, richtet sie keinen Schaden an. Wenn sie aber im Rudel mit ihren Verwandten Ihren Text überfällt, sollten Sie etwas unternehmen.


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Dienstag, 30. September 2008

Projekt 'E-Book'

Systematisch mit dem Schreiben befasst habe ich mich zum ersten Mal, als ich meinen Workshop entwickelt habe, Titel: Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten.

Er ist für Wissenschaftler gedacht und vermittelt die wichtigsten Regeln guten Schreibens in etwa vier Stunden. Ohne Schnörkel und langes Gerede - schließlich sind Wissenschaftler viel beschäftigte Menschen. (Dass sie die komprimierte Form des Workshops zu schätzen wissen, haben mir Rückmeldungen bestätigt.) Trotzdem bleibt Zeit für Übungen am eigenen Text - getreu meinem Motto
Schreiben ist ein Handwerk. Man kann es lernen und man muss es üben.
Wissenschaftler - und viele andere Menschen - haben viel zu tun. Deshalb dachte ich mir: Wäre es nicht praktisch, es gäbe meinen Workshop in Buchform, damit jeder lernen kann, wo und wann und wie viel er oder sie will? Warum nicht als E-Book, damit man den Kurs am Computer-Bildschirm absolvieren kann? So entstand das 'Projekt E-Book':
  • SCHREIBEN. Ich habe inzwischen angefangen, das Manuskript auszuarbeiten, und werde es hoffentlich bald fertig stellen.

  • TESTEN. Dann werde ich es einigen Beta-Lesern geben, die zur Zielgruppe gehören. Die ist weiter gefasst als bei dem 'analogen' Workshop, denn die Regeln, die er vermittelt, gelten für jegliches Schreiben. Und schreiben muss (fast) jeder, besonders heutzutage, im Computerzeitalter.

  • VERLAG WÄHLEN. Gleichzeitig werde ich mich umschauen, welche Möglichkeiten es gibt, ein E-Book zu veröffentlichen, und verschiedene Angebote miteinander vergleichen.

  • VERÖFFENTLICHEN. In nicht allzu ferner Zukunft werde ich mein E-Book herausbringen...

  • WERBEN ...und möglichst viele Menschen darauf aufmerksam machen.
Über all diese Schritte werde ich im Blog berichten. Vielleicht kann die Eine oder der Andere davon profitieren - oder mir per E-Mail von ihren/seinen Erfahrungen erzählen: schreibhandwerk@gmail.com.

Zu guter Letzt: Wenn Sie sich für meinen Workshop schon jetzt interessieren und überlegen, ihn für Ihr Institut oder Ihre Firma zu buchen, schauen Sie sich auf meiner Website um oder schicken Sie mir eine E-Mail an info@ingrid-glomp.de.

Sonntag, 28. September 2008

Nathaniel Hawthorne hat gesagt...

"Easy reading is damn hard writing."

Donnerstag, 25. September 2008

Ein deutsches Problem

Eine Eigenheit der deutschen Sprache, die Verständnisprobleme bereiten und den Lesefluss hemmen kann, besteht darin, dass das Prädikat - also das Verb, das erklärt, was jemand tut - ganz am Ende eines Satzes steht. (Auch der vorhergehende Satz ist in dieser Hinsicht grenzwertig.)

Ein Beispiel, bei dem die Grenze eindeutig überschritten wurde:
So wie die Super-Nanny eine perfekte Symbiose aus warmherzig (lange, offene Haare, häufiges Lachen, Hinknien vor Eltern und Kind) und streng (schwarze Kleider, direktive Sprache, schnelle Reaktionen) bildet, so ist Zwegat…
Eine Möglichkeit, das Problem zu beheben, möchte ich heute vorstellen. Man verlagert das Verb nach vorn. Bei unserem Beispielsatz sieht das so aus:
So wie die Super-Nanny eine perfekte Symbiose bildet aus warmherzig (lange, offene Haare, häufiges Lachen, Hinknien vor Eltern und Kind) und streng (schwarze Kleider, direktive Sprache, schnelle Reaktionen), ...
Das ist ein wenig ungewohnt und grammatikalisch nicht astrein, aber leichter verständlich.

Ähnlich kann man es machen, wenn zwei Teile des Prädikats zu weit von einander entfernt sind.

Vorher:
Unsere Dozenten bieten regelmäßig Kurse zur Gestaltung von Websites, zum Schreiben von E-Books, zur Vermarktung von Blogs und zu Verdienstmöglichkeiten im Internet an.
Nachher:
Unsere Dozenten bieten regelmäßig Kurse an zur Gestaltung von Websites, zum Schreiben von E-Books, zur Vermarktung von Blogs und zu Verdienstmöglichkeiten im Internet.
Kurz: Manchmal wird ein Satz verständlicher, wenn man das Verb vorzieht, also zum Beispiel vor die Aufzählung oder den Nebensatz stellt.

Weitere Möglichkeit 'das Problem des weit entfernten Verbs' zu lösen, stelle ich Ihnen ein anderes Mal vor. Nämlich in dem Post Fortsetzung: Ein deutsches Problem.


Zum Schluss etwas (Eigen)Werbung:
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Dienstag, 23. September 2008

Warum schreiben lernen?

Niemand muss lesen, was Sie schreiben. Ein Wahrheit, die man als Autor unbedingt beachten sollte. (Es sei denn, Sie sind Professor und schreiben eine Fachbuch, das Ihre Studenten kennen müssen, um die Prüfung zu bestehen.)

Ist ein Text unverständlich und kompliziert, blättert der Leser in der Zeitschrift weiter, nimmt ein anderes Buch zur Hand oder klickt zu einer neuen Website. Briefe landen im Altpapier, E-Mails im virtuellen Papierkorb.

Ob als Wissenschaftler, Manager, Anwalt, Student oder Blogger. Ihr Erfolg hängt ganz wesentlich von Ihrer Fähigkeit ab, sich leserfreundlich und verständlich auszudrücken. Im Informationszeitalter mehr denn je.
Und da kommt mein Blog ins Spiel. Häppchenweise finden Sie hier wöchentlich Tipps, Tricks und Anregungen, die Ihnen helfen, lesbar und ansprechend zu schreiben. Denn das kann man glücklicherweise lernen. Eine erste Kostprobe finden Sie hier. Der nächste Beitrag erscheint übermorgen.

PS: Ich bin nicht die Stilpolizei. Zwar lassen sich für die Verständlichkeit und Lesbarkeit eines Texts einige allgemeine Regeln entwickeln, aber Stil ist etwas Persönliches. Oder wie Buffon (1707-1788) sagte: „Der Stil ist der Mensch“. Lesen Sie einfach, was ich Ihnen in diesem Blog anbiete, und übernehmen Sie, was Ihnen gefällt und brauchbar erscheint.

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Montag, 22. September 2008

Mark Twain hat gesagt...

Ich liebe Zitate, weil sie häufig das, was ich denke, ausdrücken - aber viel treffender formuliert. Oder weil sie eine neue Erkenntnis enthalten. Deshalb werde ich in diesem Blog hin und wieder Weisheiten mehr oder weniger berühmter Menschen zitieren, natürlich zum Thema Schreiben.

Den Anfang macht Mark Twain:

"The difference between the right word and the almost right word is the difference between lightning and a lightning bug."

Noch mehr Zitate zu verschiedenen Themen können Sie in meinem anderen Blog nachlesen. Dort gibt es jeden Montag ein neues Zitat der Woche.

Donnerstag, 18. September 2008

Besser schreiben: Sag’s einfach

Lange und abstrakte Wörter sowie Fremdwörter hemmen den Lesefluss. Das haben wir alle schon erlebt. Wenn wir Sätze lesen wie
Nicht zufällig hat sich an dieser Schnittstelle ein „Interface“ herausgebildet, innerhalb dessen die Wissenschaftskommunikation in öffentliche Kommunikation „umformatiert“ wird, um „Public Understanding“ zu erzeugen.
Kann das jemand mühelos verstehen? Gibt es irgendwen, der einen ganzen Text aus solchen Sätzen lesen mag?

Eben.

Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, lange und unverständliche Begriffe zu vermeiden oder zu ersetzen:
  • Von zwei Begriffen den kürzeren wählen. Also „Blut“, nicht „Blutbahn“, „Leser“, nicht „Leserschaft“, „Sport“, nicht „Sportbereich“.
  • Von zwei Formulierungen die konkretere wählen. Also „Arme und Beine“, nicht „Gliedmaßen“. Auch Churchill kannte die Wucht konkreter Bilder. Er stellte seinen Landsleuten nicht Lebensgefahr, Leid und Anstrengung in Aussicht, sondern Blut, Tränen und Schweiß. Das zweite Wort dieser Aufzählung in seiner berühmten Rede – „blood, toil (Mühsal), tears and sweat“ – wird meist vergessen. Es ist zu abstrakt.
  • Wenn es ein gängiges deutsches Wort gibt, benutzen Sie es. Also„Vorbeugung“, nicht „Prophylaxe“, „Entzündung“, nicht „Inflammation“.
  • Oder man formuliert den gesamten Satz um. Dann wird aus dem von oben zum Beispiel: "Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse allgemein verständlich erklärt." (Wenn ich genau wüsste, worum es geht, ließe sich das Passiv auch noch vermeiden.) Anderes Beispiel: Nicht „Der Altersgipfel der Erstmanifestation liegt in der zweiten und dritten Lebensdekade.“, sondern „Meist erkranken Menschen zwischen 10 und 30 Jahren.“.
Eine Anmerkung zum Beispielsatz von ganz oben: Wenn ein Autor Begriffe in Anführungszeichen setzt, zeigt das meist, dass er sie selbst für zu kompliziert hält, sie jedoch nicht übersetzen kann oder will. Achten Sie einmal in Ihren eigenen Texten darauf.

Ein spezielles Problem der deutschen Sprache sind ewig lange, zusammengesetzte Substantive (Hauptwörter), etwa „Donaudampfschifffahrtskapitän“. Zum Glück kann man sie auflösen. Entweder man macht daraus den Kapitän eines Donaudampfers. Oder man setzt einen
Bindestrich, damit das Wort lesbarer wird: Programm-Macher statt Programmmacher.

Dieser Beitrag beruht übrigens auf einem Baustein meines Workshops Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten.

Dienstag, 16. September 2008

Schreiben lernen?

"Schreiben ist ein Handwerk: Man kann es lernen und man muss es üben." Warum habe ich dieses Motto für mein Blog gewählt?

Der Gedanke, dass man Schreiben lernen kann und muss, ist vielen fremd. Gerade in Deutschland. Manche glauben, schreiben kann jeder. Das lernt man schließlich in der Schule. Andere denken: Zum Schreiben braucht man eine angeborene Begabung.

Ich behaupte: Gut, lesbar, verständlich schreiben, das kann man nicht automatisch, sobald man weiß, wie man Buchstaben und Wörter aneinanderreiht. Das muss man lernen. Andererseits ist es keine Geheimwissenschaft und man braucht kein spezielles Talent. Es gibt klare Regeln, die man lernen kann. Und man muss trainieren.

Nehmen wir das Friseurhandwerk. Da kommt auch nicht jeder, der eine Schere halten kann, auf die Idee, er könne Haare schneiden. Andererseits lässt sich das mit der nötigen Anleitung, etwas Geduld und Übung durchaus lernen. Oder die Musik: Es ist klar, dass nicht jeder, der ein paar Tasten anschlagen oder „Alle meine Entchen“ klimpern kann, auch gleich als Klavierspieler gilt. Er oder sie kann es aber mit ausreichend Unterrichtsstunden und – ja – Übung werden.

Nur wenigen ist es gegeben, es Glenn Gould oder Artur Rubinstein gleich zu tun. Aber Sie wollen ja auch kein zweiter Shakespeare, keine zweite Joanne K. Rowling werden. (Oder vielleicht doch?) Mit der Schreibkunst werde ich mich hier allerdings nicht beschäftigen und mit kreativem Schreiben eher am Rande.

In diesem Blog geht es um Gebrauchstexte, Schreiben für jede Gelegenheit, und zwar solche Texte, die ihren Zweck erfüllen: Der Leser soll sie mühelos verstehen, sogar gerne lesen und nicht nach ein paar Zeilen entnervt beiseite legen.

Als Journalistin schreibe ich nicht nur, ich redigiere auch, was andere verfasst haben. Und als ich meinen Workshop "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" entwickelt habe, musste ich mich noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen.

Was ich dabei herausgefunden habe, aber auch vieles andere, das ich im Laufe der Zeit entdeckt habe - und noch entdecken werde -, können Sie ab jetzt in meinem Blog erfahren.

Falls Sie keinen Post verpassen wollen, abonnieren Sie Schreibhandwerk. Einfach rechts bei SCHREIBHANDWERK ABONNIEREN auf "Subscribe in a reader" klicken und den Anweisungen folgen. Oder lassen Sie sich alle NEUEN POSTS PER E-MAIL schicken. Vermutlich werde ich etwa zweimal in der Woche einen neuen Beitrag veröffentlichen. Aber auch dieses Blog ist wieder ein Experiment, genau wie mein erstes. Also: Wer weiß. Ich bin selbst gespannt, wie es sich entwickelt.

Übermorgen gibt es die erste "Lektion". Titel "Sag's einfach".

Und demnächst erzähle ich etwas über mein Interesse am Veröffentlichen im Internet (Publishing 2.0)