Dienstag, 30. September 2008

Projekt 'E-Book'

Systematisch mit dem Schreiben befasst habe ich mich zum ersten Mal, als ich meinen Workshop entwickelt habe, Titel: Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten.

Er ist für Wissenschaftler gedacht und vermittelt die wichtigsten Regeln guten Schreibens in etwa vier Stunden. Ohne Schnörkel und langes Gerede - schließlich sind Wissenschaftler viel beschäftigte Menschen. (Dass sie die komprimierte Form des Workshops zu schätzen wissen, haben mir Rückmeldungen bestätigt.) Trotzdem bleibt Zeit für Übungen am eigenen Text - getreu meinem Motto
Schreiben ist ein Handwerk. Man kann es lernen und man muss es üben.
Wissenschaftler - und viele andere Menschen - haben viel zu tun. Deshalb dachte ich mir: Wäre es nicht praktisch, es gäbe meinen Workshop in Buchform, damit jeder lernen kann, wo und wann und wie viel er oder sie will? Warum nicht als E-Book, damit man den Kurs am Computer-Bildschirm absolvieren kann? So entstand das 'Projekt E-Book':
  • SCHREIBEN. Ich habe inzwischen angefangen, das Manuskript auszuarbeiten, und werde es hoffentlich bald fertig stellen.

  • TESTEN. Dann werde ich es einigen Beta-Lesern geben, die zur Zielgruppe gehören. Die ist weiter gefasst als bei dem 'analogen' Workshop, denn die Regeln, die er vermittelt, gelten für jegliches Schreiben. Und schreiben muss (fast) jeder, besonders heutzutage, im Computerzeitalter.

  • VERLAG WÄHLEN. Gleichzeitig werde ich mich umschauen, welche Möglichkeiten es gibt, ein E-Book zu veröffentlichen, und verschiedene Angebote miteinander vergleichen.

  • VERÖFFENTLICHEN. In nicht allzu ferner Zukunft werde ich mein E-Book herausbringen...

  • WERBEN ...und möglichst viele Menschen darauf aufmerksam machen.
Über all diese Schritte werde ich im Blog berichten. Vielleicht kann die Eine oder der Andere davon profitieren - oder mir per E-Mail von ihren/seinen Erfahrungen erzählen: schreibhandwerk@gmail.com.

Zu guter Letzt: Wenn Sie sich für meinen Workshop schon jetzt interessieren und überlegen, ihn für Ihr Institut oder Ihre Firma zu buchen, schauen Sie sich auf meiner Website um oder schicken Sie mir eine E-Mail an info@ingrid-glomp.de.

Sonntag, 28. September 2008

Nathaniel Hawthorne hat gesagt...

"Easy reading is damn hard writing."

Donnerstag, 25. September 2008

Ein deutsches Problem

Eine Eigenheit der deutschen Sprache, die Verständnisprobleme bereiten und den Lesefluss hemmen kann, besteht darin, dass das Prädikat - also das Verb, das erklärt, was jemand tut - ganz am Ende eines Satzes steht. (Auch der vorhergehende Satz ist in dieser Hinsicht grenzwertig.)

Ein Beispiel, bei dem die Grenze eindeutig überschritten wurde:
So wie die Super-Nanny eine perfekte Symbiose aus warmherzig (lange, offene Haare, häufiges Lachen, Hinknien vor Eltern und Kind) und streng (schwarze Kleider, direktive Sprache, schnelle Reaktionen) bildet, so ist Zwegat…
Eine Möglichkeit, das Problem zu beheben, möchte ich heute vorstellen. Man verlagert das Verb nach vorn. Bei unserem Beispielsatz sieht das so aus:
So wie die Super-Nanny eine perfekte Symbiose bildet aus warmherzig (lange, offene Haare, häufiges Lachen, Hinknien vor Eltern und Kind) und streng (schwarze Kleider, direktive Sprache, schnelle Reaktionen), ...
Das ist ein wenig ungewohnt und grammatikalisch nicht astrein, aber leichter verständlich.

Ähnlich kann man es machen, wenn zwei Teile des Prädikats zu weit von einander entfernt sind.

Vorher:
Unsere Dozenten bieten regelmäßig Kurse zur Gestaltung von Websites, zum Schreiben von E-Books, zur Vermarktung von Blogs und zu Verdienstmöglichkeiten im Internet an.
Nachher:
Unsere Dozenten bieten regelmäßig Kurse an zur Gestaltung von Websites, zum Schreiben von E-Books, zur Vermarktung von Blogs und zu Verdienstmöglichkeiten im Internet.
Kurz: Manchmal wird ein Satz verständlicher, wenn man das Verb vorzieht, also zum Beispiel vor die Aufzählung oder den Nebensatz stellt.

Weitere Möglichkeit 'das Problem des weit entfernten Verbs' zu lösen, stelle ich Ihnen ein anderes Mal vor. Nämlich in dem Post Fortsetzung: Ein deutsches Problem.


Zum Schluss etwas (Eigen)Werbung:
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Dienstag, 23. September 2008

Warum schreiben lernen?

Niemand muss lesen, was Sie schreiben. Ein Wahrheit, die man als Autor unbedingt beachten sollte. (Es sei denn, Sie sind Professor und schreiben eine Fachbuch, das Ihre Studenten kennen müssen, um die Prüfung zu bestehen.)

Ist ein Text unverständlich und kompliziert, blättert der Leser in der Zeitschrift weiter, nimmt ein anderes Buch zur Hand oder klickt zu einer neuen Website. Briefe landen im Altpapier, E-Mails im virtuellen Papierkorb.

Ob als Wissenschaftler, Manager, Anwalt, Student oder Blogger. Ihr Erfolg hängt ganz wesentlich von Ihrer Fähigkeit ab, sich leserfreundlich und verständlich auszudrücken. Im Informationszeitalter mehr denn je.
Und da kommt mein Blog ins Spiel. Häppchenweise finden Sie hier wöchentlich Tipps, Tricks und Anregungen, die Ihnen helfen, lesbar und ansprechend zu schreiben. Denn das kann man glücklicherweise lernen. Eine erste Kostprobe finden Sie hier. Der nächste Beitrag erscheint übermorgen.

PS: Ich bin nicht die Stilpolizei. Zwar lassen sich für die Verständlichkeit und Lesbarkeit eines Texts einige allgemeine Regeln entwickeln, aber Stil ist etwas Persönliches. Oder wie Buffon (1707-1788) sagte: „Der Stil ist der Mensch“. Lesen Sie einfach, was ich Ihnen in diesem Blog anbiete, und übernehmen Sie, was Ihnen gefällt und brauchbar erscheint.

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Montag, 22. September 2008

Mark Twain hat gesagt...

Ich liebe Zitate, weil sie häufig das, was ich denke, ausdrücken - aber viel treffender formuliert. Oder weil sie eine neue Erkenntnis enthalten. Deshalb werde ich in diesem Blog hin und wieder Weisheiten mehr oder weniger berühmter Menschen zitieren, natürlich zum Thema Schreiben.

Den Anfang macht Mark Twain:

"The difference between the right word and the almost right word is the difference between lightning and a lightning bug."

Noch mehr Zitate zu verschiedenen Themen können Sie in meinem anderen Blog nachlesen. Dort gibt es jeden Montag ein neues Zitat der Woche.

Donnerstag, 18. September 2008

Besser schreiben: Sag’s einfach

Lange und abstrakte Wörter sowie Fremdwörter hemmen den Lesefluss. Das haben wir alle schon erlebt. Wenn wir Sätze lesen wie
Nicht zufällig hat sich an dieser Schnittstelle ein „Interface“ herausgebildet, innerhalb dessen die Wissenschaftskommunikation in öffentliche Kommunikation „umformatiert“ wird, um „Public Understanding“ zu erzeugen.
Kann das jemand mühelos verstehen? Gibt es irgendwen, der einen ganzen Text aus solchen Sätzen lesen mag?

Eben.

Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, lange und unverständliche Begriffe zu vermeiden oder zu ersetzen:
  • Von zwei Begriffen den kürzeren wählen. Also „Blut“, nicht „Blutbahn“, „Leser“, nicht „Leserschaft“, „Sport“, nicht „Sportbereich“.
  • Von zwei Formulierungen die konkretere wählen. Also „Arme und Beine“, nicht „Gliedmaßen“. Auch Churchill kannte die Wucht konkreter Bilder. Er stellte seinen Landsleuten nicht Lebensgefahr, Leid und Anstrengung in Aussicht, sondern Blut, Tränen und Schweiß. Das zweite Wort dieser Aufzählung in seiner berühmten Rede – „blood, toil (Mühsal), tears and sweat“ – wird meist vergessen. Es ist zu abstrakt.
  • Wenn es ein gängiges deutsches Wort gibt, benutzen Sie es. Also„Vorbeugung“, nicht „Prophylaxe“, „Entzündung“, nicht „Inflammation“.
  • Oder man formuliert den gesamten Satz um. Dann wird aus dem von oben zum Beispiel: "Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse allgemein verständlich erklärt." (Wenn ich genau wüsste, worum es geht, ließe sich das Passiv auch noch vermeiden.) Anderes Beispiel: Nicht „Der Altersgipfel der Erstmanifestation liegt in der zweiten und dritten Lebensdekade.“, sondern „Meist erkranken Menschen zwischen 10 und 30 Jahren.“.
Eine Anmerkung zum Beispielsatz von ganz oben: Wenn ein Autor Begriffe in Anführungszeichen setzt, zeigt das meist, dass er sie selbst für zu kompliziert hält, sie jedoch nicht übersetzen kann oder will. Achten Sie einmal in Ihren eigenen Texten darauf.

Ein spezielles Problem der deutschen Sprache sind ewig lange, zusammengesetzte Substantive (Hauptwörter), etwa „Donaudampfschifffahrtskapitän“. Zum Glück kann man sie auflösen. Entweder man macht daraus den Kapitän eines Donaudampfers. Oder man setzt einen
Bindestrich, damit das Wort lesbarer wird: Programm-Macher statt Programmmacher.

Dieser Beitrag beruht übrigens auf einem Baustein meines Workshops Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten.

Dienstag, 16. September 2008

Schreiben lernen?

"Schreiben ist ein Handwerk: Man kann es lernen und man muss es üben." Warum habe ich dieses Motto für mein Blog gewählt?

Der Gedanke, dass man Schreiben lernen kann und muss, ist vielen fremd. Gerade in Deutschland. Manche glauben, schreiben kann jeder. Das lernt man schließlich in der Schule. Andere denken: Zum Schreiben braucht man eine angeborene Begabung.

Ich behaupte: Gut, lesbar, verständlich schreiben, das kann man nicht automatisch, sobald man weiß, wie man Buchstaben und Wörter aneinanderreiht. Das muss man lernen. Andererseits ist es keine Geheimwissenschaft und man braucht kein spezielles Talent. Es gibt klare Regeln, die man lernen kann. Und man muss trainieren.

Nehmen wir das Friseurhandwerk. Da kommt auch nicht jeder, der eine Schere halten kann, auf die Idee, er könne Haare schneiden. Andererseits lässt sich das mit der nötigen Anleitung, etwas Geduld und Übung durchaus lernen. Oder die Musik: Es ist klar, dass nicht jeder, der ein paar Tasten anschlagen oder „Alle meine Entchen“ klimpern kann, auch gleich als Klavierspieler gilt. Er oder sie kann es aber mit ausreichend Unterrichtsstunden und – ja – Übung werden.

Nur wenigen ist es gegeben, es Glenn Gould oder Artur Rubinstein gleich zu tun. Aber Sie wollen ja auch kein zweiter Shakespeare, keine zweite Joanne K. Rowling werden. (Oder vielleicht doch?) Mit der Schreibkunst werde ich mich hier allerdings nicht beschäftigen und mit kreativem Schreiben eher am Rande.

In diesem Blog geht es um Gebrauchstexte, Schreiben für jede Gelegenheit, und zwar solche Texte, die ihren Zweck erfüllen: Der Leser soll sie mühelos verstehen, sogar gerne lesen und nicht nach ein paar Zeilen entnervt beiseite legen.

Als Journalistin schreibe ich nicht nur, ich redigiere auch, was andere verfasst haben. Und als ich meinen Workshop "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" entwickelt habe, musste ich mich noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen.

Was ich dabei herausgefunden habe, aber auch vieles andere, das ich im Laufe der Zeit entdeckt habe - und noch entdecken werde -, können Sie ab jetzt in meinem Blog erfahren.

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Übermorgen gibt es die erste "Lektion". Titel "Sag's einfach".

Und demnächst erzähle ich etwas über mein Interesse am Veröffentlichen im Internet (Publishing 2.0)