Donnerstag, 29. Januar 2009

Projekt 'E-Book': Der erste Schritt ist getan

Wie ich im September 2008 schrieb, möchte ich meinen Workshop Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten als E-Book herausbringen.

Die Vorteile eines E-Books:
  1. Man kann die einzelnen Lektionen durcharbeiten und den eigenen Schreibstil verbessern, wann und wo man will.
  2. Man kann auf dem Bildschirm einen eigenen Text in einem zweiten Fenster öffnen und das Gelernte direkt darauf anwenden.
  3. Man kann Links im E-Book anklicken und sich sofort die im Workshop empfohlenen Websites ansehen.
Im September hatte ich geschrieben, wie ich vorgehen will. Der erste Schritt SCHREIBEN ist getan, das Manuskript ist fertig.

Jetzt habe ich es zum TESTEN an meine Beta-Leser geschickt...

und werde parallel den dritten Schritt tun, nämlich einen VERLAG WÄHLEN. Falls jemand eine Empfehlung hat, würde ich mich über eine E-Mail freuen.

Natürlich werde ich berichten, für welchen E-Book-Verlag ich mich entschieden habe und wie es weitergeht.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Wortwiederholungen - Hilfe aus dem Internet

Bei letter-factory.com können Sie einen Text von maximal 10000 Zeichen nach Lieblingswörtern durchsuchen lassen. Nach Wörtern also, die Sie besonders gerne und vermutlich zu häufig verwenden.

Wie auch bei anderen Angeboten dieser Art - ich habe z. B in einem früheren Post auf eine Lesbarkeitsprüfung hingewiesen - sollte man nun nicht jeden Text testen lassen. Ein Check hin und wieder kann aber die Augen für eigene Schwächen öffnen, die einem sonst vielleicht nicht aufgefallen wären.

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Freitag, 23. Januar 2009

Synonyme online

Willkommen zum dritten Post meiner Reihe über Wortwiederholungen und wie man sie vermeidet. Synonyme sind dabei nicht immer der Weisheit letzter Schluss, wie ich am 20. Januar erklärt habe. Aber manchmal erweisen sie sich als nützlich.

Für die Suche nach Synonymen gibt es heute zwei Link-Tipps:

1. Bei woerterbuch.info findet man nicht nur Übersetzungen, sondern auch Synonyme.

2. Wer es ausführlicher liebt, kann im Wortschatz-Portal der Uni Leipzig nachschauen. Einfach das betreffende Wort eingeben und "Suche" anklicken. Neben vielem anderen bekommt man auch Synonyme und Dornseiff-Bedeutungsgruppen genannt.

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Dienstag, 20. Januar 2009

Synonyme sind (oft) keine Lösung

Wie im vorherigen Post angekündigt, kommen wir heute zu einer weiteren Möglichkeit, Wortwiederholungen zu vermeiden.

Synonyme, also sinnverwandte Wörter, sind die üblichste, aber, wie wir sehen werden, nicht immer die beste Lösung.

Zunächst zu den einfachen Fällen. Es gibt eine Reihe von Wörtern, für die sich Synonyme finden lassen. Für Krankheit zum Beispiel Erkrankung, Leiden, Störung(en), Problem, Beschwerden. Diese Begriffe sind sinnverwandt, aber nicht jeder ist sinnidentisch. Man muss bei einem Synonym also überprüfen, ob es in dem jeweiligen Zusammenhang passt.

Hier eine Liste von Synonymen für einige häufig vorkommende Wörter:

und - sowie,
auch - ebenfalls,
zum Beispiel - beispielsweise, etwa, wie,
oft - häufig,
manchmal - bisweilen.

Aber: Wenn man die Wahl hat zwischen einer Wortwiederholung und einem unverständlichen oder gestelzt klingenden Synonym, sollte man sich für die Wiederholung entscheiden. (Oder nach einer anderen Lösung suchen, s. mein Post vom 15. Januar.)

Nicht jede Wiederholung lässt sich vermeiden. Ich bin zum Beispiel kein Freund des Wortes „Letzteres“, auch wenn man sich damit eine Wiederholung erspart. Zweites Beispiel: Bei Relativsätzen kann es geschehen, dass sich ein Artikel doppelt, etwa bei „Das Auto, das das Kind anfuhr…“. Manche schreiben dann lieber welches das. Ich persönlich finde die Lösung schlimmer als das Problem, weil Konstrukte mit welche/welcher/welches gestelzt klingen. Letztlich ist dies aber eine Frage des Geschmacks bzw. des persönlichen Stils.

Für manche (Fach)Wörter wiederum gibt es keinen Ersatz oder zumindest kein verständliches oder übliches Synonym. Ich finde es albern, krampfhaft zu versuchen, bestimmte Begriffe aus der Welt der Computer und des Internets einzudeutschen. Ich bin sicher, Ihnen fallen selbst genug Beispiele ein. In manchen Fällen stört es den Leser weniger, wenn man einen Fachausdruck wiederholt, als wenn er über für ihn neue, unübliche oder komplizierte Wörter stolpert.

Um ein Beispiel aus der Medizin zu nennen: Leukämie ist die auch für Laien verständlichste Bezeichnung für die entsprechende Krankheit. Wenn man hingeht und abwechselnd Leukämie und Blutkrebs verwendet, stört und verwirrt es den Leser. Natürlich sollte man immer prüfen, ob in einem bestimmten Satz ein Personalpronomen ausreicht (bei Leukämie also sie) oder ob es eine andere Alternative gibt (s. dazu den vorherigen Post zum Thema).

Schließlich kann man eine Wiederholung auch als Stilmittel einsetzen, wenn man ein Wort oder einen Sachverhalt besonders betonen möchte.

Zum Schluss ein Tipp: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie bestimmte Begriffe überstrapazieren, zählen Sie sie bei Word mit der Funktion „Suchen/Alle ersetzen“. Wenn der gesamte Text durchsucht ist, erscheint nämlich die Angabe „Es wurden … Ersetzungen vorgenommen“. (Um sicher zu gehen, sollten Sie die Datei zuvor zusätzlich unter einem anderen Namen speichern. So sparen Sie sich Arbeit, falls Sie den Text mit den Ersetzungen aus Versehen vorschnell gespeichert haben.)

Weitere Tipps zum Thema "Wortwiederholungen" gibt es am 23. Januar (Synonyme online) und 28. Januar (Wortwiederholungen - Hilfe aus dem Internet).

Montag, 19. Januar 2009

Winston Churchill hat gesagt...

"Short words are best and the old words when short are best of all."

Sir Winston Leonard Spencer Churchill (1874-1965) muss es wissen. Immerhin hat er 1953 den Nobelpreis für Literatur bekommen - "for his mastery of historical and biographical description as well as for brilliant oratory in defending exalted human values".

Donnerstag, 15. Januar 2009

Wider vermeidbare Wiederholungen

Wortwiederholungen wirken monoton und unbeholfen. Sie verraten: Hier hat sich jemand keine Mühe gegeben. Denn dass wir nicht mehrmals dieselben Wörter verwenden sollen, haben wir nun wirklich alle in der Schule gelernt.

Eintönig wirkt es auch, wenn eine Reihe von Sätzen immer mit demselben Wort beginnen. Das wurde uns ebenfalls in der Schule eingebläut: "Fang nicht jeden Satz mit 'dann' an und nicht jeden Nebensatz mit 'dass'."

Zum Glück hat man immer eine Alternative:

1. Die Wiederholung ist überflüssig, man kann das Wort streichen. Wie hier:

Negative Äußerungen sind schwieriger zu verarbeiten als affirmative Äußerungen.


2. Manchmal kann man eine Wiederholung vermeiden, indem man ein Personalpronomen verwendet. Sie wissen schon: er, sie, es.

Aus:

Überflüssige Wörter blähen einen Text auf. Überflüssige Wörter kosten Lese- und Lebenszeit.

wird beim zweiten Satz:

Sie kosten Lese- und Lebenszeit
.


3. Oder man benutzt „derjenige" usw.

Aus:

Unter den Verbalsubstantiven nehmen die Substantive auf –ung eine besondere Stellung ein.

wird:

…nehmen diejenigen auf –ung eine besondere Stellung ein.


4. Oft lässt sich eine andere Formulierung finden. Text kann man zum Beispiel ersetzen durch das, was Sie geschrieben haben. Manchmal ist es sinnvoll, sich zu fragen, was man sagen will, und dann einen Satz oder einen ganzen Absatz neu zu formulieren.


5. Oder benutzen Sie einen konkreteren Begriff. Um beim vorherigen Beispiel zu bleiben, statt Text also Artikel, Buch, Dissertation oder Brief. Je nachdem, was passt.


6. Andererseits können Sie auch allgemeiner werden. Also Text schreiben statt Artikel.


Zu einer weiteren Möglichkeit, auf die Sie sicher schon warten, weil es die ist, die in der Schule gepredigt wurde, kommen wir am 20. Januar, wenn es heißt: Synonyme sind (oft) keine Lösung. Dann erfahren Sie auch, warum sich Wiederholungen - wie im Titel dieses Posts angedeutet - nicht immer vermeiden lassen.

War dieser Post hilfreich?



Dies ist der erste von vier Posts aus meiner Reihe zum Thema Wortwiederholungen. Wenn Sie keinen verpassen wollen, lassen Sie sich jeden neuen Post per E-Mail schicken oder abonnieren Sie mein Blog als RSS-Feed. Das geht in der rechten Spalte unter "NEUE POSTS PER E-MAIL" bzw. "SCHREIBHANDWERK ABONNIEREN". Darunter befindet sich ein Button, mit dem Sie mein Blog zu Ihren social bookmarks hinzufügen können. (Für einzelne Beiträge gibt es einen Button unter den jeweiligen Posts.)

Dienstag, 13. Januar 2009

Beispiele aus dem täglichen Lesen

Heute zum Thema "Doppelt und dreifach gemoppelt".

Das Folgende las ich neulich in unserer Tageszeitung:
Dass wir über die präparierten Leichen berichten müssen, das sind wir unserer Chronistenpflicht schuldig.
Was wir hier haben, liebe Mit-Sprachforscher, ist das seltene Exemplar einer dreifachen Moppelung:
Dass wir über die präparierten Leichen berichten müssen, das sind wir unserer Chronistenpflicht schuldig.
Es geht natürlich um die "Körperwelten"-Ausstellung des Plastinators Gunther von Hagens. Und die Journalistin und ihre Kollegen berichten nicht darüber, weil es ihnen Spaß macht, sondern

weil sie es als Journalisten müssen,
weil es ihre Pflicht als Journalisten ist,
weil sie es ihrer Rolle als Chronisten schuldig sind.

Seufz. Journalisten, die aus Pflicht und Schuldigkeit berichten müssen, und ihren Lesern bleibt aber auch nichts erspart.

Sonntag, 11. Januar 2009

Englisch schreiben: zwei Buchempfehlungen

Mein Post darüber, wie man E-Mails auf Englisch beendet, ist recht beliebt. Daraus schließe ich, dass sich zumindest einige Leser dieses Blogs dafür interessieren, wie man im Englischen gut schreibt.

So viel vorweg: Die meisten Stilregeln gelten für die deutsche wie für die englische Sprache. Etwa: Passiv und Wiederholungen vermeiden, kurz ist gut (bei Wörtern, Sätzen und Absätzen).

Trotzdem möchte ich heute zwei Bücher aus der englischsprachigen Welt empfehlen. (Oder deshalb? Kann man doch auch für das Schreiben in der deutschen Sprache so einiges aus ihnen lernen.)

1. Der Klassiker ist Strunk & White "The Elements of Style". Auf ihn bin ich bereits kurz in meinem Post über E.B. White eingegangen.


Inzwischen gibt es das Büchlein auch kostenlos online.

Wer die Regeln gelernt hat und beherrscht, darf sie brechen. Für eine respektlose Sicht auf so manche Stilregel empfehle ich

2. "Spunk & Bite"

geschrieben von Arthur Plotnik. Dieses Buch gibt es noch nicht online. Aber es hat eine eigene Spunk & Bite-Website mit Writing Tips.


Beide Bücher sind allen Autoren zu empfehlen: zum Auffrischen dessen, was man eigentlich längst weiß, und zum Beleben des eigenen Schreibstils.

Hiermit endet die "englischsprachige Woche" zum Jahresanfang.

Am 13. Januar folgt der erste Post aus der neuen Rubrik "Beispiele aus dem täglichen Lesen". Und am 15. beginnt meine Reihe von Beiträgen zum Thema "Wortwiederholungen".

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Mittwoch, 7. Januar 2009

Writing Tools von Roy Clark

Roy Clark, Schreibdozent am renommierten Poynter Institut, hat in seinem Blog Writing Tools 50 Schreibwerkzeuge zusammengestellt. (Noch Einer also, der Schreiben als Handwerk sieht.)

Das Stöbern in diesen 50 Writing Tools und auch auf der Poynter-Website lohnt sich nicht nur für Journalisten, für die diese Angebote in erster Linie gedacht sind, sondern für alle, die mehr über das Schreiben lernen wollen.

Dieser Post ist Teil meiner "englischen Woche", denn diese Angebote richten sich an Amerikaner und andere, die der englischen Sprache mächtig sind. Vieles lässt sich jedoch auch für das Schreiben in unserer Sprache übernehmen.

Die 50 Writing Tools von Roy Clark gibt es auch als Buch:

Montag, 5. Januar 2009

E-Mails schreiben auf die feine englische Art

Da sich mein Post E-Mails beenden auf die feine englische Art großer Beliebtheit erfreut, widme ich heute einen weiteren Beitrag dem Thema "E-Mails schreiben auf Englisch".

Ich habe eine gute Website dazu gefunden Email writing bei Teaching English (offensichtlich ist die BBC daran beteiligt). Auf dieser Website kann man unter "Worksheets" einige Muster-E-Mails herunterladen.

Hier deshalb nur das Wichtigste:

1. Die Anrede

Die richtige Anrede für einen formellen Brief oder semi-formelle Mails lautet

Dear Mr Jones,
(Mr, Mrs, Ms, Dr usw. ohne Punkt, s. aber meine Ergänzung vom 5.2.09 am Ende des Posts)

bzw. bei einer informellen Mail

Hi Jack,


Manchmal findet man auch einfach nur den Vornamen (ist m. E. gewöhnungsbedürftig)

Jack,

Egal, wie eine E-Mail oder ein Brief beginnt, nach dem Komma der Anrede geht es in der nächsten Zeile groß weiter.

Dear Jack,

As you know...

oder

Dear Jack,
As you know...

Manchmal steht auch kein Komma hinter der Anrede, manchmal ein Doppelpunkt. Aber das Komma scheint mir am gebräuchlichsten zu sein.

2. Die Grußformel

Ein formeller Brief endet laut Teaching English

Yours sincerely,

und eine semi-formelle E-Mail

Best regards,

Angeblich endet eine informelle E-Mail mit Cheers, mate! Aber das klingt für mich so britisch, dass es mich an Monty Python erinnert. Besser erscheint mir

Take care, oder Best wishes,

Teaching English ist eine britische Website. Die Anreden und Grußformeln sind aber auch im Amerikanischen anwendbar, denke ich.

Wobei gerade beim E-Mail-Schreiben die Dinge noch mehr im Fluss sind, als man es sonst bei Sprache kennt, s. mein Post E-Mails beenden auf die feine englische Art.

Besonders bei der Grußzeile von E-Mails gehen die Meinungen auseinander, wie eine Umfrage des Blogs Cognitive Daily zeigt. Danach beendet man eine E-Mail übrigens am besten mit

Thanks,


Ergänzung vom 5.2.09: Bei dem Verzicht auf den Punkt handelt es sich um eine Spezialität des britischen Englischs (BE). Im amerikanischen Englisch (AE) setzt man hinter die Abkürzungen Mr., Dr. usw. dagegen einen Punkt.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Enrique Jardiel Poncela hat gesagt...

"Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben."

Enrique Jardiel Poncela war ein spanischer Autor und lebte von 1901 bis 1952.


Allen Lesern meines Blogs wünsche ich ein

Glückliches neues Jahr!