Dienstag, 28. April 2009

Empfehlenswert: Artikel von Serge Debrebant

Heute möchte ich auf einen Artikel in ZEIT Campus hinweisen: Schreiben - Wie die Uni uns versaut. Der Autor beklagt, dass in der deutschen Wissenschaft (immer noch) derjenige als besonders klug und seriös gilt, der unverständlich schreibt.

Ein kurzer Auszug (Hervorhebungen von mir):
Dann klingen die Haus- und Diplomarbeiten an deutschen Hochschulen, als hätten alle ein Lehrbuch für Rhetorik gelesen und sich darauf geeinigt, die Ratschläge in ihr Gegenteil zu verkehren. Fremdwörter sind elitär? Ein Grund mehr, sie zu benutzen! Verben machen einen Text lebendig? Dann nehmen wir doch lieber Hauptwörter – zum Beispiel »Dekonstruktion«! Dazu noch Schachtelsätze und Satzgirlanden.
Leser meines Blogs wissen, dass der Autor, Serge Debrebant, mit seiner Kritik bei mir offene Türen einrennt. Meine Tipps zum Schreibhandwerk hier und in meinem Print-Buch und E-Book "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" sollen gerade solche stilistischen Auswüchse verhindern.

Wer mehr über Debrebants Gedanken über (un)klare Sprache in der Wissenschaft wissen möchte, lese seinen empfehlenswerten Artikel.

Donnerstag, 23. April 2009

Was wären wir ohne den Duden?

Allen, die wissen möchten, wie man die Mehrzahl von Quiz bildet und ob es Ende diesen oder dieses Jahres heißt, oder die andere Fragen zur deutschen Sprache und Grammatik haben, hilft die Sprachberatung des Duden.

Auflösung: Der Plural von das Quiz lautet die Quiz und man schreibt: Ende dieses Jahres.

Dienstag, 21. April 2009

Sozusagen in Anführungszeichen

Anführungszeichen (Gänsefüßchen) sind für die wörtliche Rede und für Zitate gedacht. Ansonsten sollte man sie so wenig wie möglich benutzen.

Dasselbe gilt für das Wort „sozusagen“ – oft ist es nicht mehr als ein Füllwort.

Beide – das Wort und die Anführungszeichen - zeigen häufig, dass jemand über eine Formulierung nicht ganz glücklich ist oder aber der eigenen bildhaften Sprache nicht traut. Dann sollte man entweder einen treffenderen Begriff suchen, der keine Krücken benötigt. Oder Mut zur Metapher haben und dem intelligenten Leser zutrauen, sie zu verstehen.

Manchmal erfüllen die Gänsefüßchen und das Wort „sozusagen“ überhaupt keinen Zweck und können entfallen.

Hier drei Beispiele:

Migration ist sozusagen eine Grundbedingung der geschichtlichen Entwicklung des Menschen.

Mit einer neuartigen Hemmstoffklasse wollen die Wissenschaftler die Malaria-Erreger regelrecht "aushungern". (Mehr Mut zur bildhaften Sprache und weg mit den Gänsefüßchen.)

Die "Rückeinwanderung" empfindlicher Flechtenarten verläuft hier langsamer als andernorts. (Streichen!)

Ich benutze die Anführungszeichen in diesem Post dazu, ein Wort, das ich bespreche, zu kennzeichnen, um Ihnen, dem Leser, das Verstehen zu erleichtern. Sie dienen also – hoffentlich – der Klarheit.

Nachtrag: Noch mehr zum Thema (inkl. etwas Theorie) finden Sie in dem Beitrag Die Inflation der Anführungszeichen von Julia Dombrowski.

Dienstag, 14. April 2009

Von der Werbung lernen

Zum Thema "Fass' dich kurz" können wir eine Menge von der Werbung lernen. S. die 20 bekanntesten Slogans Deutschlands.

Ebenso zum Thema "Kurze, einfache Wörter". Wobei sich laut Slogometer auch eine Menge englische Begriffe großer Beliebtheit erfreuen. In diesem Punkt sollten wir uns die Werbung nicht zum Vorbild nehmen. Im Hinblick auf Einfachheit und Prägnanz aber schon.

Freitag, 10. April 2009

George Bernard Shaw hat gesagt...

"My main reason for adopting literature as a profession was that, as the author is never seen by his clients, he need not dress respectably."

Dienstag, 7. April 2009

'Strunk and White' wird 50

Interessante Pressemitteilung zum 50. Geburtstag eines Klassikers Omit Needless Words: Strunk and White’s Classic, ‘The Elements of Style,’ Turns 50.

Zu den legendären Schreibgeboten von William Strunk Jr. gehören diese beiden “Omit needless words!” und “Use the active voice.”

Diese Regeln gelten nicht nur im Englischen. S. dazu z. B. meine Posts:

Leere Kalorien: Füllwörter

und

Besser schreiben: Das leidige Passiv.

Über E.B. White erfährt man aus der Pressemitteilung:
“The manuscripts let you see White’s writing process,” said University Archivist Elaine Engst. “The most impressive White manuscript we have is ‘Charlotte’s Web,’ because the first draft is completely different from the finished book. What’s wonderful about looking at his drafts is that you see that even for somebody who was pretty close to a perfect writer, how much work went into his books: a ton of it."
Oder wie man so schön sagt: Writing is rewriting - Schreiben ist Umschreiben.

Donnerstag, 2. April 2009

Gedanken beim Schreiben einer E-Mail - auf Englisch

Spaß muss sein. Ein Filmchen, das ich auf YouTube fand, scheint mir gut in meine Reihe über das Schreiben von E-Mails auf Englisch zu passen.