Sonntag, 31. Mai 2009

Umfrage zu meinem E-Book

Seit März gibt es meinen Schreibworkshop "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" als E-Book und es haben sich schon eine Reihe von Lesern begeistert darüber geäußert.

Ich glaube, dass sich gerade für einen solchen Workshop, bei dem man immer wieder eigene Texte bearbeitet, die Form des E-Books anbietet, da man schnell vom einen Fenster (mit dem Kurs) zum anderen Fenster (mit dem eigenen Text) wechseln und so das Gelernte sofort anwenden kann.

Allerdings verspüre ich bei manchen Interessenten ein gewisses Zögern, wenn sie erfahren, dass man den Workshop nur als E-Book kaufen kann. Es gibt anscheinend doch eine Menge Menschen, denen diese Buchform nicht vertraut und wohl auch nicht ganz geheuer ist. Deshalb und um zu erfahren, ob es sich lohnen würde, meinen Workshop auch in "Papierform" zu veröffentlichen, habe ich in der rechten Spalte meines zweiten Blogs eine kleine Umfrage gestartet.

Bitte lassen Sie - als potentielle Käufer - mich wissen, ob Ihnen ein "richtiges" Buch lieber wäre oder ob Sie das E-Book bevorzugen.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Aus dem täglichen Lesen: Ein Prachtexemplar von Bandwurmsatz

Neulich in einer Pressemitteilung:

Ziel der Konferenz ist es, aktuelle Entwicklungen der deutschen Gleichstellungspolitik in und für Wissenschafts- und Forschungsorganisationen zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern zu bilanzieren und innovative Handlungsempfehlungen zur Karriereförderung für Frauen im Arbeitsfeld Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Wissenschaftsmanagement, zu geben.

Ich glaube nicht, dass es einen Menschen gibt, der diesen Satz in einem Anlauf lesen und verstehen kann. Vermutlich geben die meisten nach drei oder vier Zeilen auf.

Zugegeben der Satz enthält eine Menge lange Bezeichnungen, die sich wohl nicht vermeiden lassen. Gar nicht so einfach, ihn umzuformen.

1. Streichen wir erst einmal, was überflüssig ist:

Ziel der Konferenz ist es, aktuelle Entwicklungen der deutschen Gleichstellungspolitik in und für Wissenschaft(s-) und Forschung(sorganisationen) zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern zu bilanzieren und innovative HandlungsEmpfehlungen zur Karriereförderung für Frauen inm Arbeitsfeld Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Wissenschaftsmanagement, zu geben.

Falls das sachlich richtig ist (was ich nicht beurteilen kann), sollte man auch die Organisationen in der zweiten Zeile streichen.

2. Dann machen wir zwei Sätze aus dem einen und lagern die Aufzählung aus:

In Deutschland wird einiges zur Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft(s-) und Forschung(sorganisationen?) unternommen: zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern. Ziel der Konferenz ist es, eine Bilanz zu ziehen und Empfehlungen zur Karriereförderung für Frauen in Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Wissenschaftsmanagement, zu geben.

3. Schließlich wandeln wir noch ein Substantiv in ein Verb um (Förderung in fördern):

In Deutschland wird einiges zur Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Forschung(sorganisationen?) unternommen: zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern. Ziel der Konferenz ist es, eine Bilanz zu ziehen und Empfehlungen zu geben, wie man die Karriere von Frauen in Wissenschaft und Forschung, und besonders im Wissenschaftsmanagement, fördern kann.


Das wäre mein Vorschlag zur Güte. - Ich hoffe, ich habe verstanden, worum es geht, und den Sinn der Aussage nicht verändert. War nicht ganz leicht zu verstehen, der Satz ;-)

Siehe dazu auch

- Erträgliche und unerträgliche Bandwurmsätze (eine Art Fortsetzung dieses Posts)

- Leere Kalorien: Füllwörter,

- Fortsetzung: Ein deutsches Problem,

- Besser schreiben: Die Streichung von -ung.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Im Job gefragter denn je: klar formulieren können

He Wants Subjects, Verbs and Objects, so ist ein Interview mit Richard Anderson, dem Chef von Delta Air Lines, in der New York Times überschrieben. Denn was sucht Anderson bei Bewerbern um Führungspositionen? (Hervorhebungen von mir.)
Really good communication skills. More and more, the ability to speak well and write is important. You know, writing is not something that is taught as strongly as it should be in the educational curriculum. So you’re looking for communication skills...

I think this communication point is getting more and more important. People really have to be able to handle the written and spoken word. And when I say written word, I don’t mean PowerPoints. I don’t think PowerPoints help people think as clearly as they should because you don’t have to put a complete thought in place. You can just put a phrase with a bullet in front of it. And it doesn’t have a subject, a verb and an object, so you aren’t expressing complete thoughts. And a lot of what we do in communication, when you write e-mail, you need to express yourself very clearly so people understand whether we’re going to L.A. today or we’re going to Boston today.
Sich klar und verständlich ausdrücken zu können, ist also im Beruf wichtiger denn je. Leider lernt man das nur selten in der Schule.

Tipps finden Sie in meinem Buch:


Grundregeln des verständlichen Schreibens können Sie mit diesem Workshop in Buchform lernen:


Dienstag, 19. Mai 2009

Mein Rundum-Angebot für Schreiblernwillige

Gerade in der heutigen Zeit besteht eine entscheidende berufliche Qualifikation darin, dass man sich verständlich ausdrücken und gut lesbar formulieren kann. (Siehe mein vorheriger Post.) Der Eine oder die Andere hat damit (noch) Probleme. Doch Hilfe naht:

Mein Engagement für „Gutes und verständliches Schreiben“ umfasst ein ganzes Paket von Angeboten:
- das Blog, das Sie gerade lesen: www.schreibhandwerk.blogspot.com
- meinen Workshop „Gut und verständlich schreiben – in zehn einfachen Schritten“ als E-Book und als Print-Buch
- meinen Live-Workshop „Gut und verständlich schreiben – in zehn einfachen Schritten“
- das Lektorat von Texten aller Art
- Schreib-Coaching (Anfragen bitte an: schreibhandwerk@gmail.com )
Wie Sie sehen, ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Die Tipps hier im Blog sind sogar völlig kostenlos!

Da ich Biologin und Wissenschaftsjournalistin bin, richteten sich meine Angebote zunächst an Wissenschaftler. Von diesem Blog, meinem Buch, E-Book usw. kann jedoch jeder profitieren, der im Studium oder im Beruf viel schreibt, aber kein Profi-Autor ist.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Was bin ich? (Auch) Ein Schreibcoach

Ich tue so einiges, um meine Brötchen zu verdienen und die Miete zu bezahlen, und manchmal habe ich Schwierigkeiten, diese einzelnen Tätigkeiten zu benennen.

1. Journalistin
, oder genauer: freie Medizin- und Wissenschaftsjournalistin.

2. (Krimi)Autorin
.

So weit, so gut.

Schwieriger wird es schon, wenn es darum geht, dass ich Texte - meist von Wissenschaftlern - überarbeite. Was bin ich dann: Korrektorin, Redakteurin, Lektorin? Ja. Will sagen: alles davon trifft zu, mal mehr, mal weniger. Und wenn man großzügig ist, lässt sich das noch unter "journalistischen" Tätigkeiten, also Punkt 1, verbuchen.

3. Und schließlich unterrichte ich Workshops zum Thema "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" und habe auch ein Buch darüber geschrieben. Also steht auf meiner Website in der linken Spalte, in der man die verschiedenen Bereiche anklicken kann, Schreibdozentin. Aber das trifft es nicht ganz. Es greift zu kurz. Denn im Laufe eines Workshops beantworte ich Fragen und lese mir außerdem die Texte der Teilnehmer durch, um sie auf ihre jeweiligen stilistischen Schwächen hinzuweisen sowie auf Wege, wie sich diese beheben lassen. In meiner E-Mail-Signatur steht daher zur Zeit:

Dr. Ingrid Glomp
- Journalistin, Autorin, Schreibtrainerin -

Schreibtrainerin also. Oder auch: Schreibcoach?

Ausgelöst hat diese Überlegungen ein Post in Claudia Freys Blog, in dem sie eine Blogparade zum Thema Stark durch Coaching eröffnet hat.
Wie können Coaches/Berater/Therapeuten ihre Kunden (und sich selbst) so stärken, dass sie die Wirtschaftskrise meistern können?
fragt Claudia Frey die Bloggergemeinschaft.

Nun, mich selbst stärke ich, indem ich auf Vielfalt bei Tätigkeiten und Auftraggebern achte (s. o.) - mal ganz praktisch und prosaisch gedacht ;-)

Meine Kunden sind die Teilnehmer meines Workshops. (Natürlich auch Leser meiner Texte, Redakteure usw.)

Bleiben wir aber bei meinem Workshop. Schreiben, sich gut ausdrücken, klar und überzeugend formulieren zu können, ist heute wichtiger denn je. Gerade im Beruf. Fast jeder muss Berichte schreiben; Inhalte für Websites; Briefe und E-Mails an Klienten, Patienten oder Studienteilnehmer, an Chefs und Kollegen; Veröffentlichungen; und, nicht zu vergessen, Bewerbungen.

Richard Anderson, der Chef der amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines, erklärte in einem Interview, dass ihm bei Bewerbern eine Qualifikation besonders wichtig ist: Sie müssen sich gut, und vor allem klar, ausdrücken können.

In dieser Hinsicht versuche ich, die Teilnehmer meiner Workshops fit zu machen. Ich coache sie, wenn man so will, indem ich ihnen die wichtigsten Schreibregeln erkläre, die man beachten muss, damit ein Text verständlich und lesbar ist. Ich weise sie auf ihre speziellen Schwächen hin und mache Vorschläge, wie sich das, was sie geschrieben haben, verbessern lässt. Ganz entscheidend ist nämlich das Arbeiten mit und an eigenen Texten.

Wenn ich also auch kein Coach bin, der die Psyche stärkt, so vermittele ich doch hoffentlich Fähigkeiten, die auch speziell in diesen schwierigen Zeiten z. B. im Beruf nützlich sind.

Und wer weiß. Nietzsche hat einmal geschrieben:
Den Stil zu verbessern – das heißt den Gedanken verbessern
Kein schlechtes Coaching-Ziel, finde ich.

Dienstag, 12. Mai 2009

Eine Umfrage

Als Bloggerin schreibt man ja häufig ins Leere. Das heißt, man weiß nicht genau, ob das, was man postet, überhaupt jemanden interessiert. Deshalb habe ich am rechten Rand eine kleine Umfrage platziert, die bis Ende des Monats läuft.

Ich hoffe auf rege Beteiligung und bin gespannt.

Montag, 11. Mai 2009

Wie e-mailt man einem Professor auf Englisch?

So wie man jedem Menschen in jeder Sprache schreiben sollte: höflich.

Aber manche amerikanische Studenten haben damit ein Problem, wie die New York Times berichtet To: Professor@University.edu Subject: Why It's All About Me.

Einige amerikanische Professoren geben ihren Studenten im Internet Ratschläge , wie sie ihre E-Mails abfassen sollen, wenn sie eine Antwort bekommen möchten. Daraus können auch Studenten, für die Englisch eine Fremdsprache ist, etwas lernen.

Michael Leddy, Englisch-Professor an einem amerikanischen College, hat einen lesenswerten Post in seinem Blog geschrieben: How to e-mail a professor. Darin findet sich folgende Muster-Mail:
Hi Professor Leddy,

I'm working on my essay on William Carlos Williams and I'm not sure what to make of the last stanza of "Spring and All." I'm stuck trying to figure out what "It" is. Do you have a suggestion? Thanks!

Maggie Simpson
Eng 3703, MWF 10:00
(Unter dem Namen stehen hier noch die Kursnummer und die Zeit.) Das Hi lässt sich lt. Leddy auch durch Hello ersetzen, was mir etwas besser gefällt.

Alice Pawley ist Assistant Professor an der Purdue University. Sie hat sich kürzlich in dem Blog Sciencewomen ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt: How to write clear emails to your professor. Auch dieser Post enthält viele nützliche Ratschläge. Pawleys Muster-Mail sieht so aus:
From: astudent@purdue.edu
Date: October 24, 2007 11:45:48 AM GMT-04:00
To: apawley@purdue.edu
Subject: criterion 4 in the project for engr 126

Dear Dr. Pawley,
Our lab group was working on the class project for ENGR 126 and we didn't understand one of the requirements (#4). Can you please clarify for us what you mean by "what the experts say"?
Thanks
Astu Dent, Team 4

Weitere Links zum Thema:
Email Template to Contact Graduate School Professors

sowie

How to Email a Professor.

Meine Empfehlung
: Wenn man nicht weiß, wie der/die Betreffende angeredet werden möchte, sollte man sich für die höflichste Form entscheiden, also für die Anrede

Dear Professor Smith,

und enden mit einer Grußformel wie

Best regards,

oder

Thanks, (
das die beiden oben Genannten bevorzugen)

(Damit dürfte man auch bei britischen Professoren nichts falsch machen.) Der Antwort-Mail kann man dann häufig entnehmen, wie viel Förmlichkeit der/die Betreffende wünscht. Aber für den Anfang sollte man sich merken, dass auch viele amerikanische Professoren bei Mails von ihren Studenten Wert auf eine korrekte Anrede mit Titel legen.

Zur Frage "Titel in der E-Mail-Anrede", s. a. mein Post Anrede in englischen Briefen und E-Mails: Doktor-Titel nur für Ärzte?

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Freitag, 8. Mai 2009

Lob für mein E-Book

...aus berufenem Munde.

Ihr Buch/Ihr Workshop gefällt mir super: eben,
gut + verständlich = bestens!

Das sagt Sandra Uschtrin, Verlegerin und Herausgeberin der Autorenzeitschrift Federwelt, über mein E-Book Gut und verständlich schreiben.

Dienstag, 5. Mai 2009

Ausrufezeichen sind in!

Eine Renaissance der Ausrufezeichen glaubt Stuart Jeffries beobachtet zu haben, zumindest in informellen Texten wie E-Mails - wo sie meiner Meinung nach auch hingehören. Jeffries schreibt im "Guardian" sehr ausführlich und recht interessant über dieses Thema The joy of exclamation marks!

Was mich allerdings nachdenklich stimmt, ist, dass er seine Landsleute belehrt, dass wir Deutschen hinter die Anrede in einem Brief immer noch ein Ausrufezeichen setzen. Dabei benutzen wir doch, ich weiß gar nicht wie lange schon, wie die Briten das Komma!

Er erwähnt außerdem die Wissenschaftlerin Carol Waseleski, die eine Arbeit über Gender and the Use of Exclamation Points in Computer-Mediated Communication veröffentlicht hat. Sie hat untersucht, warum Frauen (häufiger) Ausrufezeichen verwenden, und kommt zu dem Schluss
By considering the context in which exclamations were used, and by adopting a more nuanced methodology than has been adopted in the past, the present study has demonstrated that exclamation points do more than function as markers of excitability; they can also function as markers of friendliness.
und fährt fort
...even though email is extensively used, it still lacks "universally agreed modes of behavior established by generations of use" (Crystal, 2001, p. 15) and precise means for conveying exactly the impressions the email sender wishes to convey. This study suggests that individuals of both genders can convey "friendliness" via the (non-excessive) use of exclamation points.
Da kann ich nur allen E-Mail-Schreibern zurufen: Seid nett zueinander!!!