Montag, 26. Oktober 2009

Noch einmal: unfreiwillig komisch

Kürzlich stieß ich in einer Pressemitteilung wieder einmal auf ein Beispiel, wie man seine Leser durch einen falschen Bezug zwischen Wörtern zum Nachdenken bringen oder amüsieren kann. (Je nach Persönlichkeit des Lesers.)
The Centers for Disease Control and Prevention (CDC) estimate that 26.9 million U.S. adults are affected by osteoarthritis with 16% (aged 45+ years) of those cases occurring in the knee. Approximately 18.7 % of symptomatic knee osteoarthritis patients are female and 13.5% are male.
Soso, 18,7 % der Patienten sind weiblich und 13,5% sind männlich. "Und der Rest?", fragt sich die verwirrte Leserin ;-)

Gemeint ist vermutlich, dass 18,6 % der Frauen und 13,5% der Männer mit Arthritis unter einer Kniearthritis leiden.

Noch mehr Beispiele gefällig? Klicken Sie auf Unfreiwillig komisch: Der falsche Bezug.

Und weil Sie solche Fehler vermeiden wollen, kaufen Sie am besten noch heute meinen Workshop Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Doppelte Verneinungen - die Ausnahme

Und schon muss ich mir selbst widersprechen. Zwar habe ich am Ende meines vorherigen Posts geschrieben:

Immer eine schlechte Idee: doppelte Verneinungen.

Doch wie so oft gibt es auch in diesem Fall ein Ausnahme: In seltenen Fällen gibt eine doppelte Verneinung einer Aussage Pfiff. Wie im folgenden Beispiel kann sie den Leser – mit leichter Ironie – veranlassen nachzudenken:

Männliche Erwartungen nicht zu erfüllen, ist nicht Richtschnur meines Handelns.

Das habe ich neulich so oder so ähnlich bei einer Journalistin gelesen. Ganz klar: In diesem Fall würde es erstens den Sinn entstellen, die beiden „nicht“ zu streichen. Und zweitens macht man sich als Leser gerne die Mühe, etwas länger nachzudenken, weil man mit einem Aha-Effekt belohnt wird.

Es muss also heißen: In den allermeisten Fällen ist die doppelte Verneinung eine schlechte Idee. In geschickten Händen kann sie jedoch zum eleganten Stilmittel werden.


Weitere Tipps gibt's hier:


 

Montag, 19. Oktober 2009

Nicht selten keine gute Idee: doppelte Verneinungen

Geben Sie's zu: Sie brauchten mehrere Anläufe, um die Überschrift dieses Posts zu verstehen. Wenn Sie sich überhaupt die Mühe gemacht haben.

Menschen verstehen negative Aussagen schlechter als positive (oder 'affirmative'). Genauer gesagt, benötigen sie mehr Zeit, um Verneinungen zu verstehen.

Sie können sich vorstellen, was bei einer doppelten Verneinung geschieht. Nicht wenigeViele Menschen verstehen eine doppelte Verneinung überhaupt nicht.

Zum Glück gibt es mehrere einfache Lösungen für dieses stilistische Problem:

- Streichen Sie beide Verneinungen. Aus der Überschrift wird dann: Selten eine gute Idee.

- Oder verkehren Sie eines der verneinten Wörter ins Gegenteil: Meistens keine gute Idee.

- Oder verkehren Sie beide Wörter ins Gegenteil: Meistens eine schlechte Idee.

Bei diesem Beispiel lassen sich alle Möglichkeiten anwenden. Ansonsten müssen Sie von Fall zu Fall ausprobieren, was am besten passt.

- Manchmal muss man auch umformulieren. Es gibt Sätze, da kann man die Verneinungen nicht einfach entfernen, weil sich dann der Sinn ändert. Beispiel: Hersteller müssen nicht zeigen, dass Vitamine keine Nebenwirkungen haben. Wenn ich das nicht und das keine entferne, entsteht ein völlig anderer Sinn. Stattdessen kann ich schreiben: Hersteller müssen Vitamine nicht auf Nebenwirkungen testen. Oder: Hersteller müssen nicht untersuchen, ob Vitamine Nebenwirkungen haben.

Ich gebe zu, ich habe beim Verfassen der Überschrift gemogelt, weil ich ein Beispiel benötigte, um die verschiedenen Lösungen vorzuführen.

Natürlich muss es heißen:

Immer eine schlechte Idee: doppelte Verneinungen.

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Freitag, 16. Oktober 2009

Empfehlungsschreiben auf Englisch, die 2.

Ich habe bemerkt, dass sich mein Post über das Schreiben von englischen Empfehlungsbriefen großer Beliebtheit erfreut. Deshalb gibt es hier, sozusagen auf vielfachen Wunsch, einen weiteren Link, dieses Mal zu Musterschreiben für viele Gelegenheiten: Top 10 Sample Recommendation Letters.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ein Jahr Schreibhandwerk: Die drei besten Buchtipps

Weiter geht's unter dem Motto "Das Beste aus einem Jahr Schreibhandwerk-Blog". Heute drei Links zu Posts mit Buchempfehlungen:

- Buchtipp,

- Writing Tools von Roy Clark,

- Englisch schreiben: zwei Buchempfehlungen.

Und außer Konkurrenz natürlich noch die beiden Ratgeber in diesem Post: Besser schreiben in Studium und Beruf.

Montag, 12. Oktober 2009

Ludwig Wittgenstein hat geschrieben...

"Man könnte den ganzen Sinn des Buches etwa in die Worte fassen: Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen."
(aus dem Vorwort zu seinem "Tractatus logico-philosophicus"; Hervorhebung von mir)



Freitag, 2. Oktober 2009

Jetzt in der Federwelt: der zweite Teil meines Schreibworkshops

Gerade erschienen: das Oktober/November-Heft der Federwelt mit dem zweiten Teil meines Schreibworkshops "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten".

Aber auch sonst ist diese Zeitschrift für Autorinnen und Autoren immer wieder lesenswert ;-)



Und wer auf die dritte und vierte Folge meines Workshops nicht warten möchte oder die erste Folge versäumt hat, der kann den gesamten Kurs auch als E-Book für günstige 8,50 € bei ciando erstehen. Einfach hier klicken.