Dienstag, 30. November 2010

Wissenschaftsjournalisten aufgepasst!




Mist. Ich finde keine Möglichkeit, das Bild zu verkleinern. Die vollständige Unterschrift lautet:

New rule for Science Journalism:
If your article can be summarized as "No." don't write it.

Hier ist das gesamte Bild samt Unterschrift zu besichtigen: Saturday Morning Breakfast Cereal.

Montag, 29. November 2010

Tweets zum Thema Schreiben (6)

Hier meine Tweets zum Thema Schreiben der vergangenen Woche:
RT
Reizt mich schon eine Weile: Kurz- in Tweets ->

Großartig! Ein , also ein in Form von Tweets der Detektivin @ Stichwort Autorin: @

Menschen lernen am besten aus .

Wir lieben und brauchen . Sie bleiben im Gedächtnis.

In geht es um Menschen, um menschliche Erfahrungen. Dadurch wirken Informationen authentisch und glaubwürdig.

Schon immer haben Gesellschaften und Kulturen ihre Werte und Glaubenssysteme in weitergegeben.

Kinder lernen aus – heutzutage also auch und vor allem aus Film und Fernsehenen.

Tim Burton Telling Crowd-Sourced Tale via Twitter via @ @

Hier kann man Tim Burtons Experiment verfolgen und selbst mitschreiben (wenn der jeweilige Tweet ausgewählt wird):

RT
If you want to write, keep a low overhead. – Grace Paley RT @ (Wie wahr...)

Etwas Werbung in eigener Sache: Sie alle loben meinen Schreibratgeber Mit neuer Empfehlung von Karina Odenthal

RT @ Zitieren, verlinken, Bilder veröffentlichen: Was ist erlaubt? Wo drohen Strafen?

RT
Sometimes a flat-footed sentence is what serves, so you don’t get all writerly: “He opened the door.” There, it’s open. – Amy Hempel

15-minute writing exercise closes the gender gap in university-level physics s.

RT
Leben vom ? Ein nützlicher Mythos - Ilja Braun bei @:

@: Ich schreibe wie Ingo Schulze lt. FAZ-Test ; Testobjekt: Der Anfang des Kurzkrimis, den ich morgen lese ...


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Dienstag, 23. November 2010

FBI entführt? Wenn der Bezug zwischen Wörtern nicht stimmt

Gitti Schimeck tweetete kürzlich:
Heutige Schlagzeile der Krone hadert auch ein wenig mit Grammatik "Entführer von FBI in Wien gefasst."
Da fragt man sich im ersten Moment: Das FBI? Entführt? Schuld ist der missverständliche Bezug zwischen den Wörtern in der Schlagzeile.

So wäre es eindeutig: Entführer in Wien von FBI gefasst. Noch besser: FBI fasst Entführer von [ergänzen] in Wien.

Die Verwirrung, die diese missverständliche Formulierung auslöst, ist ein guter Anlass, einen Beitrag zu wiederholen, den ich vor gut zwei Jahren gepostet habe. (Tipp für neue Leser: Stöbern Sie einmal im Archiv in Rubriken, die Sie interessieren, z. B. Grundlagen oder Tipps und Tricks.) Doch jetzt zu meinem Post:

Unfreiwillig komisch: Der falsche Bezug

Heute beginne ich mit zwei Beispielen (die unfreiwillig komischen finden Sie gegen Ende des Beitrags):

Besonders gefährdet sind Lendenwirbelsäule und Hüfte. Hier
(in der Wirbelsäule?) kann es im Alter zu den gefürchteten Oberschenkelhalsbrüchen kommen.

Der Zufall hat zwei völlig unterschiedliche Gesichter, meint Autor X in seinem Buch. Der (Das) eine (zu ergänzen: "Gesicht") ist der Zufall erster Ordnung.

Hier knirscht es, weil der Bezug zwischen den Sätzen nicht stimmt. Das ist wie Sand im Getriebe. Auch wenn den meisten Lesern vermutlich nicht sofort klar ist, warum sie bei diesen Textpassagen hängen bleiben: Alles, was stört, hemmt den Lesefluss und muss raus.

Als Verlag, Redaktion oder Werbeagentur sind Ihre Texte das Aushängeschild Ihres Unternehmens.
Das ist ein Fehler, der häufig gemacht wird. Das nächste Substantiv nach dem „als“-Konstrukt ist „Texte“. Die sind aber kein Verlag usw.

Ich hätte beinahe einmal geschrieben:
Als Medizinjournalistin gehört das klinische Wörterbuch "Der Pschyrembel" seit Langem zu meinem Handwerkszeug. Dabei hat "Der Pschyrembel" zwar mit Medizin zu tun, ist aber, wie jeder weiß, gewiss keine Journalistin.

Ein anderes Beispiel:
In Bremen stießen prominente TV-Journalisten auf ein interessiertes Publikum: darunter Ranga Yogeshwar, Moderator von "Quarks & Co." (WDR) sowie "W wie Wissen" (ARD). Er startete die Diskussion...
Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich denke, Yogeshwar saß nicht im Publikum. Gemeint war vielmehr:
In Bremen stießen prominente TV-Journalisten
, unter ihnen Ranga Yogeshwar, auf ein interessiertes Publikum. Yogeshwar moderiert "Quarks & Co." (WDR) sowie "W wie Wissen" (ARD). Er startete...

Auch so kann es danebengehen: Unsere Gesellschaft wird immer dicker und älter - Prävention ist im deutschen Gesundheitswesen kaum vorgesehen.
Wie man dem Dickerwerden vorbeugen will, kann ich mir vorstellen. Aber dem Älterwerden?

Das Problem ist also: Ein unklarer oder falscher Bezug zwischen Satzteilen oder Sätzen verwirrt den Leser. Möglicherweise amüsiert er ihn auch. Auf alle Fälle bleibt man hängen. Man denkt nach, man grübelt. Sobald nicht klar ist, worauf ein Wort sich bezieht, kann der Leser nicht mehr mühelos folgen. Worst case-Szenario: Er hört ganz auf zu lesen, weil ihm einfällt, dass er noch anderes zu tun hat.

Lesen Sie also Ihren Text sorgfältig und prüfen Sie, ob der Bezug zwischen Satzelementen und von Satz zu Satz jeweils logisch und stimmig ist. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Wörter oder Sätze eingefügt oder gestrichen haben.

Und hier die versprochenen Fundstücke, die mich schmunzeln ließen:

Kann ein Fußball schneller fliegen als der Fuß, der ihn getreten hat? Das ist aber gar nicht gut, wenn der Fuß fliegt. Gemeint ist …, als der Fuß sich bewegt, der ihn tritt? (Die Antwort lautet: Ja.)

Neben den riesigen Oberpflegern sind auch noch alle Fenster vergittert. Der Satz stammt aus einem Aufsatz über „Die Physiker“ von Dürrenmatt. Statt "als" wie weiter vorn bereitet hier "neben" das Problem.

Aus der Beschreibung einer Fernsehkrimifolge: Als die Leiche des Werkstattbesitzers aufgefunden wird, in dem das Unfallauto repariert wurde, ahnen die Kommissare, welchen Umfang der Handel mit gefälschten Ersatzteilen hat. Kein Wunder, dass er tot ist der Werkstattbesitzer. Wenn in ihm ein Auto repariert wurde...

The baby was delivered, the cord clamped and cut, and handed to the pediatrician, who breathed and cried immediately.

The patient lives at home with his mother, father, and pet turtle, who is presently enrolled in day care three times a week. Wie wäre es mit "and" statt "who"?

Dabei wird deutlich, dass sich hinter dem Gesicht des „freundlichen Nachbarn“ auch eine hässliche Fratze verbergen könnte, die urplötzlich losschlägt und seinem Opfer einen grauenvollen Tod beschert. Das Problem: eine Fratze, die „losschlägt“ (hier sind zwei Bilder vermischt, die nicht zusammenpassen). Es entsteht, weil statt "die" "der" stehen müsste, denn vermutlich ist der Nachbar gemeint. Das lässt auch das "seinem" vor Opfer vermuten. Nur steht das Wort "Nachbar" im Satz zu weit entfernt vom Relativsatz, als dass man "die" einfach durch "der" ersetzen könnte. Hier kommt der Autor nicht daran vorbei, die verwendeten Bilder noch einmal gründlich zu überdenken und den Satz (besser: zwei Sätze?) neu zu formulieren.

Als Schmankerl zum Schluss diese Meldung aus der Rubrik Feedback des New Scientists vom 22. September 2007:

Lethal speech

IAN DARBY of Queensland, Australia, was reading The Ramsay Way - the corporate newsletter of Ramsay Health Care - when he stumbled upon a surprising sentence in a report that was headed "Prime Minister honours ANZACS at Greenslopes Private Hospital dawn service".

"The Prime Minister," the report said, "reminded all Australians that they 'owe so much' to the more than 100,000 troops who died in battle during the delivery of his Special Address."

Darby wonders whether lives could have been saved if the PM's speech had been shorter: "Perhaps the carnage could have been completely avoided if the PM had remained silent."

Lesen Sie auch:

Hier wird's holprig,

Unfallgefahr: Wenn Adjektive auf zusammengesetzte Substantive prallen,

Noch einmal: unfreiwillig komisch

und

Wieder einmal Spaß mit dem falschen Bezug
.

Wenn Sie noch mehr lernen möchten über stilistische Fallstricke und wie man sie vermeidet, empfehle ich meinen Schreibratgeber "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten":

als gedrucktes Buch


oder, wenn Sie es besonders eilig haben, als günstigeres EBook bei verschiedenen Anbietern.

Neugierig? Das sagen Experten zu meinem Buch.

Montag, 22. November 2010

Tweets zum Thema Schreiben (5)

Hier meine Tweets zum Thema Schreiben der vergangenen Woche:
Gute Geschichten: lebensgroße ("normale") Menschen in über-lebensgroßen Situationen .

Ein Element guter Geschichten: gewöhnliche Menschen in ungewöhnlichen Situationen.

Gute Geschichten handeln von Menschen in (für sie selbst oder für den Leser) ungewöhnlichen Situationen.

Compelling stories (books or films): the main character needs to be great company.

Wie nennt man jemanden mit multiplen Persönlichkeiten, die alle zu Wort kommen wollen? Schriftsteller.

Autoren sind Menschen, die Stimmen hören und aufschreiben, was sie sagen.

What makes a good ? The reader needs to care about the characters. Otherwise she's not interested in "what happens next".

Donnerstag, 18. November 2010

Englisch schreiben: Hilfen im Internet

Lifehacker listet im Post The Best Language Tools for Geeks verschiedene Tools und Websites auf, die beim Verwenden der englischen Sprache hilfreich sein können.Gedacht für Muttersprachler, aber nützlich für jeden, der viel auf Englisch schreibt.

Besonders gut gefällt mir After the Deadline, das viele Möglichkeiten zu bieten scheint.

Dienstag, 16. November 2010

E-Books: Eine Chance für AutorInnen

Innerhalb weniger Tage habe ich mehrere positive, optimistische Äußerungen von AutorInnen zu den Möglichkeiten des E-Books entdeckt.

Als Erstes hat mich Iris Leister auf diesen ausführlichen Artikel von Cora Stephan (alias Anne Chaplet) aufmerksam gemacht: Revolution in der Gutenberg-Galaxis. Dort schreibt Stephan u. a.:
Amazon stellt seit kurzem eine Plattform zur Verfügung, auf der Autoren ihre Bücher selbst veröffentlichen können – und zwar auch ohne Verlag. Man will dabei die Autoren mit 70 Prozent am Erlös beteiligen (zum Vergleich: An den Buchhandel gehen bis anhin um die 50 Prozent). Auch Apple verhandelt momentan mit den sechs grössten amerikanischen Verlagsgruppen über ähnliche Konditionen. Eine Revolution? Zweifellos. Nur in Europa versucht man die Sache zu verschlafen.

Auch die Autoren schlummern fest. Sie sollten vielleicht einfach einmal nachrechnen: 70 Prozent von 3 Euro oder 10 Prozent von 20 Euro oder 6 Prozent von 9 Euro? Ach? Genau.

Dann fand ich ein Interview mit Rebecca Gablé, mit dieser interessanten Frage und Antwort:
Würden Sie Ihre Romane gerne ins Englische übersetzen lassen?

Gablé Da tun sich gerade mit E-Books durchaus interessante Möglichkeit auf. In den USA hat Amazon zum Beispiel einen eigenen Verlag nur für Übersetzungen gegründet.

Und schließlich sagte John Grisham kürzlich im Wall Street Journal:
The e-book sales are astonishing. Would anybody have thought that a year ago? The future has arrived, and we're looking at it.
E-Books sind für Autoren also kein Grund zum Fürchten, sondern zur Freude, weil sie neue Möglichkeiten bieten.

Einige meiner Gedanken zum E-Book habe ich in diesem früheren Post notiert.

Montag, 15. November 2010

Tweets zum Thema Schreiben (4)

Hier wie gewöhnlich meine Tweets zum Thema Schreiben der vergangenen Woche:
Daran muss ich mich als Autorin manchmal erinnern: Wenn alle nett sind und vernünftig handeln, gibt es keine Geschichte.

Set Up a Writing System that Stays Out of Your Way via @ Anm.: Ich verwende Dropbox

Paris Review - The Art of Fiction No. 203, Ray Bradbury via @ - wunderbares Interview übers und mehr

Bright Passages - first part (about lead paragraphs and role of humor) is inspiring.

Paris Review - The Art of Nonfiction No. 3, John McPhee - hochinteressant

RT
Tipp aus dem Lektorat: Rechtschreibung blitzschnell checken bei SUCHE rechts "in der Duden-Suche" wählen und links Wort tippen

Apropos Fachjargon und Bandwurmsätze: Wenn ich lese, will ich nicht arbeiten. Lernen ist okay, aber nicht Arbeiten.

Disruptive Storytelling plus 6 neue W Das Interessanteste steht am Schluss: die neuen 6 W-Fragen

@ Ich schreibe auch wie Sigmund Freud. (Lt. FAZ-Test mit einem Artikel über psychol. Thema)

@ Toller Post. Und danke für den Tipp mit Storybook. Habe es mir gleich runtergeladen und werde es sicher mal ausprobieren.

Wenn Ihnen meine Tweets gefallen, folgen Sie mir bei
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Donnerstag, 11. November 2010

Es gibt kein hier und heute im Gestern

Heute melde ich mich als stilistische Erbsenzählerin zu Wort.

Wenn Sie eine Geschichte in der Vergangenheitsform erzählen, zum Beispiel einen Roman, sollten Sie alle „heute“, „jetzt“ und „hier“ streichen. Denn Sie erzählen jetzt etwas, und wo Sie sind, ist hier. Was Ihre Figuren erlebt haben, muss sich dann zu einer anderen Zeit und höchstwahrscheinlich an einem anderen Ort zugetragen haben.

Beispiele:
Ming – oder Mike, wie sie ihn ab jetzt von da an nannten – war offensichtlich Kettenraucher.
Hier Dort, wo sie ihr Auto für die Überwachung geparkt hatte, kamen zum Glück nur wenige Menschen vorbei.

Eine Ausnahme bilden offensichtlich die direkte Rede oder die Gedanken einer Figur. Ihre Detektivin darf natürlich sagen (oder denken): „Ich werde der Sache ein Ende machen, und zwar hier und jetzt.“

PS: Ich weiß, diese Regel lässt sich nicht einhundertprozentig befolgen. Aber das Nicht-Einhalten geschieht es auf eigene Gefahr. Denn oft genug stört ein unpassendes "hier" und "jetzt" beim Lesen - und sei es nur unbewusst.

Mittwoch, 10. November 2010

Kurzkrimis

Mein Linktipp heute: The Pen's in My Hand, Ending Unplanned*. Was der Titel nicht vermuten lässt: Es geht in dem Post von um Kurzkrimis (von angelsächsischen Autoren). Und um eine interessante Idee: Kürzestkrimis von 50 Wörtern.

Apropos Kurzkrimis: Einige Geschichten aus meiner Feder (bzw. meinem PC) können Sie im Bonus-Material meiner Website finden, andere in verschiedenen Anthologien. Diese Krimis sind allerdings deutlich länger als 50 Wörter ;-)

Dienstag, 9. November 2010

Tess Gerritsen hat gesagt ...

"When I write, I want my reader to be so swept into the story that they don't notice my style or even the fact that it's a writer telling that story." Nachzulesen in diesem Interview.
Nachtrag 9.11.10 9:00 Uhr: Im Moment (?) funktioniert der Link zu www.thecrimeofitall.com, wo das Interview zu lesen ist, leider nicht.

Montag, 8. November 2010

Tweets zum Thema Schreiben (3)

Hier meine Tweets zum Thema Schreiben aus der vergangenen Woche:
Wenn der Leser sich anstrengen muss, hat der Autor sich nicht genug Mühe gegeben.

RT
Kurt Tucholsky übers Schreiben von Essays

Autoren stehlen Formulierungen, Beobachtungen, Ideen. Das nennt man Recherche. ;-)

RT @ Why (and How) I Decided to Self-Publish ‘Focus’

Mir wurden für das eines Sachbuchs 8% vom Verlagserlös (ca. 4% vom Nettopreis) angeboten.
Wenn ein so wenig zu einem Buch beiträgt (4%?), warum nicht ganz auf ihn verzichten? Lorem ipsum dolor sit amet, ...

Freitag, 5. November 2010

Ein kleines Beispiel aus dem täglichen Lesen

Gerade habe ich diesen Satz in einem Stellenangebot gefunden:
Sie haben bereits erfolgreich bewiesen, dass Sie Autoren akquirieren und steuern können ...
Da hat wohl jemand meinen Post Entlarvt: "Erfolgreich" ist ein typisches Füllwort nicht gelesen ;-)

Auf den Punkt gebracht: Ersetzen Sie "erfolgreich" in Gedanken durch "erfolglos". Wenn ein Satz dann keinen Sinn ergibt (s. Beispiel oben), wissen Sie, was zu tun ist. Genau. Markieren Sie "erfolgreich" und drücken Sie auf DEL(ETE).

Donnerstag, 4. November 2010

E-Books: Gedanken einer Leserin und Autorin

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema E-Books und denke:

1. Sie werden in Zukunft einen großen Teil des Buchmarkts ausmachen, aber Papierbücher nicht völlig verdrängen. Weil sie, zumindest für den Kindle von Amazon, so spielend leicht zu erwerben sind, werden sie den Buchverkauf ankurbeln. Das deutet sich, soweit ich weiß, schon jetzt an.

2. Als Leserin habe ich mir gerade einen iPod Touch gekauft und die Kindle-Software installiert. Man kann sie auf verschiedenen Apparaten (PCs etc.) installieren, braucht also nicht unbedingt das Lesegerät von Amazon. Vorgestern Abend habe ich zum ersten Mal einen Krimi auf dem iPod gelesen und nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit ging das erstaunlich gut, obwohl der iPod-Bildschirm wirklich klein ist.

Der Vorteil für mich als Leserin: Manche Bücher sind günstiger. Wobei das gerade bei manchen deutschen Verlagen leider nicht gilt (ich habe sogar schon erlebt, dass ein E-Book teurer war als das gedruckte). Außerdem habe ich herausgefunden habe, dass ich für einen Krimi, für den der amerikanische Autor 2,99 $ auf Amazon.com verlangt als "internationaler" Kunde 5,74 $ bezahlen muss. Mich würde schon interessieren, wer die Differenz bekommt. Bestimmt nicht der Autor. Aber die Tendenz geht dahin, dass E-Books preiswerter sind als gedruckte.

Ein großer Vorteil: Man spart Platz, besonders wichtig auf Reisen. Man kann das Buch nicht "verlieren" oder "verlegen", denn wenn ein Gerät z. B. kaputt geht, kann man sich das Buch auf ein anderes laden (jedenfalls beim Kindle; Bücher des Anbieters ciando wiederum kann man zumindest auch online lesen). Nachteil: Man kann Bücher (noch) nicht verleihen. Obwohl es bei Amazon (bald? schon?) die Möglichkeit zum einmaligen Verleihen für zwei Wochen geben soll.

3. Als Autorin bin ich ein Fan von Amazon/Kindle, weil die Konditionen für Autoren sehr günstig sind. Wenn die Bücher in den USA oder UK verkauft werden, erhält der Autor 70 % des Preises minus "Lieferkosten". Amazon gibt folgendes Beispiel:
For a US Dollar sale, if your book has a file size of 0.400 megabytes and a List Price of $8.99, the Delivery Cost for a sale in US Dollars will be $0.06 (0.400 MB x $0.15 = $0.06), and your Royalty will be $6.25 (($8.99 – $0.06) x 70% = $6.25).
Nachzulesen hier.

Eine deutsche Krimiautorin habe ich auch schon bei Amazon. com und Amazon.co.uk entdeckt: Gesine Schulz.

Bei Verhandlungen mit Verlagen sollten Autoren die Entwicklungen im Auge behalten und bei Verträgen für E-Buch-Rechte bessere Konditionen als für Papierbücher fordern, denn die Verlage sparen sich einiges (Papier, Lager, Transport ...) und wenn ein Autor direkt zu Amazon geht, bekommt er bis zu 70 % (s. o.). Auf keinen Fall werde ich in Zukunft einen Vertrag unterschreiben, ohne mir genau anzuschauen, wie es mit den E-Book-Rechten aussieht bzw. wie sie vergütet werden. Denn selbst wenn E-Books im Moment noch einen recht kleinen Marktanteil haben, kann das in drei, fünf oder zehn Jahren schon ganz anders aussehen.

Vor Raubkopien habe ich übrigens keine Angst, denn ich denke, der positive Effekt der Werbung überwiegt. Es gibt mindestens eine Studie, die zeigt, dass die Leute, die Musik raubkopieren, auch die sind, die sehr viel Musik kaufen (hier noch eine). Wie der Autor Paulo Coelho diesen Effekt für seine Buchverkäufe in Russland genutzt hat, kann man hier nachlesen und hier. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich dem Verleger Ralph Möllers zustimme der sagt: "DRM ist böse."

Ich denke, der Krimiautor J. A. Konrath hat Recht, wenn er sagt, E-Books verkaufen sich dann gut, wenn sie komfortabler (runterzuladen usw.) sind als Raubkopien oder zumindest ebenso einfach zu handhaben und wenn sie billig sind. Dann gibt es keinen Grund für den Leser, Raubkopien mehr oder weniger mühsam zu suchen usw. Beim Verlag (und beim Autor, wenn sein Anteil angemessen ist) käme auch bei niedrigen Preisen durch die gestiegene Anzahl der Verkäufe genug Geld in die Kasse. Falls man auf einen Verlag verzichten kann und will, dann kann der Verkauf über Amazon Monat für Monat ein schönes Sümmchen auf das Konto spülen. (Wenn man Glück hat, gut schreibt und/oder ein Händchen für PR hat.) Über all das schreibt Konrath sehr ausführlich in seinem empfehlenswerten Blog.

Nachtrag (vom 12.1.11) zum Thema Raubkopien:
1. Joanna Penn fragt Piracy vs Obscurity: Which Is Worse For Authors?
2. Johannes Haupt schreibt (die Überschrift ist etwas irreführend) iPad beflügelt eBook-Piraterie

Kurz: E-Books sind ein Thema, an dem LeserInnen und AutorInnen in Zukunft kaum vorbeikommen.

Für alle, die es ausprobieren möchten: Beim Project Gutenberg*gibt es viele kostenlose E-Books (Bücher, deren Rechte abgelaufen sind) für verschiedene Reader. Beim E-Book-Anbieter ciando ist der Donnerstag, also z. B. heute, freeBook-Day, d. h. es gibt ein E-Book umsonst. Ich selbst habe es allerdings noch nicht ausprobiert. Zu ciando: Die E-Books, die dort angeboten sind, funktionieren auf einigen Readern (nicht jedoch Kindle), einigen Smartphones und auf PCs. Von mir gibt es dort einen Schreibratgeber:

* hier der Link zum deutschen Projekt Gutenberg. Ich weiß allerdings nicht, in welchen Formaten die Texte vorliegen.


Dienstag, 2. November 2010

Beschwerden schreiben auf Englisch

Nützlicher Post bei Lifehacker: Use This Template to Write Concise, Effective Complaints When Companies Piss You Off. Wie der Titel verspricht, enthält der Artikel (am Ende) einen Mustertext.

Montag, 1. November 2010

Tweets zum Thema Schreiben (2)

Hier meine Tweets zum Thema Schreiben aus der vergangenen Woche:
Autoren-Triathlon: , Überarbeiten, Einschicken.

Blog über the story behind the best science stories für alle, die sich mit beschäftigen

In einem Genre (wie ) zu , ist wie das Schreiben von Sonetten. S. Goethe: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.“

Jane Austen didn't write good -- and might have flunked English, new study says.

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