Sonntag, 20. November 2011

Wo man meinen Schreibratgeber findet ...

Meinen neuen Ratgeber Der Schreibcoach kann man in Buchhandlungen in speziellen Regalen der Beck kompakt-Reihe entdecken - wie hier am Kölner Flughafen:

Das Foto hat mir der Lektor vom C. H. Beck Verlag vor Kurzem gemailt und der Anblick lässt mein Autorinnenherz höher schlagen ;-) Hier noch ein Ausschnitt, auf dem man mein Buch und sein Umfeld besser erkennen kann:

Ein vielfältiges Angebot, in dem mein Büchlein gut aufgehoben ist, finde ich.

Falls Sie keine Buchandlung in der Nähe haben, bekommen Sie den Ratgeber natürlich auch hier:



Und wenn Sie jetzt neugierig sind: Weitere Informationen über meine beiden Schreibratgeber finden Sie in diesem Post.

Dienstag, 15. November 2011

Jonathan Nolan sagt ...

I think “Write what you know” is the least useful maxim for writers. It’s nonsense. You should write whatever you want, and I tend to write out of a more science fiction or more slightly heightened arena.
Jonathan Nolan ist Drehbuchautor (z. B. für die Batmanfilme The Dark Knight und The Dark Knight Rises) und Showrunner/Autor der neuen amerikanischen TV-Serie Person of Interest. Das Zitat stammt aus einem Interview, das Shira Gotshalk von der WGA,West mit ihm geführt hat.

Nolan hat dabei noch etwas anderes gesagt, das ich wichtig finde, nämlich zum Thema Humor:
What I was taught about drama was you go there to raise the stakes as much as possible. What I do believe in order to get people to that, for lack of a better word, to get them to that dark place, you have to build a certain amount of levity. I spend as much time thinking about that, the lighter moments in each script. I don’t think scripts like Dark Knight or Prestige are remembered necessarily for the levity, but I certainly spent as much time worrying about the humor in the scripts and the lightness in moments.
Und weiter:
The unrelenting bleakness of some scripts ends up feeling hollow to me. It’s a little like with jumping into a pool of freezing water, all your nerves go numb after a while, you stop feeling, ...
Nur im Kontrast zu leichteren Momenten können die dramatischen ihre Wirkung entfalten.

Filme nach Drehbüchern von Jonathan Nolan (Co-Autor sein Bruder Christopher, der auch bei beiden Filmen Regie führte):







Der Film "Memento" beruht auf einer Kurzgeschichte von Jonathan Nolan (Drehbuch und Regie: Christopher Nolan):


Dienstag, 8. November 2011

Kindle und Co.: Mehr Freiheit für Autoren

Ich habe in letzter Zeit mehrere empfehlenswerte Blogposts von Indie-Autoren gelesen, die mir zu denken gaben, und zwar im positiven Sinne:

1. Das Abenteuer geht weiter von Petra van Cronenburg
Dort schreibt sie u. a.:
Self Publishing ist zur echten Option geworden, vor allem, wenn man auf die guten outgesourcten Lektorinnen und Grafikerinnen zurückgreifen kann, die gelernt haben, wie man ein gutes Buch macht. Schmuddel-Image wird eigentlich nur noch in Kollegenkreisen oder der Verlagswelt kolportiert, den Leserinnen ist es längst herzlich egal, welcher Verlag auf dem Cover steht.
Und:
... zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich der Buchmarkt völlig neu strukturiert, dass das "Prinzip Buch" diesmal vom Leser neu definiert wird ...

... Aber wie viele Verlage schanzen einem lausige Lektoren zu, machen keinerlei Werbung fürs Buch, verramschen nach Rekordzeiten? Plötzlich haben wir Autoren eine Wahl. Wir sind nicht mehr Bittsteller, wir können Nein sagen.
Über Verlagsreaktionen zu einem neuen Buchprojekt schließlich schreibt sie:
Für jeden dieser Verlage müsste ich mein Thema genau auf dessen absolut nischiges Programm zurechtbürsten - und nicht auf das, was dem Thema am besten täte... Früher hätte ich Kompromisse geschlossen. Schlimmer noch: Ich hätte demütig meine Exposées geschrieben, für jeden ein anderes. Hätte meine Idee zigmal umgebürstet und die Runde gemacht und ewig gewartet und gebangt.
Aber heute nicht mehr, denn
Mein nächstes Sachbuch wird also wieder im Self Publishing entstehen.
2. You Aren't Asking the Right Questions von CJ Lyons
Fragen nach ihrem Erfolgsgeheimnis beantwortet die Thrillerautorin so:
“what” I did was put my readers first. By giving them a chance for free books. By risking putting my bestseller on sale. By sharing my hopes and dreams through my Lyons’ Tales newsletter.
Und weiter:
WHY do I not spend a lot of time tweeting or facebooking or blogging or fill in the blank of the current trendy promo tool? Because I need my time and energy to write and I feel my books are my best promotional tools. If I use my time to get more books out there, I’m keeping my readers happy and increasing my chances to find new ones.
...
... every decision ... focused on one thing. What would make my readers happy.
Not make every reader happy. That’s beyond my power. I focused on my readers. The people who respond to my Thrillers with Heart.
3. Doing the Unthinkable von Lee Goldberg.
Lassen wir den Autor der Monk-Krimis selbst erzählen, was er Undenkbares getan hat:
I am walking away from a hugely successful book series, one published in multiple languages around the world, and from the certainty of another three-book contract and an increase in my advance.
There was a time, not so long ago, when the idea of ending a hit book series ... with a major publisher would have been inconceivable to me and just about every author I know.
But the publishing world has completely changed.
So war es früher:
The Monk books, like the Diagnosis Murder novels that I wrote before, were licensed tie-ins.
...
I am still very proud of the books…which is why I find it incredibly frustrating that I have written 22 novels that I dearly love but that don’t belong to me.
They belong to studios.
Und jetzt?
Instead of writing two books a year for Penguin/Putman, I will be writing that many books… or more…for myself that I own.
...
It’s a bold, exciting new world for authors and I haven’t been this excited about writing since I was a teenager.

Bei der Lektüre dieser Posts ist mir Zweierlei noch einmal ganz klar geworden:
Weil ich meinen Thriller OHNE SKRUPEL selbst und ohne Verlag als Kindle-EBook veröffentlicht habe,
- brauchte ich keinen Verlag zu suchen,
- denn/und der Leser steht im Mittelpunkt.

Das muss man sich einmal klar machen. Bei dieser neuen Art des Buchveröffentlichens spielen nur zwei Personen eine Rolle: der Autor und der Leser. Es gibt keine Vermittler mehr.

Das bringt uns Autoren nicht nur die bekannten Vorteile:
- mehr Geld pro Buch,
- mehr Kontrolle (über den Text, das Cover, den Preis, das Erscheinungsdatum, die Rechte ...).

Ich brauchte auch nicht um einen Verlag für meinen Thriller zu buhlen (oder gar in einem vorgeschalteten Schritt zusätzlich um eine Agentur). S. die Auszüge aus Petra van Cronenburgs Post. Ich brauchte keine Exposees zu schreiben, keine Beschreibungen meiner Hauptfiguren, keine Anschreiben - und das (vermutlich) vielfach, auf die Vorgaben der jeweiligen Ansprechpartner zugeschnitten und immer wieder auf Hochglanz poliert.
Ich brauchte nicht auf Antworten zu warten.
Ich brauchte den Plot nicht auf Wunsch umzubauen, und das evtl. wieder und wieder.

Dass ich das nicht mehr zu tun brauche, ist ungemein befreiend - und zeitsparend. Meine Energie kann ich statt in das Schreiben von Exposees usw. in das Schreiben von Geschichten stecken. Zum Beispiel des zweiten Bands meiner Thriller-Reihe.

Die Leser stehen im Mittelpunkt, s. der Post von CJ Lyons. Ihnen muss mein Buch gefallen bzw. noch nicht einmal allen, sondern nur einer genügend großen Anzahl. Auch das ist befreiend. Denn natürlich werde ich mir die Anmerkungen meiner Betaleser, die meinem Zielpublikum entsprechen, zu Herzen nehmen. Und auch Kritiken werde ich aufmerksam lesen. Aber ich kann, solange ich genügend Leser finde, die Geschichten schreiben, die ich will. Und wie ich will*.

Aufregende Zeiten für Autoren (s. Lee Goldbergs Post).

*Das bezieht sich auch auf die Form. Schon veröffentlichen Autoren Kurzgeschichten und Novellen, die wegen mangelnder Länge bei Verlagen schwer bis gar nicht unterzubringen waren. Vermutlich finden diese Texte nicht so viele Leser wie ausgewachsene Romane - aber die Autoren können selbst entscheiden, ob ihnen das genügt. Meine Thriller haben längenmäßig eher die gegenteilige Tendenz - aber auch da brauche ich bei einem Kindle-EBook keine Rücksicht auf irgendwelche Vorgaben oder Standards zu nehmen.

Mein neuer Thriller



Und hier je ein Buch der drei zitierten bloggenden SchriftstellerInnen:









Mittwoch, 2. November 2011

Kampf der nominalen Verdichtung

Wie die Zeit vergeht. Vor gut drei Jahren habe ich diesen Post geschrieben: Besser schreiben: Die Streichung von -ung. Doch was soll ich sagen? Anhäuf-ungen von substantivierten Verben sind immer noch verbreitet. Immer noch finde ich Sätze wie diesen:

Die Entscheidung des Bauherrn zur Umsetzung der Vorgaben zur Kosteneinsparung aus dem Lenkungskreis führte zur Verringerung der Ausgaben.

Eine solche Anhäufung von Substantiven macht einen Satz sperrig und schwer lesbar. Zum Glück verbergen sich in einigen der Hauptwörter Verben.

Im ersten Schritt wandeln wir also Entscheidung, Umsetzung und Verringerung in die entsprechenden Verben um:

Der Bauherr entschied sich, die Vorgaben des Lenkungskreises zur Kosteneinsparung umzusetzen, was die Ausgaben verringerte.

Zweitens ist es überflüssig zu erwähnen, dass der Bauherr sich entschied, denn das geht aus seiner Handlung hervor. Mein Vorschlag sieht daher so aus:

Der Bauherr setzte die Vorgaben des Lenkungskreises zur Kosteneinsparung um und verringerte so die Ausgaben.

Man könnte Kosteneinsparung auch noch umwandeln, aber ich finde, der Satz ist auch so klar und verständlich (wenn auch nicht besonders elegant).

Viele weitere Tipps für einen guten Schreibstil finden Sie in meinen Ratgebern.