Mittwoch, 10. April 2013

Schreiben im Überfluss? Nein danke

Frage: Was haben die folgenden Sätze gemeinsam?

Die Messung der Servicequalität ist ein integraler Bestandteil unseres Angebots.
Idealerweise haben Sie die Fähigkeit, erfolgreich im Team zu arbeiten.
Im Rahmen der Studie befragten die Wissenschaftler insgesamt 48 Betroffene.
Um insbesondere die vielfältigen und komplizierten regulatorischen Anforderungen konsequent zu berücksichtigen, benötigt man qualifizierte Mitarbeitern, die klinische Studien effektiv realisieren können.
Diese Ziele werden auch nach Auslaufen der Förderung kontinuierlich weiterverfolgt.
Sie reisten rund um den ganzen Globus.
Der Vorteil der Methode: Eine intensive Hormonbehandlung ist hier nicht nötig.
Bald soll es losgehen: Es fehlt nur noch die finale Unterschrift des Stars.
Hochwasserlage an Spree und Neiße geht zurück

Sie klingen gestelzt? Aufgebläht? Gewunden?
Die Antwort lautet: In allen lässt sich etwas streichen.

Die Messung der Servicequalität ist ein integraler Bestandteil unseres Angebots.
-> Die Messung der Servicequalität ist ein Bestandteil unseres Angebots.
Idealerweise haben Sie die Fähigkeit, erfolgreich im Team zu arbeiten.
->Idealerweise haben Sie die Fähigkeit, im Team zu arbeiten.
Im Rahmen der Studie befragten die Wissenschaftler insgesamt 48 Betroffene.
->Im Rahmen der Studie befragten die Wissenschaftler 48 Betroffene.
Um insbesondere die vielfältigen und komplizierten regulatorischen Anforderungen konsequent zu berücksichtigen, benötigt man qualifizierte Mitarbeitern, die klinische Studien effektiv durchführen können.
-> Um die vielfältigen und komplizierten regulatorischen Anforderungen zu berücksichtigen, benötigt man qualifizierte Mitarbeitern, die klinische Studien durchführen können.
Diese Ziele werden auch nach Auslaufen der Förderung kontinuierlich weiterverfolgt.
-> Diese Ziele werden auch nach Auslaufen der Förderung weiterverfolgt.
Sie reisten rund um den ganzen Globus.
->Sie reisten rund um den Globus.
Der Vorteil der Methode: Eine intensive Hormonbehandlung ist hier nicht nötig.
-> Der Vorteil der Methode: Eine intensive Hormonbehandlung ist nicht nötig.
Bald soll es losgehen: Es fehlt nur noch die finale Unterschrift des Stars.
-> Bald soll es losgehen: Es fehlt nur noch die Unterschrift des Stars.  
Hochwasserlage an Spree und Neiße geht zurück
-> Hochwasser an Spree und Neiße geht zurück

Sehen Sie, wie Sie das Leben aller erleichtern können, wenn Sie Ihre Sätze von unnützem Ballast befreien und auf Wortgeklingel verzichten? Der Sinn erschließt sich schneller und Zeit sparen Ihre Leser auch. Offensichtlich könnte man an manchen Formulierungen noch feilen, aber das beherzte Benutzen der Delete-Taste ist ein wichtiger erster Schritt.

Montag, 8. April 2013

Ein paar Gedanken zum Thema Gatekeeper

Drüben bei Google+ habe ich einen Post veröffentlicht, der vielleicht auch für Leser dieses Blogs interessant ist: Meine momentanen Gedanken zum Thema "Gatekeeper". Sprich zu Verlagen usw., die bestimmen, ob Leser meine Texte und Geschichten zu Gesicht bekommen, und dazu, was sich in den letzten Jahren für mich persönlich in dieser Hinsicht - zum Positiven - geändert hat.

Wie gesagt, der Beitrag ist nicht ausgefeilt, er enthält nur meine Gedanken zu ein paar Erlebnissen. Ausgelöst dadurch, dass eine Redakteurin eine Idee von mir abgelehnt hat (zu Recht, sie haben schon etwas zu dem Thema geplant) und dass ich aber natürlich in jeden Vorschlag Zeit und Arbeit investiere (mal weniger, wie in diesem Fall, mal ziemlich viel), die mir niemand bezahlt. Was übrigens ein Grund ist, warum ich vom Journalismus allein nicht leben kann. Wie auch immer: hier geht's zum Post.

Freitag, 5. April 2013

In einem Satz mit Wolf Schneider!

Aus der Rubrik "Neulich im Internet". Ich surfe so auf den Wellen des WWW - nein, natürlich habe ich meinen Namen gegooglet - und was entdecke ich da? Einen Link zu einem Artikel von Prof. Frank Brettschneider mit dem Titel Klartext statt Bankerwelsch (pdf)*. Und darin wird mein Name genannt. Und zwar so (s. S. 86):
Die Regeln für verständliches Kommunizieren sind ganz einfach. Sie sind kein Geheimnis, sondern finden sich in zahlreichen Ratgebern (u. a. in "Gut und verständlich schreiben in zehn einfachen Schritten" von Ingrid Glomp oder in "Deutsch für Profis" von Wolf Schneider).
Wer nicht versteht, warum ich bei der Lektüre über das ganze Gesicht strahlte, muss wissen,
a) dass Frank Brettschneider Professor für Kommunikationswissenschaften an der Uni Hohenheim ist und u. a. Vater der dortigen Klartext-Initiative
b) und dass Wolf Schneider z. B. laut Spiegel der hiesige Sprachpapst ist. Bzw. die graue Eminenz, wenn es um gute Sprache und einen guten Schreibstil geht. Er hat dazu jede Menge Kolumnen und Bücher geschrieben und äußert sich immer noch und immer wieder zu diesen Themen.

Wow, und nun finde ich meinen kleinen Ratgeber in einem Atemzug genannt mit einem Buch von Wolf Schneider. Wie cool ist das?

Nachtrag vom 16.1.17: Es ist wieder passiert. Dieses Mal schreibt Ann-Bettina Schmitz bei Twitter:
empfehlenswerte Schreibratgeber Wolf Schneider "Deutsch für Kenner" "Schluss mit Schreibblockaden"
Hier die vier Bücher:





*Übrigens ist der Artikel nicht nur für Mitarbeiter von Banken lesenswert, sondern für alle, die sich verständlich und kundenfreundlich ausdrücken möchten.

Donnerstag, 4. April 2013

Neues Cover, neues Buch

Oookay, das Cover ist fertig. Es stammt wie immer von der unvergleichlichen Joleene Naylor. Jetzt muss ich nur noch das Buch fertig schreiben ...

Hier ist schon einmal das vorläufige Vorwort:

Ich lerne seit einiger Zeit Spanisch, und zwar im Internet mit duolingo. Das ist ein Angebot, das Wissenschaftler in den USA entwickelt haben. 

Das Besondere daran ist, dass man keine Grammatik zu pauken braucht, ja, die entsprechenden Regeln werden nicht einmal erklärt. Anhand unzähliger Beispiele lernt man so lange, bis man intuitiv weiß, wie die richtige Verbform lautet und welche Endung bei einem Adjektiv korrekt ist. 

Gleichzeitig denke ich schon seit einiger Zeit über ein Büchlein nach, aus dem Studenten, Wissenschaftler und Menschen in vielen anderen Berufen lernen könnten, wie man über schwierige Sachverhalte verständlich schreibt. 

Der Spanischkurs brachte mich auf die Idee zu versuchen, das, was ich über klares Formulieren weiß, anhand vieler Beispiele zu veranschaulichen, so dass den Lesern die entsprechenden Regeln in Fleisch und Blut übergehen, ohne dass sie sie sich beim Schreiben ständig vergegenwärtigen müssen. 

Offensichtlich kann ich in einem Büchlein wie diesem nicht einen ganzen Artikel oder Bericht als Anschauungsmaterial verwenden. Aber bereits auf der Ebene einzelner Sätze lässt sich in Bezug auf Verständlichkeit viel erreichen. 

Die Beispiele, die ich verwende, stammen häufig aus der Wissenschaft (genauer: der Medizin und verwandten Gebieten), weil ich mich mit diesen Themen auch als Journalistin beschäftige und weil es dabei häufig um komplexe Zusammenhänge geht. Die Regeln gelten jedoch für jede Art von Texten. 

Dieses Büchlein ist also ein Experiment. Ich hoffe, Sie haben beim Lesen und Lernen ebenso viel Spaß wie ich beim Planen und Schreiben.