Dienstag, 19. November 2013

Beschreibungen: Wie viel ist zu viel?

Vorweg ein Disclaimer: Wie viel Beschreibungen eine Geschichte braucht oder verträgt, ist Geschmackssache. Es gibt Autoren und Leser, die können gar nicht genug davon bekommen -- und das ist natürlich okay. Gutes Schreiben ist keine Naturwissenschaft, denn was gut ist, entscheidet letztlich der Konsument, sprich: der Leser.

Was folgt, spiegelt also auch und vor allem meine Ansichten wider. Ich frage mich bei manchen Büchern, in denen absatz- oder sogar seitenlang Räume oder Landschaften beschrieben werden: Wer will das alles wissen? Ich denke da an zwei, drei Krimiautorinnen, deren Werke im Laufe der Jahre immer länger geworden sind. Ihre Bücher will und kann ich einfach nicht mehr lesen.

Ich mag Beschreibungen, die nicht alle Einzelheiten aufzählen, sondern sich auf telling details beschränken, bei der Umgebung und auch bei Personen. Zeig mir das Besondere, Aussagekräftige, nicht das Unwichtige, Banale.

Und damit bin ich bei einem Rat von J. A. Konrath, der mich auf die Idee zu diesem Post gebracht hat. Er schrieb neulich inmitten eines ziemlich langen Posts:
Less is more. When I was teaching writing and publishing at a local community college, I asked my students to write about walking into a hospital. They gave me long, florid descriptions of sights and smells and sounds. Then I shared mine:

"I walked into the hospital."

That's oversimplifying my point, but the point still needs to be made. Everyone has been in a hospital. Everyone can picture it. Don't waste words writing stuff the reader already knows. Thinking visually doesn't mean bogging down the story with minutiae.
Also: Beschreiben Sie nicht lang und breit Dinge, Umgebungen, Erlebnisse, die die Leser kennen. Sei es aus eigener Erfahrung, sei es aus dem Fernsehen oder dem Internet. Jeder weiß, wie die Mona Lisa aussieht oder der Eiffel-Turm. Oder, um bei Konrath zu bleiben: Jeder weiß, wie es in einem Krankenhaus riecht.

LeserInnen wie ich wissen es zu schätzen, wenn Sie Konraths Mahnung beachten:

Don't waste words writing stuff the reader already knows.

PS: Siehe dazu auch den Post 4 Tipps, mit denen das Setting besser in deinen Roman kommt von Marcus Johanus
Nicht zu diesem, aber zu einem verwandten Thema siehe auch den Post von Kristine Kathryn Rusch Storytelling.

Dienstag, 12. November 2013

Expertentipp: Bessere Dialoge schreiben

Neulich fand ich einen wunderbaren Schreibtipp auf der Website des leider vor Kurzem verstorbenen Thrillerautors Michael Palmer.

Er zitiert dabei wiederum einen anderen Schreiblehrer:
The late Gary Provost, my favorite professor of the nuts and bolts of writing, taught that heavy handed dialogue occurs when characters are giving each other information they already have, and the reader becomes aware of the writer at work.
Und nun der Rat, den ich meine. So einleuchtend und doch hatte ich ihn noch nie gehört:
He also wrote that when you write dialogue, ask yourself if you would eavesdrop on the conversation at a restaurant. If the answer is no, rewrite it.