Freitag, 29. August 2014

Roy Peter Clark sagt ...

Der amerikanische Schreiblehrer Roy Peter Clark hat einen wichtigen Unterschied zwischen Berichten und Geschichten auf den Punkt gebracht, und zwar in einem Tweet:
The purpose of reports is to convey information; stories are different: they create experience. Reports point u there; stories put u there

Mittwoch, 27. August 2014

Kurzgeschichten schreiben -- Videotipp

Ich habe gerade erst Wordplay entdeckt, eine Videoserie über das Schreiben von Nika Harper (der Wordplay-Link führt zur ersten Staffel).

Ich habe mir die erste Folge der zweiten Staffel angeschaut. Darin geht es um ein Thema, das auch mir am Herzen liegt: das Schreiben von Kurzgeschichten. Voilà:


Auch die weiteren Themen, die Nika zu Anfang erwähnt, klingen interessant. Ich habe ihren Youtube-Kanal abonniert und nach und nach werde ich mir sicher noch weitere Filmchen als Inspiration anschauen. Man lernt schließlich nie aus ;-)

Montag, 11. August 2014

Klischees – Nachteile und Vorteile

Einige Gedanken über Klischees, ausgelöst durch das Betrachten von Floskelwolken und das Lesen eines Artikels über Metaphern in der Medizin.

1. Die Metapher von heute ist das Klischee von morgen

Viele Floskeln, laut Duden nichtssagende Redensarten; formelhafte, leere Redewendungen, und Klischeewörter, abgegriffene Wörter, haben einmal als Metaphern angefangen. Beispielsweise der sintflutartige Regen; das grüne Licht, das jemand gibt; erdrutschartige Ereignisse; schmerzhafte Einschnitte; oder auch Menschen, die in den Startlöchern stehen oder sich zu weit aus dem Fenster lehnen.

Dafür gibt es einen guten Grund. Metaphern sind anschaulich und weil sie schwierige Vorgänge oder Zusammenhänge mit bekannten Dingen und Erfahrungen vergleichen, erleichtern sie das Verstehen. Der oben erwähnte Artikel über Metaphern in der Medizin nennt in diesem Zusammenhang eine Studie:
One study, from 2010, found that physicians use metaphors in almost two-thirds of their conversations with patients who have serious illnesses. Physicians who used more metaphors were seen as better communicators. Patients reported less trouble understanding them, and felt as though their doctor made sure they understood their conditions.
Das Fazit der Studie lautete:
The use of metaphors and analogies may enhance physicians' ability to communicate.
2.  Originelle Autoren vermeiden Klischeewörter

Metaphern, die besonders gut funktionieren, erfreuen sich im Laufe der Zeit immer größerer Beliebtheit, bis sie eines Tages verblasst, ausgelutscht und abgenutzt sind. Sprich sie sind farblos und fade und haben ihre Schlagkraft verloren.

Wer Interessantes mitzuteilen hat oder lebendige Geschichten schreiben will, sollte solche Ausdrücke meiden wie die Pest. (Das ist eine Meta-Floskel, denn verschiedene Autoren haben sie mit einem Augenzwinkern in Texten über Klischeewörter eingesetzt. Tut mir leid, ich konnte nicht widerstehen.)

3. Floskeln helfen, wenn viele Menschen etwas schnell verstehen sollen

Wenn man andererseits möglichst vielen Personen etwas möglichst schnell und verständlich mitteilen möchte, sind Floskeln meines Erachtens durchaus ein geeignetes Mittel. Zum Beispiel bei Hörfunknachrichten können sie hin und wieder als Kürzel funktionieren. Etwas von ihrer Bildkraft haben sich nämlich selbst Klischees wie absegnen, durchwinken und der berühmt-berüchtigte wackelnde Stuhl erhalten.

Weitere Schreibtipps finden Sie in meinem Büchlein


Grundregeln des verständlichen Schreibens können Sie mit diesem Workshop in Buchform lernen:


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Freitag, 8. August 2014

Noch ein Vorteil des Selbstveröffentlichens

Ich miste gerade alte Aktenordner aus. Manche davon enthalten Anleitungen dazu, wie man Exposees und Anschreiben verfasst, um seine Ideen Agenturen, Verlagen u. A. (etwa bei einem Drehbuch) schmackhaft zu machen.

Damit,
- diese Regeln zu lernen
und
- Exposees in kürzerer oder längerer Form (je nachdem, was gewünscht ist) immer wieder umzuformulieren ebenso wie die entsprechenden Anschreiben,
kann man eine Menge Zeit vertun.

Denken Sie nur an die 40 oder 100 Absagen, die manche berühmte Schriftsteller und Schriftstellerinnen angeblich kassiert haben. Dass dadurch auch Jahre und Jahrzehnte ins Land gehen können, bis ein Text seine Leser findet und umgekehrt, sei nur am Rande erwähnt.

Als Indie dagegen mache ich vor dem Schreiben nur einen Plan, der mir helfen soll, mich zu orientieren. Der muss nicht gut aussehen oder auf den Punkt formuliert sein. Manche planen gar nichts, manche, wie ich einiges, manche sehr ausführlich. Aber immer auf eine Art, wie sie für uns nützlich ist. Erscheint das Buch, dann entwerfen wir dazu noch eine kurze Beschreibung, damit zukünftige Leser wissen, was sie erwartet. Das war's.

Statt immer neue Exposees und Briefe an Verlage etc. können wir Indies weitere Geschichten zu Papier beziehungsweise auf den Bildschirm bringen :-)

Sonntag, 3. August 2014

Stephen Fry über Sprachspaßverderber

Vor einigen Wochen habe ich darüber gebloggt, dass ich, wenn es um korrekte Sprache geht, vieles inzwischen gelassener sehe: Einige Gedanken zur Rechtschreibung.Was ich dort nicht erwähnt habe, ist, dass dies in vielerlei Hinsich gilt, auch für "neumodische" Wörter oder für einen "nicht korrekten" Gebrauch mancher Begriffe.

Stephen Fry hat das alles natürlich schon längst verstanden und in weit eindrucksvollerer Weise formuliert. Ihn selbst über dieses Thema in seiner unverwechselbaren Art sprechen zu hören, ist ein besonderer Genuss:


Wer lieber liest, findet ein langen Post zu diesem Thema in Frys Blog: Don't mind your language... Die betreffende Passage beginnt etwa in der Mitte des Texts beginnt mit den Worten "For me, it is a cause of some upset ..."
Viel Spaß beim Hören und Lesen von Stephen Fry und beim Spielen mit Sprache!
For me, it is a cause of some upset
For me, it is a cause of some upset
For me, it is a cause of some upset