Donnerstag, 26. März 2015

Auch die Berichte der Think Tanks müssen verständlich sein

Gestern hörte ich beim Kochen den Deutschlandfunk, genauer gesagt, eine Diskussion über Denkfabriken. Von diesen gibt es offenbar eine Menge, u. a. das Mercator Institut für China-Studien, MERCIS, dessen Direktor, Sebastian Heilmann, anwesend war. Zwei weitere Teilnehmer waren Thomas Bagger, Leiter des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes, und Nicole Renvert, Alumni Postdoc Fellow am Käte Hamburger Kolleg, Centre for Global Cooperation Research, Universität Duisburg-Essen.

Alles in allem eine sehr interessante Sendung. Doch was hat sie mit diesem Blog zu tun?

Auf die Frage, ob er als Politiker die Newsletter dieser Think Tanks liest, antwortete der ebenfall anwesende SPD-Europa-Abgeordnete Jo Leinen unter anderem (etwa ab Minute 36:40): "Das ist dann die Kunst, auch verständlich zu sein. Es wird ja Wissenschaft betrieben. Wir wissen, dass in unserem Teil der Welt das Humboldtsche Bildungsideal so ist, dass nur die Experten es verstehen und nicht die weite Öffentlichkeit. Da sind uns die Angelsachsen ja weit voraus, die das populär auch umschreiben können." Die Hervorhebungen sind von mir.

Das ließ mich aufhorchen. Schließlich sind mir verständliches Schreiben und wie man es bewerkstelligt wichtige Anliegen. Und zum Beispiel immer wieder Thema hier im Blog.

Offenbar denken auch die Wissenschaftler in den Denkfabriken oft noch zu wenig an ihre Leser, dabei ist das Die wichtigste Schreibregel. Sie können sich nicht vorstellen, dass andere viel weniger wissen als sie, die Spezialisten. Das nennt man the curse of knowledge, woraus wiederum folgt, dass man möglichst auf (unübliche) Fachbegriffe verzichten sollte. Außerdem lässt sich vermuten, dass Politiker wie Leinen nicht viel Zeit haben oder sich nicht immer voll konzentrieren können. Sprich: Es ist kaum zu erwarten, dass sie die Geduld haben, lange Schachtelsätze mehrmals zu lesen, bis sich ihnen deren Sinn erschließt.

Und ja, in der angelsächsischen Welt werden Wissenschaftler eher dazu angehalten, sich klar auszudrücken.

Vielleicht sollten deutsche Think Tanks einige meiner Schreibratgeber erwerben. Schließlich habe ich sie u. a. für solche Experten geschrieben. Sie können mich natürlich auch gleich für einen Inhouse-Workshop (auf Deutsch oder Englisch) engagieren ;-)

Aber im Ernst: Jo Leinens Bemerkung zeigt mal wieder, dass in der deutschen Wissenschaft im Hinblick auf verständliches, leserfreundliches Schreiben noch so einiges im Argen liegt.

Dienstag, 24. März 2015

Doppelt gemoppelt: Nicht so selten, wie man denkt

Bei diesem Post handelt es sich um ein gekürztes und leicht abgeändertes Kapitel aus meinem neuen Buch Besser Schreiben im Alltag, in Schule, Studium und Beruf: An Beispielen lernen.

Überflüssige Wörter sollten wir streichen. Klar. Das gilt zum Beispiel für Füllwörter. Und natürlich auch wenn Sie dasselbe zweimal mit unterschiedlichen Wörtern sagen. Solche Fälle von „doppelt gemoppelt“ kommen häufiger vor, als man denkt. Vornehmer bezeichnet man diese Doppelungen als Tautologien oder Pleonasmen. Leider sind sie nicht immer so leicht zu erkennen wie beim weißen Schimmel oder beim runden Kreis.

Schauen wir uns einige Beispiele an:
Bei diesen Problemen können wir Ihnen unterstützend helfen.
Bei diesen Problemen können wir Ihnen helfen.

Es gibt viele Betroffene, auf die das oft nicht zutrifft.
Es gibt viele Betroffene, auf die das nicht zutrifft.
Noch besser:
Auf viele Betroffene trifft das nicht zu. 
Das Problem kommt häufiger vor, als man denkt, habe ich geschrieben. Sie sind noch nicht überzeugt? Sie brauchen mehr Beispiele? Bitte sehr:
Die momentane Situation der Europäischen Union ist zurzeit sehr ernst.
Die momentane Situation der Europäischen Union ist sehr ernst. 
Im Grunde besagt ist, dass es sich um die momentane Situation handelt, denn es steht im Präsens (in der Gegenwartsform). Aha, also haben wir es bei diesem Satz mit einem Fall von „dreifach gemoppelt“ zu tun.
Die Situation der Europäischen Union ist sehr ernst. 
Sehr kann, wie hier, ein Füllwort sein. Also streichen wir es.
Die Situation der Europäischen Union ist ernst. 
Peng! Hat der Satz so nicht mehr Schlagkraft?

Neues Beispiel:
Insbesondere die vorausschauende Planung bereitete in diesem Zusammenhang Probleme. 
Im Gegensatz zu nachträglichen Planung? Ich habe außerdem den Verdacht, dass insbesondere ein Füllwort ist. Aber um sicher zu sein, müsste ich den Zusammenhang kennen.
Insbesondere die Planung bereitete in diesem Zusammenhang Probleme. 
Und hier ein Fall von „dreifach gemoppelt“:
Kostenlose Freikarten zu verschenken.
Eintrittskarten zu verschenken. 
Oder:
Freikarten! 
Dieses Beispiel zeigt etwas Grundlegendes: Anders als in der Mathematik (gewöhnlich) gibt es beim Schreiben oft nicht die eine richtige Lösung.

- Manchmal gibt es mehrere gleich gute.

 - Oder es kommt auf den Zusammenhang an. Welche Sätze gingen voraus, welche folgen? Müsste ich für eine an sich schöne Formulierung ein Wort wiederholen, das ich bereits mehrmals verwendet habe? Handelt es sich um einen formellen Text oder einen Hinweis auf Facebook?

- Wer sind Leser? Überfordert sie ein bestimmtes Fremdwort? Oder handelt es sich um Fachleute, die irritiert sind, wenn Sie es nicht benutzen?

Wenn einer Ihrer Sätze Ihnen seltsam verquast vorkommt, schauen Sie einmal, ob er Doppelungen enthält.

Viele weitere Ideen, wie Sie Ihre Texte verbessern können, finden Sie in diesem Buch:


... und in diesem Buch, sozusagen dem Vorgänger, das die Regeln verständlichen Schreibens ebenfalls anhand vieler Beispiele vermittelt, was den Lesern offenbar gut gefällt:


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Freitag, 20. März 2015

Was tun bei Schreibblockaden? Gehen Sie spazieren

Bei diesem Post handelt es sich um ein leicht abgeändertes Kapitel aus meinem neuen Buch Schluss mit Schreibblockaden 2.

Wenn gezieltes Nachdenken Sie nicht weiterbringt, rate ich zu einer zwangloseren Variante: Beschäftigen Sie sich mit etwas anderem, das keine Denkarbeit erfordert, und überlassen Sie Ihr Gehirn sich selbst.

Was bei mir gut funktioniert: Spazierengehen, Kochen und – am allerbesten – Zähneputzen oder Duschen. Bestimmt haben Sie das auch schon erlebt, dass einem bei solchen Tätigkeiten oft ganz hervorragende Ideen kommen.

Auch hier ist bereit sein alles. Das heißt, Sie sollten darauf achten, dass Sie das, was Ihnen eingefallen ist, zügig festhalten können. Entweder old school, wie ich, mittels Papier und Kugelschreiber oder schriftlich oder per Diktat auf Ihrem Smartphone oder was auch immer Sie bevorzugen.

Die englische Schriftstellerin Hilary Mantel sagt: „Wenn Sie feststecken, verlassen Sie Ihren Schreibtisch.“ Außer spazieren zu gehen empfiehlt sie, ein Bad zu nehmen, zu schlafen, einen Pie zu backen, zu malen oder Musik zu hören, zu meditieren oder Sport zu treiben.

Sport hilft auch Sara Shepard, die Bücher wie am Fließband schreibt und die ich bereits in einem früheren Post erwähnt habe, und zwar in Trennen Sie die drei Schreibphasen.
The other thing that I do, too, is if something isn't quite making sense to me, or if I've written a chapter and I know it's not good, I don't continue to sit at my desk. For example, I'm a big runner; I like to run five, six miles every day. So I will go running, and lately I consider it part of the process, because while I'm running I actually get ideas. I don't even really do it for fitness anymore. 
Sara Shepard joggt also und hat dabei jede Menge Einfälle. Sie verlässt sich inzwischen so sehr auf diese Methode, dass sie Teil ihres Schreibprozesses geworden ist.

Wenn Sie feststecken, wenn Ihnen die Ideen ausgehen, ist es Zeit, sich vom Schreibtisch zu entfernen. Tun Sie etwas, das wenig Aufmerksamkeit erfordert und Ihrem Gehirn „Spielraum“ lässt. Jedoch nichts, bei dem Sie sich auf Sprache konzentrieren müssen, wie fernsehen, Radiosendungen mit Wortbeiträgen hören oder telefonieren.

Ich verdanke dieser Methode jede Menge gute Ideen, sowohl für meine Artikel über Wissenschaftsthemen als auch für meine Schreibratgeber und Krimis.

Wer neugierig ist, welche Tipps gegen Schreibhemmungen mein neues Buch Schluss mit Schreibblockaden 2 sonst noch so enthält, sollte sich einfach die Leseprobe (mit dem Inhaltsverzeichnis) herunterladen. Oder das Buch gleich für wenig Geld kaufen ;-) 


Ich habe dieses Buch unter anderem geschrieben, weil Leser den ersten Band ausgesprochen nützlich finden (wenn ich den Rezensionen glauben darf) und weil ich inzwischen noch mehr Ideen und Tipps entwickelt und/oder erprobt habe. Falls Sie es noch nicht kennen, hier ist das erste Buch:



Für alle, die immer gut -- und oft als Erste -- informiert sein möchten, wenn es um meine Ratgeber, Schreibtipps usw. geht, hier noch ein Tipp:

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Donnerstag, 12. März 2015

Warum Raubkopierer mich nicht beunruhigen

Bei diesem Post handelt es sich um ein leicht gekürztes Kapitel aus meinem neuen Buch Erfahrungen einer Indie-Autorin.

„Give people what they want.” —Kevin Spacey

Ich selbst habe mit Raubkopien meiner Bücher keine Erfahrungen. Unter anderem, weil es mich nicht interessiert, ob und wo es sie in welchem Ausmaß gibt. Denn erstens kann man nichts dagegen tun. Immer strengere Regeln funktionieren nicht, sie können aber viel kaputt machen und Indies richtig schaden (im Buch erkläre ich das an einem Beispiel, hier verlinke ich zu einem aktuelleren Fall). Zweitens spricht eine Menge dafür (s.u.), dass Raubkopien mir und meinen Finanzen nicht schaden.

Dieses Kapitel setzt sich aus Beispielen und Zitaten zusammen, die ich aufschlussreich finde und die meine Haltung in dieser Frage erklären. Ich habe diese Form für dieses Kapitel gewählt, weil ich zu diesen Themen zwar meine durch Studien und Ähnliches begründeten Ansichten habe, jedoch aus eigener Erfahrung wie gesagt nichts dazu beitragen kann.

In den Beispielen und Zitaten geht es ums Urheberrecht, Raubkopien und Ähnliches. Und zwar stammen sie erstens von Menschen, die mit ihren kreativen Leistungen ihren Lebensunterhalt verdienen, damit langjährige Erfahrung haben und davon gut bis sehr gut leben können. In einigen weiteren Zitaten geht es um Studien, die sich mit diesen Themen befassen. Schließlich schildere ich, wieder mit Hilfe von Zitaten, einige interessante Einzelfälle.


Zuerst die Künstler …


Drei berühmte Kreative, die wissen, wie man das Internet nutzt, und keine Angst haben, ihre Werke kostenlos abzugeben:

1. Paul McCartney streamte sein gesamtes Album Kisses on the Bottom kostenlos auf der Website des Guardian, bevor es herauskam.

Was wollen wir wetten, dass viele Leser des Guardian anschließend hingegangen sind und sich das Album gekauft haben? Sehr clever Sir James Paul McCartney.

2. Der Autor Neil Gaiman spricht bei Youtube darüber, wie sich seine Einstellung auf Grund seiner Erfahrungen geändert hat. Wer lieber liest, findet bei Techdirt eine Zusammenfassung seiner wichtigsten Erkenntnisse. Zum Beispiel diese Feststellung Gaimans:
… places where I was being pirated — particularly Russia (where people were translating my stuff into Russian and spreading it out into the world) I was selling more and more books. People were discovering me through being pirated. And then they were going out and buying the real books, and when a new book would come out in Russia it would sell more and more copies.
Dann startete er ein Experiment, das Techdirt so beschreibt:
He then mentions that after a lot of persuading, he got his publisher to release a free digital copy of American Gods, and sales went up by 300%, even though it had already been selling quite well before that. … he explains how "piracy" is just a giant way of lending books, and points out that, when … he asks how many people in the audience found their favorite author because someone lent them a book vs. going into a book store and buying it … only 5 to 10% of people found their favorite authors first by buying the books. 
Gaimans Fazit:
What you're actually doing is advertising. You're reaching more people.
3. Da erstaunt es kaum noch, dass der Schriftsteller Paulo Coelho bei einer Promo-Aktion von Pirate Bay mitmachte. Warum, erklärte er in seinem Blog:
The Pirate Bay starts today a new and interesting system to promote arts
... As soon as I learned about it, I decided to participate... as I said in a previous post, My thoughts on SOPA, the physical sales of my books are growing since my readers post them in P2P sites.
… we have to tell to the industry that greed leads to nowhere.
Coelho, dieser alte „Pirat“ (so hat er selbst den Post unterschrieben).

Und in Deutschland? In dem Artikel Urheber im Dialog: "Das unzulängliche Recht nervt" meldet sich eine Musikerin zu Wort, und zwar Luci van Org. Sie nennt das Internet eine „Riesenchance zur Selbstvermarktung“ und bezeichnet YouTube als „für mich überlebenswichtiges Medium“. In dem Beitrag ist weiter zu lesen:
Sie stelle ihre Songs zur Eigenwerbung dort „ständig quasi illegal“ ins Netz, bis sie auf Betreiben der Musikverwertungsgesellschaft GEMA wieder für deutsche Nutzer aufgrund des laufenden Vergütungsstreits blockiert würden.
Generell ist van Org der Ansicht, dass ein Großteil der Nutzer zum Bezahlen kreativer Leistungen bereit ist, sobald ihnen ein entsprechendes Angebot gemacht wird.

 … dann die Zahlen


Musikindustrie. Die Website Techdirt veröffentlichte Zahlen über Menschen, die raubkopierte Musik herunterluden, streamten oder teilten, und kam zu dem Schluss:
treating "pirates" like criminals is a mistake. They're often either the best customers or the potential best customers if they were better served by the industry, which often means offering things more conveniently and at a lower price.
Dort gibt es übrigens auch eine interessante Grafik über den Zusammenhang zwischen E-Book-Preisen und der Kaufbereitschaft. Bei einem Preis von 2 britischen Pfund beträgt sie 78 %, bei 10 britischen Pfund sinkt sie auf 7 %.

Telemedicus berichtet von einer anderen Untersuchung: Studie: Filesharing schadet dem Plattenverkauf nicht.

Dazu fällt mir Folgendes ein: Die Band die ärzte stellt bei Youtube auch jede Menge Videos und Songs online. Offenbar verkauft sich ihre Musik trotzdem (oder deshalb?).

Filmindustrie. Gizmodo zitiert u. a. dies aus dem Bericht von Wissenschaftlern der London School of Economics:
Despite the Motion Picture Association of America‘s (MPAA) claim that online piracy is devastating the movie industry, Hollywood achieved record-breaking global box office revenues of $35 billion in 2012, a 6% increase over 2011 ...
Der Titel des Artikels spricht für sich: Report: Piracy Isn't Killing Content.

Eine neuere Studie untersuchte, wie sich die Schließung einer großen Plattform für illegale Downloads auswirkte: Piracy and Movie Revenues: Evidence from Megaupload: A Tale of the Long Tail?

Hier ein Zitat aus der Zusammenfassung:
We find that box office revenues of a majority of movies did not increase. While for a mid-range of movies the effect of the shutdown is even negative, only large blockbusters could benefit from the absence of Megaupload. We argue that this is due to social network effects, where online piracy acts as a mechanism to spread information about a good from consumers with low willingness to pay to consumers with high willingness to pay. This information-spreading effect of illegal downloads seems to be especially important for movies with smaller audiences.
Das heißt, die großen Blockbuster-Filme nehmen durch Piraterie anscheinend einen gewissen finanziellen Schaden. Auf die meisten Filme hat sie keinen Einfluss und bei kleineren beziehungsweise mid-range Filmen erhöhen Raubkopien möglicherweise sogar die Zuschauerzahlen.

Bücher. Auch (oder gerade) vor Einführung des Urheberrechts 1837 haben Goethe, Schiller und viele andere geschrieben und vom Schreiben gelebt. Im Spiegel gab es darüber und über die Analyse eines Wirtschaftshistorikers einen aufschlussreichen Artikel: Geschichte: Explosion des Wissens. Bitte selbst lesen, denn ich zitiere lieber nichts. Bei deutschen Zeitungen und Zeitschriften weiß man nie, ob die Rechtsabteilung nicht plötzlich mit irgendwelchen Forderungen um die Ecke kommt.

Eine Hamburger Studie kam zu dem Schluss, dass man mit gar nicht mal so großen Preissenkungen bei E-Books ihre legale Nachfrage erheblich erhöhen kann.

Interessante Einzelfälle


Der Artikel HBO: We Know You're Pirating 'Game Of Thrones' And That's Fine zitiert Time Warner CEO Jeff Bewkes so:
If you go around the world, I think you're right, Game of Thrones is the most pirated show in the world. Well, you know, that's better than an Emmy.
Er sagte außerdem:
Our experience is, it all leads to more penetration, more paying subs, more health for HBO, less reliance on having to do paid advertising — we don't do a whole lot of paid advertising on HBO, we let the programming and the views talk for us — it seems to be working.
Weiß Jeff Bewkes vielleicht nicht wovon er redet? Steht er allein da mit seiner Meinung? Nun, laut dem Artikel HBO: 'Game of Thrones' piracy is a compliment sieht HBO Programming President Michael Lombardo dies ähnlich. Er erklärte:
I probably shouldn‘t be saying this, but it is a compliment of sorts. The demand is there. And it certainly didn‘t negatively impact the DVD sales. [Piracy is] something that comes along with having a wildly successful show on a subscription network.
Ein „Kompliment“ und „keine negativen Auswirkungen auf die DVD-Verkäufe“? Wenn das für Game of Thrones gilt, warum sollten Raubkopien mich dann beunruhigen?

Soweit die Welt der Fernsehserien. Wie wäre es mit zwei Beispielen aus der Popmusik?

1. Erinnern Sie sich an den Harlem Shake? Darüber hat Martin Weigert auf der Website Netzwertig diesen lesenswerten Artikel geschrieben, dessen Titel die Kernaussage enthält: Wie ein tolerierter Urheberrechtsverstoß dem Urheber einen Geldsegen beschert. Und zwar so:
YouTube bietet Urhebern nämlich auch die Option, ihren Content in nicht autorisierten Werken durch eine Werbevermarktung zu monetarisieren.
Was sich für den Schöpfer des in unzähligen Videos mit Millionen von Zuschauern verwendeten Musikstücks bestens auszahlte. Zum Glück hatte er den Song nicht in Deutschland veröffentlicht, dann hätte die GEMA, so Weigert, diese Wertschöpfung vermutlich im Keime erstickt.

2. Noch ein Beispiel, warum es dumm ist, wegen Urheberrechtsverletzungen in Panik zu verfallen, nennt Kevin Smith, Director of the Office of Copyright and Scholarly Communication an der amerikanischen Duke University, in seinem lesenswerten Beitrag It seems simple, really:
Korean pop star Psy, whose “Gangnam Style” video is now the most watched YouTube video in history and who stands to make $8.1 million dollars from the fame that he has gained by not enforcing his copyright. Very few of us had probably heard of Psy before the Gangnam Style video became the subject of the many parodies and remakes that flooded YouTube, blogs, college campuses, etc. He took no action to prevent those “knock offs,” as many artists and production companies would have done. Instead, his fame grew to the point where he could license his song and his image for commercial uses at levels he could only have dreamed off if he enforced his copyright rigorously. In short, he found a way to monetize “piracy.”
All diese Beispiele zeigen, dass manchmal sogenannte Urheberrechtsverletzungen Kreativen Möglichkeiten eröffnen, an (mehr) Geld zu kommen. Wer hätte das gedacht? Es entspricht jedenfalls nicht dem, was unsere Intuition uns spontan einflüstert. Leider reagiert man aus dem Bauch heraus oft panisch.

Mein Fazit aus all dem ist ein zweifaches:

1. Es ist schlimmer, wenn niemand meine Bücher und mich kennt (obscurity) als wenn einige Menschen meine Texte raubkopieren oder diese Raubkopien lesen (piracy)*. Und will ich manchen Kreativen wie Coelho glauben, so ist piracy ein gutes Mittel gegen obscurity. Sprich Raubkopien können als Werbung funktionieren. Ich fördere das nicht, aber es regt mich auch nicht auf.

2. Ich versuche, potentiellen Lesern möglichst wenig Gründe zu geben, Raubkopien meiner Bücher zu lesen. Das heißt, ich achte darauf, dass meine Preise leserfreundlich sind und mache den Käufern meiner Bücher nicht das Leben mittels Kopierschutz-Software schwer. Sprich: Meine E-Books sind DRM-frei.

Eine Forbes-Überschrift bringt es auf den Punkt: You Will Never Kill Piracy, and Piracy Will Never Kill You.

[... ]

*Tim O‘Reilly ist der Ansicht: „obscurity is a greater threat to authors than piracy“. Siehe zum Beispiel sein Beitrag Piracy is Progressive Taxation.

(Ergänzung vom16.3.17) Was passiert, wenn man Menschen Inhalte einfach und zu einem für sie akzeptablen Preis zugänglich macht, demonstriert der Streaming-Dienst Netflix: Erstmals mehr Visits als kinox.to: der spannende Siegeszug von Netflix in Deutschland.


Wer neugierig ist, worüber ich sonst noch so in meinem Buch Erfahrungen einer Indie-Autorin schreibe, sollte sich einfach die Leseprobe (mit dem Inhaltsverzeichnis) herunterladen. Oder das Buch gleich für wenig Geld kaufen ;-)


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Sonntag, 8. März 2015

Drei! neue Bücher und ein Klassiker in neuem Gewand

In den vorherigen Posts habe ich es angekündigt und nun ist es soweit: Gestern sind meine drei neuen Bücher erschienen mit den für meine Ratgeber typischen farbigen Covern.

Bei zweien der Bücher handelt es sich mehr oder weniger um Fortsetzungen der beliebten Ratgeber Schluss mit Schreibblockaden und Über Schwieriges einfach schreiben. Ihre Cover habe entsprechend dieselbe Farbe wie die jeweiligen Vorgänger.

Das dritte Buch ist ein Experiment und in dieser Art neu für mich. Erfahrungen einer Indie-Autorin enthält Berichte aus den vergangenen Jahren (seit 2009), in denen ich verlagsunabhängig veröffentlicht habe. Es ist persönlicher und meinungsfreudiger -- dabei jedoch hoffentlich trotzdem nützlich für die Leser, getreu meinem Ratgeber-Motto "Aus der Praxis für die Praxis".

In allen drei Projekten steckt Herzblut (und eine Menge Arbeit, deshalb habe ich mich in letzter Zeit hier im Blog, bei Twitter und Co. rargemacht). Ich bin schon ein wenig stolz auf das Ergebnis und ich kann gar nicht sagen, welches Büchlein mir das liebste oder wichtigste ist.

Machen Sie sich einfach selbst ein Bild. Hier die jeweiligen Beschreibungen:

1. Schluss mit Schreibblockaden 2: Noch mehr erprobte Methoden


Neue Tipps aus der Praxis für die Praxis

Viele Menschen müssen oder wollen schreiben, ob im Studium oder im Beruf, ob als professionelle Fiction-Autoren oder als Anfänger. Nicht immer ist man dabei so produktiv wie erhofft. Man schiebt das Schreiben hinaus oder ist regelrecht blockiert. Schreibhemmungen haben unterschiedliche Ursachen und entsprechend können je nach Situation und Persönlichkeit unterschiedliche Maßnahmen helfen.

Wie schon in ihrem erfolgreichen ersten Band von „Schluss mit Schreibblockaden“ stellt Ingrid Glomp auch in diesem zweiten Buch eine Vielzahl von Tricks vor, mit denen es ihr gelingt, den inneren Schweinehund zu überlisten, oder die andere Autoren erfolgreich anwenden. Ob schwerere Fälle, in denen nichts mehr geht, oder leichtere, in Form von Aufschieberitis. Bestimmt ist auch gegen Ihr Problem ein Kraut gewachsen – oder mehrere.


2. Besser schreiben im Alltag, in Schule, Studium und Beruf: An Beispielen lernen


Computer, digitale Medien, Internet – ohne sie kommen wir in Schule, Studium und Beruf und auch im Privatleben nicht mehr aus. Eine Folge: Wir schreiben heute mehr denn je. Doch viele haben Probleme damit, die richtigen Worte zu finden, und ihnen graut es bei dem Gedanken, dass sie eine Hausarbeit, einen Bericht oder auch nur eine längere E-Mail verfassen müssen. Ihnen fällt es schwer, klar und gut lesbar zu formulieren, was sie sagen wollen. Doch Menschen, die keine Schreibprofis sind, wissen oft nicht, wie sie es besser machen können.

Dabei gibt es einige einfache, aber wirkungsvolle Regeln, die helfen, einen Text ruckzuck zu verbessern. In „Besser schreiben im Alltag, in Schule, Studium und Beruf“ veranschaulicht die Autorin diese Regeln anhand vieler Beispiele, so dass sie den Lesern automatisch in Fleisch und Blut übergehen.

Im ersten Teil des Buches geht es um einzelne Stilfehler, und die Leser können das Gelernte an weiteren Beispielsätzen einüben. Im zweiten Teil überarbeitet Ingrid Glomp Sätze mit mehreren Problemen, sprich: wie im wirklichen Leben. Sie zeigt, wie man Texte von unnützem Ballast befreit, wie man schwierige und gestelzte Formulierungen in einfache, leserfreundliche verwandelt und wie man es verhindert, bestimmte Wörter zu oft zu wiederholen. Der dritte Teil enthält einige grundsätzlichere Anregungen sowie Überlegungen zum Thema gutes Schreiben.

Was die Leser erwartet ist also keine öde Theorie, sondern das Lernen an Beispielen. So gerüstet fällt das Schreiben leichter, ja, es kann regelrecht Spaß machen.



3. Erfahrungen einer Indie-Autorin 


Es müssen nicht unsere eigenen Erfahrungen sein, aus denen wir lernen.

Ingrid Glomp veröffentlicht seit 2009 Bücher selbst, also ohne Verlag. Hier erzählt sie, was sie dabei gelernt hat, was sich im Laufe der Zeit verändert hat und welche Grundsätze sie bei ihren Entscheidungen leiten.

Indie-Autoren verdienen nicht nur prozentual mehr Geld pro Buch, sie haben auch die Kontrolle über den Inhalt, das Cover, die Buchbeschreibung, den Preis und mehr. Das bedeutet, dass sie über all diese Dinge entscheiden dürfen, aber auch müssen. Wer will, kann mit Hilfe dieses Buchs aus Ingrid Glomps Erfahrungen auf dem Gebiet des Self-Publishing lernen. Zu den Themen, die sie anspricht, gehören die Möglichkeiten, die das verlagsunabhängige Veröffentlichen bietet, die Auswahl der E-Book-Anbieter, Print-Bücher, Verträge und Verwertungsrechte, Raubkopien, Preisgestaltung, woher sie ihre Buchcover bezieht, Kostenlos-Aktionen und vieles mehr. Es handelt sich bei diesem Buch also nicht um einen Ratgeber, der zum Beispiel Schritt für Schritt erklärt, wie man ein E-Book formatiert und bei verschiedenen Anbietern hochlädt.

Das Buch ist aus verschiedenen Posts hervorgegangen, die die Autorin in ihrem Blog, bei Google+ und an anderen Stellen veröffentlicht hat. Diese hat sie für das Buch kombiniert, umgeschrieben, aktualisiert und ergänzt. Wenn es passt, zitiert sie die Aussagen anderer Indie-Autoren oder aus weiteren Quellen (gewöhnlich im Original, das heißt häufig auch auf Englisch).

Aus Erfahrungen lernt man, heißt es. Doch niemand hat gesagt, dass es die eigenen sein müssen.


4. Ein alter Bekannter


Vielleicht kennen Sie mein beliebtes Buch Gut und verständlich schreiben. Es ist das erste Buch, das ich unabhängig veröffentlicht habe und damit sozusagen ein Klassiker. In dem Post Sie alle loben meinen Schreibratgeber habe ich gesammelt, was Experten und andere Leser darüber sagen.

Auch dazu gibt es Neuigkeiten. Ich habe die Rechte daran zurückbekommen und veröffentliche es nun selbst als E-Book bei Amazon und anderswo sowie als Print-Buch. Das Buch ist ganz das Alte. Allerdings hat es ein neues Cover bekommen, das zu dem der übrigen Schreibratgeber passt, und ich konnte den Preis deutlich senken.




Hier noch einmal die drei neuen Bücher mit den dazugehörigen Links: 

- Schluss mit Schreibblockaden 2: Noch mehr erprobte Methoden 

- Besser schreiben im Alltag, in Schule, Studium und Beruf: An Beispielen lernen

- Erfahrungen einer Indie-Autorin


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Donnerstag, 5. März 2015

Darum geht es in meinem Buch "Schluss mit Schreibblockaden 2"

Ich arbeite auf Hochtouren, damit mein neues Buch "Schluss mit Schreibblockaden 2 – Noch mehr erprobte Methoden" möglichst bald (heute?) fertig wird und wie berichtet gemeinsam mit zwei weiteren auf einen Schlag erscheinen kann.

Buch #1 trägt den Titel Erfahrungen einer Indie-Autorin, bei Buch #2 handelt es sich um Besser schreiben im Alltag, in Schule, Studium und Beruf, eine Art Fortsetzung von Über Schwieriges einfach schreiben, jedoch nicht nur für Wissenschaftler und andere Experten, sondern für alle, die schreiben wollen oder müssen.

Buch #3 ist, wie unschwer zu erkennen, eine Fortsetzung meines beliebten Ratgebers Schluss mit Schreibblockaden – 12 erprobte Methoden, denn seit dessen Erscheinen habe ich so einiges dazu gelernt, das ich gerne mit meinen Lesern teilen möchte.

Doch genug der Vorrede, ich habe schließlich ein Buch fertigzustellen. Hier ist die Beschreibung von "Schluss mit Schreibblockaden 2 – Noch mehr erprobte Methoden":
Neue Tipps aus der Praxis für die Praxis

Viele Menschen müssen oder wollen schreiben, ob im Studium oder im Beruf, ob als professionelle Fiction-Autoren oder als Anfänger. Nicht immer ist man dabei so produktiv wie erhofft. Man schiebt das Schreiben hinaus oder ist regelrecht blockiert. Schreibhemmungen haben unterschiedliche Ursachen und entsprechend können je nach Situation und Persönlichkeit unterschiedliche Maßnahmen helfen.

Wie schon in ihrem erfolgreichen ersten Band von „Schluss mit Schreibblockaden“ stellt Ingrid Glomp auch in diesem zweiten Buch eine Vielzahl von Tricks vor, mit denen es ihr gelingt, den inneren Schweinehund zu überlisten oder die andere Autoren erfolgreich anwenden. Ob schwerere Fälle, in denen nichts mehr geht, oder leichtere, in Form von Aufschieberitis. Bestimmt ist auch gegen Ihr Problem ein Kraut gewachsen – oder mehrere.

Ingrid Glomp arbeitet seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich als Wissenschaftsjournalistin und Autorin. Sie schreibt Sachbücher und Krimis und unterrichtet Schreibkurse. Die Tipps ihrer Workshops und Schreibratgeber stammen aus der Praxis und beruhen auf langjähriger Erfahrung.
Außerdem soll demnächst eine neue, wahrscheinlich* zumindest als E-Book günstigere Ausgabe meines Klassikers "Gut und verständlich schreiben in zehn einfachen Schritten" erscheinen. Ich warte nur noch auf das neue Cover.

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*Warum schreibe ich wahrscheinlich günstiger? Wegen der Buchpreisbindung. Seufz. Solange noch irgendein von BoD belieferter E-Book-Shop das Buch nicht aus dem Angebot gelöscht hat, sind mir die Hände gebunden. Ähnliches gilt für die Printausgabe. Zur Erklärung: Bis zum 28.2.2015 habe ich das Buch über BoD veröffentlicht.