Freitag, 17. Juni 2016

Wie im Schaufenster live einen Roman schreiben - eine gute Idee?

Foto: http://deathtothestockphoto.com
Auf einer neuen Website (Fortschift.net) können Interessierte sozusagen dabei zuschauen, wie Autoren ihre Romane schreiben. So funktioniert es: "Mit einer Einmalzahlung von 8,99 Euro (bequem via Paypal) erhalten Sie regelmäßig Updates und bekommen nach Fertigstellung das komplett lektorierte E-Book."

Das heißt, man bezahlt das Buch im Voraus, zu einem etwas höheren Preis als sonst für E-Books von Indie-Autoren üblich, und dafür kann man das Entstehen der Geschichte sozusagen live miterleben.

Ein wenig erinnert mich das an etwas, das der Schriftsteller Harlan Ellison einmal getan hat. Im Schaufenster einer Buchhandlung sitzend hat er damals in fünf Stunden auf einer Schreibmaschine die Kurzgeschichte “The Night of Black Glass” erdacht und getippt. Allerdings konnten die Zuschauer dabei wohl nicht mitlesen, nehme ich an.

In einem Kommentar auf Google+ habe ich mir ein paar Gedanken zu dem spannenden Projekt gemacht, das Fortschrift.net zweifellos ist. Hier sind sie in etwas erweiterter Form:

Als Autorin kann ich mir das nur für kürzere Bücher vorstellen, die ich halbwegs genau durchgeplottet habe. Das habe ich ja schon zweimal bei Wattpad so gemacht, s. https://igkrimis.wordpress.com/2014/05/04/mein-krimi-experiment-bei-wattpad-geht-in-die-nachste-runde/ Bei meinen langen, komplexen Thrillern wäre das ein ziemliches Durcheinander, außer ich mogele und warte, bis das Buch annähernd fertig ist.

Der Schriftsteller Michael Meisheit löst dieses Problem, indem er die Geschichte zuerst plant, ebenfalls vor den Augen interessierter Leser, jedoch in einer geschlossenen Facebook-Gruppe, und sich erst anschließend zum Schreiben zu Fortschrift.net begibt. Eine interessante Lösung. Mehr dazu in seinem Blogpost Backstage.

Als Leserin würde es für mich wohl nicht funktionieren. Ich habe einmal ein Buch crowdgefunded, wo man auch verschiedene Kapitel und Versionen und Hintergrundmaterial (es war ein Sachbuch) vorablesen konnte. Das wurde mir schnell zu viel und ich habe gewartet, bis das Buch fertig war, und es dann gelesen. Das heißt, ich habe das Buch praktisch nur schon vorher bezahlt, was okay war, aber die anderen Möglichkeiten, nämlich hinter die Kulissen zu blicken, kaum genutzt.

Wegen dieser Überlegungen und Erfahrungen interessiert mich die Meinung meiner Leser, denn prinzipiell (s. o. das Beispiel Wattpad) bin ich Experimenten gegenüber aufgeschlossen. Sie müssen aber wenigstens Aussicht haben auf Erfolg :-)

Ihre Meinung können Sie zum Beispiel bei dem oben genannten Google+-Beitrag äußern. Und hier auf meiner Facebook-Krimiseite. Oder bei dem Post zu diesem Beitrag auf einer meiner Facebookseiten. Ich bin gespannt, ob ein solches Veröffentlichungsmodell etwas für meine Leser wäre bzw. für wie viele von Ihnen.

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