Freitag, 8. September 2017

Müssen sich Indie-Autoren an Schreibregeln halten?

In einer Facebook-Gruppe, der ich angehöre, wird gerade lebhaft darüber diskutiert, ob es wichtig ist, dass Indie-Autoren sich an bestimmte Schreibregeln halten. Dabei geht es sowohl um Konventionen, was den Buchsatz betrifft, als auch um Rechtschreibung und Schreibstil.

Zur Erinnerung: Indie-Autoren (ein anderes Wort dafür ist Selfpublisher) sind Autoren, die verlagsunabhängig veröffentlichen. Ich gehöre auch dazu. Wir laden unsere Buch-Manuskripte zum Beispiel bei Amazon hoch und können so alles, was nicht ungesetzlich ist, als E-Book und/oder als gedrucktes Buch anbieten. Die Qualitätskontrolle liegt also jeweils in unseren eigenen Händen und nicht in denen eines Verlags.

Hier in leicht abgeänderter Form, was ich in meinem Facebook-Kommentar als Antwort auf die Frage im Titel dieses Posts geschrieben habe:
Meine Gedanken dazu als jemand, der schon lange als Journalistin und Autorin schreibend unterwegs ist, und als jemand, der (nicht nur) Wissenschaftlern einen leserfreundlichen Schreibstil beibringt:

1. Du kannst als Indie machen, was du willst.

2. Wenn deine Geschichten gut sind, ist es möglich, trotz Rechtschreibfehlern sowie stilistischer und typografischer Regelverstöße Leser zu finden. Es gibt Leute, die das alles nicht stört. Was eine gute Geschichte ist, das sehen verschiedene Leser wiederum unterschiedlich.

3. Schreibregeln, auch die zur Rechtschreibung, sind keine Naturgesetze. Manche sind Übereinkünfte, andere Geschmacksache, bei wieder anderen kommt es auf den Zusammenhang an. Beispiel: Zu viele Wiederholungen sind ungünstig, weil sie es oft schwierig machen, sich auf den Text zu konzentrieren. Wiederholungen können aber auch ein Stilmittel sein. Hier habe ich mehr zum Thema Rechtschreibung geschrieben: Einige Gedanken zur Rechtschreibung.

4. Den betreffenden Post beende ich so: "Erlaubt ist, was mir und (mutmaßlich) der Mehrzahl meiner Leser gefällt -- oder Letztere zumindest nicht übermäßig stört." Das bedeutet auch, so meine Vermutung, dass man mehr Menschen erreicht, wenn man sich darum bemüht (nennen wir es mal) handwerklich gut zu schreiben. Da ich mich beruflich viel mit einem guten, klaren Schreibstil befasse, kaufe ich zum Beispiel ein Buch schon dann nicht, wenn die Beschreibung Mängel (nach meiner Ansicht) aufweist. S. jedoch 1. und 2.

Schreiben ist etwas, zu dem ich mir viele Gedanken mache und das mir sehr am Herzen liegt. Ich bitte den langen Sermon zu entschuldigen. Ich habe ihn geschrieben in der Hoffnung, dass diese Überlegungen für die eine oder den anderen nützlich sind.
Wer möchte, kann dies gerne mit mir weiterdiskutieren, und zwar bei Facebook oder Google+.

Und nun zur Werbung ;-)

Tipps und Anregungen für einen leserfreundlichen Schreibstil finden Sie in diesen meinen Ratgebern:


Die Grundlagen des verständlichen Schreibens erklärt dieses Buch (als Print- und E-Book-Ausgabe erhältlich):


Die folgenden Bücher (als E-Books erhältlich) erweitern und vertiefen diese Grundlagen durch viele Beispiele und Übungen:




Dieses Buch schließlich (als Print- und E-Book-Ausgabe) enthält die Inhalte der beiden vorherigen, neu arrangiert und in einem einzigen, doppelt lehrreichen Buch vereint:



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