Dienstag, 19. September 2017

Wie realistisch soll wörtliche Rede in einem Roman sein?

Welche Wörter sollte man Romanfiguren in den Mund legen und welche lieber nicht? Wie realistisch soll/darf die Sprache der Charaktere sein? Wieder habe ich mir über solche Fragen anlässlich einer Facebook-Diskussion Gedanken gemacht.

Hier das Ergebnis, zu dem ich gekommen bin:

Wer sich solche Fragen stellt, sollte bedenken, dass in Romanen die gesprochene Sprache nie realistisch ist/sein sollte in dem Sinn, dass man die Sprache echter Menschen 1:1 abbildet.

Erstes Beispiel: In einem fiktionalen Text schreibt man nicht jedes Äh, das jemand relistischerweise sagt, und lässt nicht so viele Sätze ins Leere laufen.

Zweites Beispiel: Dialekt. Den gibt man normalerweise auch nicht 1:1 wieder, sondern deutet ihn nur mit wenigen Ausdrücken an, weil es die Leser sonst nervt.

In der oben erwähnten Diskussion ging es um Jugendsprache und die manchmal recht deftigen Schimpfwörter, die manche Jugendliche verwenden. Ich würde mit der Jugendsprache ebenso wie bei den geschilderten Beispielen verfahren. Also nur wenige Ausdrücke verwenden, die das widerspiegeln und gleichzeitig so wenig Leser wie möglich vergrätzen (das zu Schimpfwörtern) und die außerdem nicht so schnell veralten. Letzteres macht den Buch "haltbarer".

Nachtrag: Mir fiel gerade ein, dass ich einen Film mal nach ein paar Minuten abgeschaltet habe, weil gefühlt jedes zweite Wort, das die Darsteller von sich gaben, "fuck" war. Und daraus den Sinn des Gesagten herauszufiltern, war mir zu anstrengend. Obwohl es zweifellos Menschen gibt, die so sprechen.

Für eine weitere Frage siehe mein vorheriger Post: Müssen sich Indie-Autoren an Schreibregeln halten? 

Vielleicht entwickelt sich daraus ja eine Reihe ;-)