Donnerstag, 30. November 2017

Keine Erklärungen!

Zu diesem kurzen Post, der sozusagen aus dem Nähkästchen plaudert, hat mich ein Beitrag in dem Blog von Vera Nentwich inspiriert: Erklär mir nichts.

Hier meine Erfahrungen, wobei es mir um fertige Werke geht:

Dass es ein Warnzeichen ist, wenn man glaubt, erklären zu müssen oder durch Erklärungen etwas retten zu können, gilt auch für andere Arten von Texten. Als ich als Journalistin begann, dachte ich zunächst ein- oder zweimal, dass zum Beispiel die betreffenden Redakteure sozusagen zu dumm waren, etwas zu verstehen, und versuchte zu erklären, wie etwas gemeint war.

Bis mich die ernüchternde Erkenntnis traf: Wenn schon Leute, die vermutlich mehr als die normalen Leser verstehen wollen, was ich geschrieben gabe, etwas nicht verstehen, werden es andere (im Durchschnitt) erst recht nicht begreifen.

Deshalb ist meine Haltung seit vielen Jahren die: Der Text (Artikel, Roman(anfang) und so weiter) muss für sich sprechen. Wenn (mehrere) Leser mir die Rückmeldung geben, dass etwas unklar ist, liegt es am Text/an mir und ich muss etwas tun. Was ich tue, bestimme allerdings ich. Das heißt, Lösungen, die andere vorschlagen, übernehme ich nicht automatisch. Denn niemand weiß so gut wie ich (hoffentlich), was ich sagen will.

(Das Foto, das diesen Beitrag illustriert, stammt von Death to the Stock Photo.)

Tipps und Anregungen für einen leserfreundlichen Schreibstil finden Sie in diesen meinen Ratgebern:


Die Grundlagen des verständlichen Schreibens erklärt dieses Buch (als Print- und E-Book-Ausgabe erhältlich):


Die folgenden Bücher (als E-Books erhältlich) erweitern und vertiefen diese Grundlagen durch viele Beispiele und Übungen:




Dieses Buch schließlich (als Print- und E-Book-Ausgabe) enthält die Inhalte der beiden vorherigen, neu arrangiert und in einem einzigen, doppelt lehrreichen Buch vereint:



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Donnerstag, 16. November 2017

Neue Erfahrungen mit Diktiersoftware

Im letzten Jahr habe ich darüber berichtet, dass ich damit begonnen habe, die Diktiersoftware Dragon zu verwenden: Texte diktieren, schneller schreiben. Bis jetzt habe ich die Software wie dort beschrieben eingesetzt, nämlich nur sporadisch und um Notizen in ein Manuskript, zum Beispiel in die Dateien für einen Roman, zu übertragen.

Im Moment versuche ich im Rahmen des NaNoWriMo, meinen vierten Thriller zu beenden, und habe dabei einige neue Erfahrungen gemacht.

Eine bezieht sich darauf, dass ich meine Romane in der Software Scrivener verfasse. Wenn man direkt in der Maske dieser Schreibsoftware diktiert, kann man manche Dragon-Befehle nicht verwenden. Zum Beispiel kann man die Software nicht darauf trainieren, bestimmte Wörter korrekt zu schreiben. Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht, manche Begriffe, zum Beispiel Namen, in Word zu trainieren. Auch Thriller schreibt Dragon daraufhin jetzt problemlos (siehe dazu mein vorheriger Post).

Ein anderes Problem, das aufgetaucht ist, ist Folgendes: Wenn man etwas korrigiert, also neu in einen Satz einfügt, schreibt Dragon den Anfang des neuen Wortes immer mit einem Großbuchstaben. Ich habe deshalb etwas Zeit investiert, um einige Tricks zu lernen.

Sagt man "Kleinbuchstaben", so wird das nächste diktierte Wort klein geschrieben. Ein anderer schöner Befehl ist "rückgängig", der das zuletzt Diktierte löscht.

Man kann bei Dragon auch vorgeben, wie Dragon ein Wort oder einen Befehl umsetzt. Dadurch habe ich erreicht, dass es bei beziehungsweise nicht mehr die Abkürzung verwendet, und ich habe definiert, dass es nach dem Befehl "Beistrich" (statt "Komma") immer klein weitergeht. Das ist zum Beispiel praktisch, wenn ich in der direkten Rede ein Fragezeichen verwendet habe und nach den Anführungszeichen ein Komma setzen möchte. Denn dann würde Dragon wegen des Fragezeichens sonst groß weiterschreiben.

(Übrigens beginnt Dragon in diesem Blogprogramm alle neuen Sätze nicht automatisch mit Großbuchstaben. Da ich aber nicht vorhabe, regelmäßig meine Posts zu diktieren, habe ich nicht versucht, das zu ändern.)

Inzwischen schreibe ich auch neue Szenen meines Thrillers von Anfang an, indem ich sie diktiere. Dabei gehe ich anders vor als von manchen Autoren empfohlen. Ich diktiere nicht einfach drauflos und korrigiere die so entstandenen Kapitel später, sondern mache es wie beim Tippen eines Textes. Das heißt, ich lese mit und korrigiere sofort. Oft fällt mir nämlich, nachdem ich einen Satz getippt oder diktiert habe, eine bessere Formulierung ein. Dann sage ich "rückgängig" und starte einen zweiten Versuch.

Was ich außerdem beobachtet habe, ist etwas an sich Offensichtliches: Wenn ich Texte diktiere, formuliere ich keine Schachtelsätze, weil das beim Sprechen schwierig ist. Ebenso vermute ich, dass Dialoge so echter und natürlicher wirken, weil man beim Diktieren sofort spürt, ob etwas zum Beispiel gestelzt ist, beziehungsweise es erst gar nicht über die Lippen bringt.

Anmerkung am Rande: Ich habe bemerkt, dass ich beim Diktieren spannender Szenen regelrecht mitgehe und Dialoge zum Beispiel mit dramatischer Verve spreche. Ich nehme an, dass das auf die Qualität des Textes keine weiteren Auswirkungen hat. Aber es macht Spaß ;-)

(Drachenfoto: Björn Rudner, CC BY-SA 2.0)

Und hier ein Link zu der erwähnten Software bei Amazon:


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