Montag, 22. Dezember 2008

Besser schreiben: Die Lesbarkeit messen

In der Kürze liegt nicht nur die Würze. Kurze Wörter, Sätze und Absätze sind auch lesbarer. Wenn man nicht in ein Extrem verfällt. Aber das ist ja klar.

Lassen Sie Microsoft Word einmal vor und nach dem Redigieren eines Texts eine Lesbarkeitsstatistik anfertigen. Das geht so: Unter Extras die Rechtschreib- und Grammatikprüfung anklicken und durchlaufen lassen. Das kostet etwas Zeit, aber mit Sicherheit finden Sie währenddessen einige Fehler, die Sie ohnehin korrigieren müssten. Am Ende der Prüfung blendet Word Informationen zur Lesbarkeit des Textes ein: Zeichen pro Wort, Wörter pro Satz, Sätze pro Absatz. Es misst also die Länge von Wörtern, Sätzen und Absätzen. Und, wie zu Anfang gesagt, solange es im Rahmen bleibt, gilt: Kurz ist besser.

Es gibt sogar eine Lesbarkeitsforschung, die im Laufe der Zeit verschiedene Formeln entwickelt hat, v. a. fürs Englische, aber auch für deutsche Texte. Wer sich dafür interessiert, sollte unter dem Stichwort "Lesbarkeit" im Internet zu suchen.

Eine Methode basiert auf der Flesch-Formel. Und auf der Website leichtlesbar kann man seine Texte selbst mittels dieser Formel analysieren lassen. Das Ergebnis für diesen Beitrag bis hierhin sieht so aus:

Ihr Text besteht aus 18 Sätzen mit 185 Wörtern, wovon 134 verschiedene. Sie haben total 303 Silben benutzt (Endsilben auf -e zählen nicht).

Das ergibt einen Flesch-Wert von 58.

Ein Text mit einem Flesch-Wert von 51 bis 70 gilt als leicht lesbar.

Eine nette Spielerei, wenn man zum Beispiel am Computer sitzt und keine Lust hat zu arbeiten, sind die Text Stats von Amazon.com. Dieses Programm bestimmt die Lesbarkeit in Büchern, die der Verlag für „Search Inside!“ freigegeben hat. Meist also englischsprachige Werke. Berechnet werden unter anderem der Anteil der komplizierten Wörter, der Silben pro Wort, die Wörter pro Satz. Dafür geht man auf der Seite des jeweiligen Buchs zu "Inside This Book", "New", "Text Stats". Goethes Faust ist danach leicht lesbar, mit kurzen, einfachen Wörtern, aber etwas längeren Sätzen.

Nicht ganz ernst zu nehmen das Ganze, aber doch interessant.

Natürlich sollen Sie jetzt nicht hingehen und jeden Text zwanghaft analysieren. Aber ein Test hin und wieder kann die Augen öffnen und erzieherisch wirken.

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