Donnerstag, 24. Dezember 2009

So schrieb Charles Dickens 'A Christmas Carol'

Zu Weihnachten gibt es einen Beitrag aus meiner Reihe 'So arbeiten Schriftsteller'. In der New York Times kann man das Originalmanuskript von 'A Christmas Carol' bewundern, Seite an Seite mit der gedruckten Version. (Da sieht man, wozu das Internet gut ist!) Und man entdeckt, dass für Charles Dickens wie für jeden anderen Autor gilt: Writing is rewriting. Eine unbedingt lohnenswerte Lektüre für einige ruhige Stunden in der Weihnachtszeit. Der zugehörige Blogpost ist überschrieben A Christmas Rewrite, as Dickens Edits Dickens.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Fehlt das treffende Wort?

Keine Ahnung, wie man die einzelnen Zahnarztinstrumente nennt? Und wie heißen die Pfoten vom Dachs? Das Duden-Bildwörterbuch hilft mit rund 30000 Begriffen weiter (Duden 3, Das Bildwörterbuch: Die Gegenstände und ihre Benennungen).




Macht sich auch gut als Geschenk unterm Weihnachtsbaum ;-)

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Joyce Carol Oates sagt...

"Inspiration and energy and even genius are rarely enough to make 'art': for prose fiction is also a craft, and craft must be learned, whether by accident or design."

Gefunden hier:


Montag, 7. Dezember 2009

Titeln wie die taz

Die taz ist berühmt und wird von manchem Journalisten beneidet für ihre frechen und treffenden Titel. Jetzt verrät ein Insider im Hausblog der Zeitung, wie man's macht: “Je bekannter die Nachricht, desto mehr kann man spielen”.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

TextArt lobt meinen Schreibratgeber

Die aktuelle Ausgabe von TextArt, dem Magazin für Kreatives Schreiben, enthält eine ausgesprochen positive Besprechung meines Ratgebers "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten".

Besonders hat mir gefallen, dass die Autorin Pia Helfferich hervorhebt, was mir so wichtig ist, nämlich: "...ob ein Text gut ist, entscheidet sich bereits bei viel grundlegenderen Dingen, und diese gelten für alle Textsorten, für literarische ebenso wie für journalistische, geschäftliche oder private Texte." Kein Wunder, dass, wie ich erfahren habe, meine Tipps auch in Schreib-Workshops für Jugendliche weitergegeben werden. Aber das nur am Rande.

Zurück zur Rezension und dazu, was Pia Helfferich über mein Buch noch zu sagen hat. Zum Beispiel: "Man merkt dem Buch an, dass seine Autorin sich nicht nur auf die Theorie versteht, sondern auch mit der Vermittlung vertraut ist." Und etwas später: "Besonders positiv fällt die anwenderfreundliche Vermittlung auf." Noch ein drittes Zitat: "Sie selbst nennt ihr E-Book einen Crashkurs, und das ist es im besten Sinne."

Doch damit genug - so gerne ich es auch lese und hier wiedergebe ;-) Wer die gesamte Besprechung lesen möchte, kaufe sich die TextArt, die auch sonst eine Menge Lesenswertes zu bieten hat, wie das Inhaltsverzeichnis zeigt, zu dem man über das Archiv der Zeitschrift gelangt.

Apropos Zeitschrift: Soeben ist die neue Federwelt erschienen, die den dritten Teil meines Schreibworkshops enthält. Oder "Ingrid Glomps grandiosen Schreibkurs", wie es in der Ankündigung heißt. Ich gebe zu, solches Lob geht runter wie Öl ;-)

Elmore Leonard hat gesagt...

"Try to leave out the part that readers tend to skip."

Mittwoch, 25. November 2009

E-Mails auf Englisch schreiben - Auf Anhänge (attachments) hinweisen

Hier, wie im vorherigen Post versprochen, einige Formulierungen, mit denen man auf Anhänge hinweisen kann:
- Please find the manuscript attached.

- The files are attached.

- I am attaching the paper for you.

- I've attached both papers.

- Here is a copy.

Donnerstag, 19. November 2009

E-Mails auf Englisch schreiben - neue Beispiele

Ich habe ja schon darauf hingewiesen (z. B. hier), dass es beim Schreiben von E-Mails auf Englisch keine festen Regeln gibt, auf die sich alle einigen können oder wollen.

Insofern finde ich es immer wieder interessant, wie Muttersprachler ihre E-Mails gestalten, und greife einiges davon gern als Anregung auf, um für unterschiedliche Situationen gerüstet zu sein.

Einige, die mich in jüngster Zeit erreichten, folgen hier. Das Thema ist Anrede und Grußformel. In Klammern gebe ich davor jeweils die Situation an - beruflich (Erstkontakt, denn ich erhalte als Journalistin häufig Antworten auf Anfragen) oder privat - sowie, ob amerikanisches Englisch oder britisches Englisch (AE bzw. BE).

1. (Beruflich, BE)
Dear Vorname
texttexttext
best wishes
vorname
Man sieht, u. U. sind auch die Briten schnell beim Vornamen.

Und die Amerikaner u. U. nicht, s. 2. und 3.

2. (Beruflich, AE)
Dear Ms. Nachname,

Texttexttext.

Thank you,

(Signatur aus) Vorname Nachname, Titel, Titel
Position
Adresse
3. (Beruflich, AE)
Dear Dr. Nachname,

Texttexttext.

Very best wishes,

Vorname Nachname, Titel
Universitätsabteilung
4. (Beruflich, AE)
Thanks for the interest, Vorname. Texttexttext.

Best, Vorname

Und schließlich noch eine andere Möglichkeit, eine private Mail zu gestalten:

5. (Privat, AE)
Hi Vorname - Textexttext. - Vorname

Im nächsten Post finden Sie einige Formulierungen, mit denen man auf Anhänge hinweisen kann.

Wenn Sie noch mehr wissen möchten, blättern Sie in der Rubrik Englisch schreiben.

Montag, 16. November 2009

So schreibt man fürs New York Times Magazine

Selbst hochrangige Journalisten vertrauen beim Schreiben manchmal (zu sehr) auf Formeln. Wie man einen Artikel für das Magazin der New York Times beginnt, hat Nell Scovell entdeckt. In So a Bomb Exploded ... but What Was the Weather Like? liefert sie eine Vorlage, mit der nichts schief gehen kann, und beweist, dass die Anwendung kinderleicht ist. - Lesen und schmunzeln.

Donnerstag, 12. November 2009

Schreiben wie Hemingway

Als Reporter beim Kansas City Star lernte Ernest Hemingway diese Stilregeln:
  1. Use short sentences.
  2. Use short first paragraphs.
  3. Use vigorous English, not forgetting to strive for smoothness.
  4. Be positive, not negative.
Sein Kommentar: "Those were the best rules I ever learned for the business of writing. I've never forgotten them. No man with any talent, who feels and writes truly about the thing he is trying to say, can fail to write well if he abides with them."

gefunden auf einer Seite des Hemingway Archivs der Kennedy Presidential Library



Montag, 9. November 2009

Wie e-mailen junge Leute auf Englisch?

Typische junge Amerikaner e-mailen überhaupt nicht. Sie texten, IMen oder kommunizieren über Facebook.

Wenn sie aber doch einmal eine E-Mail schreiben, dann

- verzichten sie auf eine formelle Anrede und Grußformel,
- schreiben sie alles klein,
- verzichten sie auf vollständige Sätze,
- gehen sie mit Satzzeichen kreativ um,
- fassen sie sich kurz.

Der letzte Punkt gilt v. a., wenn junge Männer sich mailen.

Eine Glückwunschmail sieht so aus:
Betreff: Bro!
Text: Nice, Bro!
Eine Beileidsbekundung so:
Betreff: Dude
Text: Sorry, Bro.

Woher ich das weiß? Aus zwei (nicht ernst gemeinten!) Büchern:



und



Donnerstag, 5. November 2009

Wie hält man einen guten wissenschaftlichen Vortrag?

Etwas off topic, aber ich weiß, dass auch (Natur-) Wissenschaftler mein Blog lesen. Außerdem hängen die Fähigkeiten, sich mündlich und schriftlich gut auszudrücken, natürlich zusammen.

Als Einstieg in das Thema hier das Filmchen "Talking Science":



Als ich das Video sah, wurden viele Erinnerungen an meine Zeit als Wissenschaftlerin/Biologin wach. An eigene Präsentationen, v. a. aber an unzählige Vorträge, die mich begeistert oder aber auch im wahrsten Sinne des Wortes in den Schlaf versetzt haben ;-)

Allen, die an ihrer Vortragskunst arbeiten möchten, empfehle ich die Website von Lisa B. Marshall und dort v. a. die Seiten Resources und Samples.

Möchten Sie lernen, wie man sich schriftlich klar und lesbar ausdrückt, dann empfehle ich meinen Workshop "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" - live oder als günstiges Buch oder E-Book.

Montag, 2. November 2009

Rechtschreibfehler aufspüren

Ein guter Tipp aus der Protextbewegung: Lesen Sie rückwärts!

Wer kennt das nicht: Man hat einen Text beim Überarbeiten so oft gelesen, dass man gar nicht mehr wahrnimmt, was dort genau steht. Die Folge: Man übersieht dumme Tippfehler.

Kurze Texte sollte man deshalb auch einmal rückwärts lesen. So nimmt man jedes Wort für sich und damit neu wahr.

Danke, Susanne Ackstaller, für den guten Rat!

Noch mehr Tipps (u. a. von mir) finden Sie hier.

Montag, 26. Oktober 2009

Noch einmal: unfreiwillig komisch

Kürzlich stieß ich in einer Pressemitteilung wieder einmal auf ein Beispiel, wie man seine Leser durch einen falschen Bezug zwischen Wörtern zum Nachdenken bringen oder amüsieren kann. (Je nach Persönlichkeit des Lesers.)
The Centers for Disease Control and Prevention (CDC) estimate that 26.9 million U.S. adults are affected by osteoarthritis with 16% (aged 45+ years) of those cases occurring in the knee. Approximately 18.7 % of symptomatic knee osteoarthritis patients are female and 13.5% are male.
Soso, 18,7 % der Patienten sind weiblich und 13,5% sind männlich. "Und der Rest?", fragt sich die verwirrte Leserin ;-)

Gemeint ist vermutlich, dass 18,6 % der Frauen und 13,5% der Männer mit Arthritis unter einer Kniearthritis leiden.

Noch mehr Beispiele gefällig? Klicken Sie auf Unfreiwillig komisch: Der falsche Bezug.

Und weil Sie solche Fehler vermeiden wollen, kaufen Sie am besten noch heute meinen Workshop Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Doppelte Verneinungen - die Ausnahme

Und schon muss ich mir selbst widersprechen. Zwar habe ich am Ende meines vorherigen Posts geschrieben:

Immer eine schlechte Idee: doppelte Verneinungen.

Doch wie so oft gibt es auch in diesem Fall ein Ausnahme: In seltenen Fällen gibt eine doppelte Verneinung einer Aussage Pfiff. Wie im folgenden Beispiel kann sie den Leser – mit leichter Ironie – veranlassen nachzudenken:

Männliche Erwartungen nicht zu erfüllen, ist nicht Richtschnur meines Handelns.

Das habe ich neulich so oder so ähnlich bei einer Journalistin gelesen. Ganz klar: In diesem Fall würde es erstens den Sinn entstellen, die beiden „nicht“ zu streichen. Und zweitens macht man sich als Leser gerne die Mühe, etwas länger nachzudenken, weil man mit einem Aha-Effekt belohnt wird.

Es muss also heißen: In den allermeisten Fällen ist die doppelte Verneinung eine schlechte Idee. In geschickten Händen kann sie jedoch zum eleganten Stilmittel werden.


Weitere Tipps gibt's hier:


 

Montag, 19. Oktober 2009

Nicht selten keine gute Idee: doppelte Verneinungen

Geben Sie's zu: Sie brauchten mehrere Anläufe, um die Überschrift dieses Posts zu verstehen. Wenn Sie sich überhaupt die Mühe gemacht haben.

Menschen verstehen negative Aussagen schlechter als positive (oder 'affirmative'). Genauer gesagt, benötigen sie mehr Zeit, um Verneinungen zu verstehen.

Sie können sich vorstellen, was bei einer doppelten Verneinung geschieht. Nicht wenigeViele Menschen verstehen eine doppelte Verneinung überhaupt nicht.

Zum Glück gibt es mehrere einfache Lösungen für dieses stilistische Problem:

- Streichen Sie beide Verneinungen. Aus der Überschrift wird dann: Selten eine gute Idee.

- Oder verkehren Sie eines der verneinten Wörter ins Gegenteil: Meistens keine gute Idee.

- Oder verkehren Sie beide Wörter ins Gegenteil: Meistens eine schlechte Idee.

Bei diesem Beispiel lassen sich alle Möglichkeiten anwenden. Ansonsten müssen Sie von Fall zu Fall ausprobieren, was am besten passt.

- Manchmal muss man auch umformulieren. Es gibt Sätze, da kann man die Verneinungen nicht einfach entfernen, weil sich dann der Sinn ändert. Beispiel: Hersteller müssen nicht zeigen, dass Vitamine keine Nebenwirkungen haben. Wenn ich das nicht und das keine entferne, entsteht ein völlig anderer Sinn. Stattdessen kann ich schreiben: Hersteller müssen Vitamine nicht auf Nebenwirkungen testen. Oder: Hersteller müssen nicht untersuchen, ob Vitamine Nebenwirkungen haben.

Ich gebe zu, ich habe beim Verfassen der Überschrift gemogelt, weil ich ein Beispiel benötigte, um die verschiedenen Lösungen vorzuführen.

Natürlich muss es heißen:

Immer eine schlechte Idee: doppelte Verneinungen.

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Freitag, 16. Oktober 2009

Empfehlungsschreiben auf Englisch, die 2.

Ich habe bemerkt, dass sich mein Post über das Schreiben von englischen Empfehlungsbriefen großer Beliebtheit erfreut. Deshalb gibt es hier, sozusagen auf vielfachen Wunsch, einen weiteren Link, dieses Mal zu Musterschreiben für viele Gelegenheiten: Top 10 Sample Recommendation Letters.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ein Jahr Schreibhandwerk: Die drei besten Buchtipps

Weiter geht's unter dem Motto "Das Beste aus einem Jahr Schreibhandwerk-Blog". Heute drei Links zu Posts mit Buchempfehlungen:

- Buchtipp,

- Writing Tools von Roy Clark,

- Englisch schreiben: zwei Buchempfehlungen.

Und außer Konkurrenz natürlich noch die beiden Ratgeber in diesem Post: Besser schreiben in Studium und Beruf.

Montag, 12. Oktober 2009

Ludwig Wittgenstein hat geschrieben...

"Man könnte den ganzen Sinn des Buches etwa in die Worte fassen: Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen."
(aus dem Vorwort zu seinem "Tractatus logico-philosophicus"; Hervorhebung von mir)



Freitag, 2. Oktober 2009

Jetzt in der Federwelt: der zweite Teil meines Schreibworkshops

Gerade erschienen: das Oktober/November-Heft der Federwelt mit dem zweiten Teil meines Schreibworkshops "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten".

Aber auch sonst ist diese Zeitschrift für Autorinnen und Autoren immer wieder lesenswert ;-)



Und wer auf die dritte und vierte Folge meines Workshops nicht warten möchte oder die erste Folge versäumt hat, der kann den gesamten Kurs auch als E-Book für günstige 8,50 € bei ciando erstehen. Einfach hier klicken.

Montag, 28. September 2009

Mittwoch, 16. September 2009

Ein Jahr Schreibhandwerk

Wie die Zeit vergeht. Vor einem Jahr schrieb ich in meinem ersten Post:
"Schreiben ist ein Handwerk: Man kann es lernen und man muss es üben." Warum habe ich dieses Motto für mein Blog gewählt?

Der Gedanke, dass man Schreiben lernen kann und muss, ist vielen fremd. Gerade in Deutschland. Manche glauben, schreiben kann jeder. Das lernt man schließlich in der Schule. Andere denken: Zum Schreiben braucht man eine angeborene Begabung.

Ich behaupte: Gut, lesbar, verständlich schreiben, das kann man nicht automatisch, sobald man weiß, wie man Buchstaben und Wörter aneinanderreiht. Das muss man lernen. Andererseits ist es keine Geheimwissenschaft und man braucht kein spezielles Talent. Es gibt klare Regeln, die man lernen kann. Und man muss trainieren.

Nehmen wir das Friseurhandwerk. Da kommt auch nicht jeder, der eine Schere halten kann, auf die Idee, er könne Haare schneiden. Andererseits lässt sich das mit der nötigen Anleitung, etwas Geduld und Übung durchaus lernen. Oder die Musik: Es ist klar, dass nicht jeder, der ein paar Tasten anschlagen oder „Alle meine Entchen“ klimpern kann, auch gleich als Klavierspieler gilt. Er oder sie kann es aber mit ausreichend Unterrichtsstunden und – ja – Übung werden.

Nur wenigen ist es gegeben, es Glenn Gould oder Artur Rubinstein gleich zu tun. Aber Sie wollen ja auch kein zweiter Shakespeare, keine zweite Joanne K. Rowling werden. (Oder vielleicht doch?) Mit der Schreibkunst werde ich mich hier allerdings nicht beschäftigen und mit kreativem Schreiben eher am Rande.

In diesem Blog geht es um Gebrauchstexte, Schreiben für jede Gelegenheit, und zwar solche Texte, die ihren Zweck erfüllen: Der Leser soll sie mühelos verstehen, sogar gerne lesen und nicht nach ein paar Zeilen entnervt beiseite legen.

Als Journalistin schreibe ich nicht nur, ich redigiere auch, was andere verfasst haben. Und als ich meinen Workshop "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" entwickelt habe, musste ich mich noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen.

Was ich dabei herausgefunden habe, aber auch vieles andere, das ich im Laufe der Zeit entdeckt habe - und noch entdecken werde -, können Sie ab jetzt in meinem Blog erfahren.
Ein Jahr "Schreibhandwerk" ist ein guter Anlass zurückzublicken. Deshalb erwarten Sie hier in den nächsten Tagen Posts mit Links zu den besten und beliebtesten von knapp 150 Beiträgen zu verschiedenen Themen.

Donnerstag, 10. September 2009

Pons: schönes Rundum-Angebot

Die Website www.pons.eu bietet als "Sprachenportal" nicht nur Wörterbücher für Übersetzungen, sondern auch Hilfe bei der Rechtschreibung und ein Bildwörterbuch. Letzteres ist manchmal hilfreich, wenn man einen bestimmten Begriff sucht.

Selbst das Übersetzungssystem ist erstaunlich gut. Natürlich kann man sich auf seine "Übersetzungen" nicht verlassen (insofern ist es paradoxerweise eher für Sprachkundige geeignet). Aber man bekommt schnell sehr gute Anregungen und kann sich sogar Wortalternativen zeigen lassen.

Mittwoch, 9. September 2009

Lebenslauf auf Englisch, die Zweite

Eine Ergänzung zu meinem Post CV: Lebenslauf auf Englisch.

Wie ich entdeckt habe, gibt es bei Microsoft eine ganze Sammlung von Musterlebensläufen.

Montag, 7. September 2009

Mark Twain zum Thema: Sich kurz zu fassen dauert länger

Dass es viel Arbeit macht, eine Idee auf den Punkt zu bringen und einen Text von allem Überflüssigen zu befreien, veranschaulicht sehr schön diese Geschichte aus dem Artikel Dot-Dot-Dot, Dash-Dash-Dash, No More in der New York Times:

Mark Twain, like most writers, found it easier to write long than short. He received this telegram from a publisher:

NEED 2-PAGE SHORT STORY TWO DAYS.

Twain replied:

NO CAN DO 2 PAGES TWO DAYS. CAN DO 30 PAGES 2 DAYS. NEED 30 DAYS TO DO 2 PAGES.

Donnerstag, 3. September 2009

E-Mails und Briefe auf Englisch: Microsoft hilft

Ratlos? Keine Ahnung, wie man auf Englisch sagt - oder vor allem schreibt? Vielleicht helfen die Musterbriefe aus der Template-Sammlung von Microsoft Office Online weiter. Eine wahre Fundgrube an Formulierungen für die unterschiedlichsten Anlässe.

Donnerstag, 27. August 2009

Ein Satz, zwei Probleme

Und wieder einmal ein Beispiel aus dem täglichen Lesen. Den folgenden Satz fand ich in einem Sachbuch:

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten nicht gilt.

Dieser Satz hat zwei große Probleme:

1. schiebt sich ganz am Ende noch ein 'nicht' hinein, das den Sinn ins Gegenteil verkehrt. Dies ist eine Variation des deutschen Problems, über das ich schon in einem früheren Post geschrieben habe. Wobei man in diesem speziellen Fall das 'nicht' vorziehen kann:

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich nicht für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten gilt.

Das ist allerdings nicht viel besser, denn

2. erschwert die doppelte Verneinung das Verständnis:

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich nicht für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten gilt.

Doppelte Verneinungen sind immer ein Problem und vielleicht schreibe ich darüber einmal in einem späteren Post. In meinem E-Book Gut und verständlich schreiben widme ich ihnen ein eigenes Kapitel. Aber weiter im Text mit einem Lösungsvorschlag:

Man sollte nicht übersehen bedenken, dass dies sehr wahrscheinlich nicht für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten gilt.

Wenn man sich schließlich den kleineren Problemen zuwendet und

3. beherzt an verschiedenen Stellen streicht, kommt dabei ein leicht verständlicher Satz von schlichter Schönheit heraus. Aus

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten nicht gilt.

wird

Für die meisten anderen Tiere gilt das sehr wahrscheinlich nicht.

Je nachdem, was der Autor sagen will und in welchem Zusammenhang der Satz steht, kann man gegebenenfalls auch noch das 'andere' und das 'sehr' streichen.

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Donnerstag, 20. August 2009

CV: Lebenslauf auf Englisch

Wie schreibt man einen Lebenslauf (Curriculum Vitae oder CV, Résumé) auf Englisch?

Hier einige nützliche Links:

Post zu einem verwandten Thema: E-Mail-Bewerbung auf Englisch.

Und nun zur Werbung ;-)

Nicht nur für Studenten und Wissenschaftler:



Dienstag, 18. August 2009

Eine Bewegung für professionelle Texte

Protext nennt sich eine Vereinigung, die sich so beschreibt:
Hinter der Protextbewegung steht eine Gruppe von Profis aus dem Textbereich: aus Werbung und PR, Korrektorat und Lektorat, Journalismus und Redaktion, aus dem Übersetzungsbereich und dem Buchsektor. Der Anstoß zur Bewegung kam aus den Reihen des Texttreffs – eines Netzwerks wortstarker Frauen.
Unser Ziel ist es, der professionellen Textarbeit mehr Anerkennung zu verschaffen. Es muss Schluss sein mit schlechten Texten, mit Dumpingpreisen und Verletzungen des Urheberrechts.
Eine Idee und eine Bewegung, die ich voll und ganz unterstütze. Zum Beispiel mit einem Schreibtipp und in Zukunft vermutlich noch weiteren.

Das Stöbern in den Protext-Tipps lohnt sich für Anfänger und auch für Fortgeschrittene. Sei es um Neues zu lernen, sich an Wichtiges zu erinnern oder sich einfach an den Ratschlägen und Formulierungen zu erfreuen.

Mein Lieblingstipp in dem Post Der Feinschliff: So überarbeiten Sie Ihre Texte von Jutta Miller-Waldner lautet:
Wenn Ihr Text nach dem Überarbeiten länger ist als vorher, haben Sie etwas falsch gemacht.
So isses.

Montag, 17. August 2009

Aus dem täglichen Lesen: wissenschaftliche Umschreibung

Kürzlich habe ich herausgefunden (in dem Manuskript eines Radiobeitrags), welche Bezeichnung Psychologen für Geschwätzigkeit verwenden:

starke verbale Überproduktion.

Mittwoch, 12. August 2009

Was braucht eine gute Geschichte?

Charakterentwicklung und Plot, beides gehört zu einer Geschichte. Für das ideale Verhältnis der beiden zueinander hat der Autor Michael A. Stackpole eine 'Formel' gefunden.

In seinem Post The Myth of Formula schreibt er mehr dazu:
30% of your story better be about your main character’s growth arc, and the rest of the words better make up a self-contained and satisfying story that stands alone.

...the 30/70 split is a guideline I came up with myself in thinking about what other authors have done to keep me interested in their long-running series. Since coming up with it (and varying the percentages in the stories I serialize to my website) I’ve noticed that television shows like Burn Notice and Castle hit pretty much the same percentages. As television is the dominant storytelling medium in the world today, and television presentations educate us as how to understand story, producing work that is compatible with that model only makes it easier for consumers to enjoy our work.

Montag, 10. August 2009

Mark Twain zum Thema Füllwort

"Substitute 'damn' every time you're inclined to write 'very;' your editor will delete it and the writing will be just as it should be."
- Mark Twain -


S. a. meine Posts

Freitag, 7. August 2009

Das Autorenleben ist paradox - findet Chip Scanlan

Heute gibt es einen Link (oder streng genommen drei): Chip Scanlan schreibt bei Poynter Online über die Ten Paradoxes of the Writing Life.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Wer einfach schreibt, wirkt klüger

Anders, als viele vermuten, wirkt jemand, der ohne guten Grund lange, komplizierte Wörter verwendet, nicht besonders intelligent. Tatsächlich wird derjenige als klüger eingeschätzt, der Begriffe benutzt, die dem Leser geläufig sind.

Das hat ein Wissenschaftler aus Princeton herausgefunden. Nachzulesen sind seine Ergebnisse

- in der Pressemitteilung über die Forschung The secret of impressive writing? Keep it plain and simple

sowie

- in der Veröffentlichung selbst Consequences of Erudite Vernacular Utilized Irrespective of Necessity: Problems with Using Long Words Needlessly.


S. zu diesem Thema auch meine Posts

Empfehlenswert: Artikel von Serge Debrebant

und

Besser schreiben: Sag's einfach

Montag, 27. Juli 2009

So schreibt man (k)eine gute Kurzgeschichte

Statt eines eigenen Beitrags hier ein Link zu einem Post von J.A. Konrath mit vielen wichtigen Hinweisen: How Not To Write A Story.

Nachtrag: Weil dieser Post so oft angesteuert wird, schreibe ich in diesem Blog nun doch selbst eine ganze Reihe von Artikeln zum Thema Kurzgeschichten schreiben.

Es ist Ihnen zu mühsam, sich die einzelnen Posts hier im Blog zusammenzusuchen? Da habe ich eine bequeme, kostengünstige Alternative für Sie:

Sie möchten erst noch mehr über das Büchlein erfahren? Klicken Sie hier.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Studie über die Deutschen und ihre Sprache

Über 2.000 Menschen in Deutschland wurden zu ihrer Einstellung zur deutschen Sprache befragt. Nachzulesen sind die wichtigsten Ergebnisse in einer Pressemitteilung des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache mit dem Titel Deutsche lieben ihre Sprache.

Hier möchte ich nur auf zwei Ergebnisse hinweisen. Erstens:
Fast alle Befragten halten es für wichtig bis sehr wichtig, dass man sich beim Sprechen (92%) und Schreiben (95%) sorgfältig ausdrückt und die Rechtschreibregeln beachtet.
Hört, hört. Ist das doch das Ziel dieses Blogs :-)

Und zweitens:
Menschen, die häufig im Internet lesen, zeigen insgesamt ein intensiveres Leseverhalten. Sie nutzen häufiger deutsche Wörterbücher und lesen häufiger Bücher, Zeitungen und Zeitschriften.
Interessant. Aber nicht wirklich erstaunlich.

Dienstag, 21. Juli 2009

Heute erscheint der neue Duden

Beim Verlag hat man die Zeichen der Zeit erkannt und so erscheint die neue Auflage des Duden - es ist die 25. - auch in einem "Medienpaket" mit einer Korrektursoftware.

Mehr als 5000 Wörter wurden neu in das Rechtschreibverzeichnis aufgenommen, darunter „Abwrackprämie”, „fremdschämen”, „Hybridauto”, „twittern” und „Zwergplanet”. Zwergplanet?

Wie auch immer. Wer mehr wissen möchte, lese die Pressemitteilung.

Der Duden solo:



und im Paket mit der Korrektursoftware:

Donnerstag, 16. Juli 2009

Oft überflüssig: Adjektive und Adverbien

Für den Schreibstil gilt: Schlank ist gut. Deshalb sollte man Adjektive und Adverbien nur einsetzen, wenn sie wichtige Informationen enthalten, zum Beispiel für das Verständnis nötig sind oder eine Aussage präzisieren.

Also: das rote Kleid, nicht das blaue.

Aber nicht: schnell rennen.

Adjektive (Eigenschaftswörter) und Adverbien (Umstandswörter) sind Wörter, die Substantive und Verben genauer beschreiben. Wie wir gesehen haben, sind sie nicht immer überflüssig. Man sollte sich jedoch jedesmal fragen, ob ein Adjektiv oder Adverb tatsächlich einen Zweck erfüllt oder ob man es streichen kann.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Karen E. Bender schreibt...

"I tell my students that part of becoming a writer means pretending that you are one."

Mehr dazu in dem Essay Give me an E in der Los Angeles Times.

Montag, 6. Juli 2009

Lawrence Block sagt...

...über Genre-Literatur:
What's odd, though, is that genre fiction lasts much longer than anything else. Writers don't realize this. They think they have to write serious literature to make a mark on the ages, but most bestselling mainstream novels are forgotten during the author's lifetime... Agatha Christie has never been out of print for more than 20 minutes. When all is said and done, people would just as soon have a good time.
Gefunden in dem Artikel The race to the finish line in der Los Angeles Times.

Montag, 29. Juni 2009

Empfehlungsschreiben auf Englisch

Heute gibt es nur einen Link, nämlich zu einem Muster für einen Empfehlungsbrief auf Englisch.

Es geht in diesem speziellen Fall darum, wie man Studenten für universitäre Projekte empfiehlt. Aber vermutlich sind einige Passagen auch in anderen Situationen hilfreich.

Einen weiteren Link finden Sie im Post Empfehlungsschreiben auf Englisch, die 2.

Weitere Formulierungshilfen, zum Beispiel für E-Mails, finden Sie in der Rubrik Englisch schreiben.

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Donnerstag, 25. Juni 2009

Ernest Hemingway hat gesagt...

"Prose is architecture, not interior decoration..."

Gefunden in dem New York Times-Artikel Hemingway's Quality Built On a Stern Apprenticeship.

Montag, 22. Juni 2009

Fürsprache für Füllwörter

Der zweifache Kisch-Preis-Träger Christoph Scheuring bricht in einem Interview eine Lanze für die häufig - und auch von mir - geschmähten Füllwörter.
Ein Füllwort kann dem Satz seine Schärfe nehmen, es kann ihm die richtige Melodie und den gewollten Rhythmus geben, es kann dafür sorgen, dass der Text im Fluss bleibt und nicht ins Stocken kommt und sich der Leser in ihm wohl fühlt. Für mich gibt es viele gute Gründe für den planvollen Gebrauch eines Füllworts.
Tja, wie heißt es so schön? Keine Regel ohne Ausnahme. Oder auch: Man muss Regeln beherrschen, ehe man sie - planvoll - bricht. ;-)

Gefunden habe ich das Interview auf der nicht nur für Journalisten interessanten Website des Reporter-Forums.

Montag, 15. Juni 2009

Reportagen schreiben

Ich möchte die Bandbreite dieses Schreib-Blogs in Zukunft vergrößern und auch Tipps für spezielle Arten des Schreibens und bestimmte Textformen geben. Es wird also demnächst auch hin und wieder um literarisches Schreiben gehen oder um Journalismus.

Den Anfang mache ich heute mit einem Tipp zum Thema Print-Reportage. Und zwar möchte ich auf das Reporter-Forum hinweisen, eine wunderbare Einrichtung, die jedes Jahr Workshops abhält.

Der Clou: Die Vorträge der Dozenten stehen als Audio-Mitschnitte online und die Texte, die besprochen werden, ebenfalls. So kann man sich seine eigenen Fortbildungsveranstaltungen zusammenstellen. Von Alexander Osang etwas über die "Reportage als Porträt" lernen und von Hania Luczak (Geo) etwas über "Die so genannte Wissenschaftsreportage" erfahren. Die Dozenten sind Journalisten von ZEIT, SPIEGEL, brand eins und anderen hochkarätigen Blättern. Was ich mir bisher angehört habe, war hochinteressant und sehr empfehlenswert.

Bis jetzt gibt es Materialien zum

Workshop 2007

und zum

Workshop 2008.

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Donnerstag, 11. Juni 2009

Gewonnen!


...nämlich das Buch "Jetzt komm ich" von Sabine Asgodom und Hermann Scherer, und zwar für meinen Beitrag Was bin ich? (Auch) Ein Schreibcoach zur Blogparade Stark durch Coaching von Claudia Frey.

Vielen Dank an Sabine Asgodom, die den Preis gestiftet, und an Claudia Frey, die ihn verlost hat!

Montag, 8. Juni 2009

Ein falsch gesetztes Komma kann teuer werden

Ein falsch gesetztes Komma in einem Vertrag könnte eine Firma möglicherweise mehr als 2 Millionen Dollar kosten.

Genaueres dazu auf der Website der kanadischen Zeitung The Globe and Mail in dem Artikel Comma quirk irks Rogers.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Peter de Jonge hat gesagt...

"Even the most literary book has to be a page turner. You’re not accomplishing anything by writing something that’s hard to read."

Gefunden habe ich das Zitat in dem New York Times-Artikel An Author’s Collaborator Goes It Alone.

Sonntag, 31. Mai 2009

Umfrage zu meinem E-Book

Seit März gibt es meinen Schreibworkshop "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" als E-Book und es haben sich schon eine Reihe von Lesern begeistert darüber geäußert.

Ich glaube, dass sich gerade für einen solchen Workshop, bei dem man immer wieder eigene Texte bearbeitet, die Form des E-Books anbietet, da man schnell vom einen Fenster (mit dem Kurs) zum anderen Fenster (mit dem eigenen Text) wechseln und so das Gelernte sofort anwenden kann.

Allerdings verspüre ich bei manchen Interessenten ein gewisses Zögern, wenn sie erfahren, dass man den Workshop nur als E-Book kaufen kann. Es gibt anscheinend doch eine Menge Menschen, denen diese Buchform nicht vertraut und wohl auch nicht ganz geheuer ist. Deshalb und um zu erfahren, ob es sich lohnen würde, meinen Workshop auch in "Papierform" zu veröffentlichen, habe ich in der rechten Spalte meines zweiten Blogs eine kleine Umfrage gestartet.

Bitte lassen Sie - als potentielle Käufer - mich wissen, ob Ihnen ein "richtiges" Buch lieber wäre oder ob Sie das E-Book bevorzugen.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Aus dem täglichen Lesen: Ein Prachtexemplar von Bandwurmsatz

Neulich in einer Pressemitteilung:

Ziel der Konferenz ist es, aktuelle Entwicklungen der deutschen Gleichstellungspolitik in und für Wissenschafts- und Forschungsorganisationen zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern zu bilanzieren und innovative Handlungsempfehlungen zur Karriereförderung für Frauen im Arbeitsfeld Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Wissenschaftsmanagement, zu geben.

Ich glaube nicht, dass es einen Menschen gibt, der diesen Satz in einem Anlauf lesen und verstehen kann. Vermutlich geben die meisten nach drei oder vier Zeilen auf.

Zugegeben der Satz enthält eine Menge lange Bezeichnungen, die sich wohl nicht vermeiden lassen. Gar nicht so einfach, ihn umzuformen.

1. Streichen wir erst einmal, was überflüssig ist:

Ziel der Konferenz ist es, aktuelle Entwicklungen der deutschen Gleichstellungspolitik in und für Wissenschaft(s-) und Forschung(sorganisationen) zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern zu bilanzieren und innovative HandlungsEmpfehlungen zur Karriereförderung für Frauen inm Arbeitsfeld Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Wissenschaftsmanagement, zu geben.

Falls das sachlich richtig ist (was ich nicht beurteilen kann), sollte man auch die Organisationen in der zweiten Zeile streichen.

2. Dann machen wir zwei Sätze aus dem einen und lagern die Aufzählung aus:

In Deutschland wird einiges zur Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft(s-) und Forschung(sorganisationen?) unternommen: zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern. Ziel der Konferenz ist es, eine Bilanz zu ziehen und Empfehlungen zur Karriereförderung für Frauen in Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Wissenschaftsmanagement, zu geben.

3. Schließlich wandeln wir noch ein Substantiv in ein Verb um (Förderung in fördern):

In Deutschland wird einiges zur Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Forschung(sorganisationen?) unternommen: zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative, des Paktes für Forschung und Innovation, des Hochschulpaktes 2020, der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern. Ziel der Konferenz ist es, eine Bilanz zu ziehen und Empfehlungen zu geben, wie man die Karriere von Frauen in Wissenschaft und Forschung, und besonders im Wissenschaftsmanagement, fördern kann.


Das wäre mein Vorschlag zur Güte. - Ich hoffe, ich habe verstanden, worum es geht, und den Sinn der Aussage nicht verändert. War nicht ganz leicht zu verstehen, der Satz ;-)

Siehe dazu auch

- Erträgliche und unerträgliche Bandwurmsätze (eine Art Fortsetzung dieses Posts)

- Leere Kalorien: Füllwörter,

- Fortsetzung: Ein deutsches Problem,

- Besser schreiben: Die Streichung von -ung.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Im Job gefragter denn je: klar formulieren können

He Wants Subjects, Verbs and Objects, so ist ein Interview mit Richard Anderson, dem Chef von Delta Air Lines, in der New York Times überschrieben. Denn was sucht Anderson bei Bewerbern um Führungspositionen? (Hervorhebungen von mir.)
Really good communication skills. More and more, the ability to speak well and write is important. You know, writing is not something that is taught as strongly as it should be in the educational curriculum. So you’re looking for communication skills...

I think this communication point is getting more and more important. People really have to be able to handle the written and spoken word. And when I say written word, I don’t mean PowerPoints. I don’t think PowerPoints help people think as clearly as they should because you don’t have to put a complete thought in place. You can just put a phrase with a bullet in front of it. And it doesn’t have a subject, a verb and an object, so you aren’t expressing complete thoughts. And a lot of what we do in communication, when you write e-mail, you need to express yourself very clearly so people understand whether we’re going to L.A. today or we’re going to Boston today.
Sich klar und verständlich ausdrücken zu können, ist also im Beruf wichtiger denn je. Leider lernt man das nur selten in der Schule.

Tipps finden Sie in meinem Buch:


Grundregeln des verständlichen Schreibens können Sie mit diesem Workshop in Buchform lernen:


Dienstag, 19. Mai 2009

Mein Rundum-Angebot für Schreiblernwillige

Gerade in der heutigen Zeit besteht eine entscheidende berufliche Qualifikation darin, dass man sich verständlich ausdrücken und gut lesbar formulieren kann. (Siehe mein vorheriger Post.) Der Eine oder die Andere hat damit (noch) Probleme. Doch Hilfe naht:

Mein Engagement für „Gutes und verständliches Schreiben“ umfasst ein ganzes Paket von Angeboten:
- das Blog, das Sie gerade lesen: www.schreibhandwerk.blogspot.com
- meinen Workshop „Gut und verständlich schreiben – in zehn einfachen Schritten“ als E-Book und als Print-Buch
- meinen Live-Workshop „Gut und verständlich schreiben – in zehn einfachen Schritten“
- das Lektorat von Texten aller Art
- Schreib-Coaching (Anfragen bitte an: schreibhandwerk@gmail.com )
Wie Sie sehen, ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Die Tipps hier im Blog sind sogar völlig kostenlos!

Da ich Biologin und Wissenschaftsjournalistin bin, richteten sich meine Angebote zunächst an Wissenschaftler. Von diesem Blog, meinem Buch, E-Book usw. kann jedoch jeder profitieren, der im Studium oder im Beruf viel schreibt, aber kein Profi-Autor ist.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Was bin ich? (Auch) Ein Schreibcoach

Ich tue so einiges, um meine Brötchen zu verdienen und die Miete zu bezahlen, und manchmal habe ich Schwierigkeiten, diese einzelnen Tätigkeiten zu benennen.

1. Journalistin
, oder genauer: freie Medizin- und Wissenschaftsjournalistin.

2. (Krimi)Autorin
.

So weit, so gut.

Schwieriger wird es schon, wenn es darum geht, dass ich Texte - meist von Wissenschaftlern - überarbeite. Was bin ich dann: Korrektorin, Redakteurin, Lektorin? Ja. Will sagen: alles davon trifft zu, mal mehr, mal weniger. Und wenn man großzügig ist, lässt sich das noch unter "journalistischen" Tätigkeiten, also Punkt 1, verbuchen.

3. Und schließlich unterrichte ich Workshops zum Thema "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" und habe auch ein Buch darüber geschrieben. Also steht auf meiner Website in der linken Spalte, in der man die verschiedenen Bereiche anklicken kann, Schreibdozentin. Aber das trifft es nicht ganz. Es greift zu kurz. Denn im Laufe eines Workshops beantworte ich Fragen und lese mir außerdem die Texte der Teilnehmer durch, um sie auf ihre jeweiligen stilistischen Schwächen hinzuweisen sowie auf Wege, wie sich diese beheben lassen. In meiner E-Mail-Signatur steht daher zur Zeit:

Dr. Ingrid Glomp
- Journalistin, Autorin, Schreibtrainerin -

Schreibtrainerin also. Oder auch: Schreibcoach?

Ausgelöst hat diese Überlegungen ein Post in Claudia Freys Blog, in dem sie eine Blogparade zum Thema Stark durch Coaching eröffnet hat.
Wie können Coaches/Berater/Therapeuten ihre Kunden (und sich selbst) so stärken, dass sie die Wirtschaftskrise meistern können?
fragt Claudia Frey die Bloggergemeinschaft.

Nun, mich selbst stärke ich, indem ich auf Vielfalt bei Tätigkeiten und Auftraggebern achte (s. o.) - mal ganz praktisch und prosaisch gedacht ;-)

Meine Kunden sind die Teilnehmer meines Workshops. (Natürlich auch Leser meiner Texte, Redakteure usw.)

Bleiben wir aber bei meinem Workshop. Schreiben, sich gut ausdrücken, klar und überzeugend formulieren zu können, ist heute wichtiger denn je. Gerade im Beruf. Fast jeder muss Berichte schreiben; Inhalte für Websites; Briefe und E-Mails an Klienten, Patienten oder Studienteilnehmer, an Chefs und Kollegen; Veröffentlichungen; und, nicht zu vergessen, Bewerbungen.

Richard Anderson, der Chef der amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines, erklärte in einem Interview, dass ihm bei Bewerbern eine Qualifikation besonders wichtig ist: Sie müssen sich gut, und vor allem klar, ausdrücken können.

In dieser Hinsicht versuche ich, die Teilnehmer meiner Workshops fit zu machen. Ich coache sie, wenn man so will, indem ich ihnen die wichtigsten Schreibregeln erkläre, die man beachten muss, damit ein Text verständlich und lesbar ist. Ich weise sie auf ihre speziellen Schwächen hin und mache Vorschläge, wie sich das, was sie geschrieben haben, verbessern lässt. Ganz entscheidend ist nämlich das Arbeiten mit und an eigenen Texten.

Wenn ich also auch kein Coach bin, der die Psyche stärkt, so vermittele ich doch hoffentlich Fähigkeiten, die auch speziell in diesen schwierigen Zeiten z. B. im Beruf nützlich sind.

Und wer weiß. Nietzsche hat einmal geschrieben:
Den Stil zu verbessern – das heißt den Gedanken verbessern
Kein schlechtes Coaching-Ziel, finde ich.

Dienstag, 12. Mai 2009

Eine Umfrage

Als Bloggerin schreibt man ja häufig ins Leere. Das heißt, man weiß nicht genau, ob das, was man postet, überhaupt jemanden interessiert. Deshalb habe ich am rechten Rand eine kleine Umfrage platziert, die bis Ende des Monats läuft.

Ich hoffe auf rege Beteiligung und bin gespannt.

Montag, 11. Mai 2009

Wie e-mailt man einem Professor auf Englisch?

So wie man jedem Menschen in jeder Sprache schreiben sollte: höflich.

Aber manche amerikanische Studenten haben damit ein Problem, wie die New York Times berichtet To: Professor@University.edu Subject: Why It's All About Me.

Einige amerikanische Professoren geben ihren Studenten im Internet Ratschläge , wie sie ihre E-Mails abfassen sollen, wenn sie eine Antwort bekommen möchten. Daraus können auch Studenten, für die Englisch eine Fremdsprache ist, etwas lernen.

Michael Leddy, Englisch-Professor an einem amerikanischen College, hat einen lesenswerten Post in seinem Blog geschrieben: How to e-mail a professor. Darin findet sich folgende Muster-Mail:
Hi Professor Leddy,

I'm working on my essay on William Carlos Williams and I'm not sure what to make of the last stanza of "Spring and All." I'm stuck trying to figure out what "It" is. Do you have a suggestion? Thanks!

Maggie Simpson
Eng 3703, MWF 10:00
(Unter dem Namen stehen hier noch die Kursnummer und die Zeit.) Das Hi lässt sich lt. Leddy auch durch Hello ersetzen, was mir etwas besser gefällt.

Alice Pawley ist Assistant Professor an der Purdue University. Sie hat sich kürzlich in dem Blog Sciencewomen ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt: How to write clear emails to your professor. Auch dieser Post enthält viele nützliche Ratschläge. Pawleys Muster-Mail sieht so aus:
From: astudent@purdue.edu
Date: October 24, 2007 11:45:48 AM GMT-04:00
To: apawley@purdue.edu
Subject: criterion 4 in the project for engr 126

Dear Dr. Pawley,
Our lab group was working on the class project for ENGR 126 and we didn't understand one of the requirements (#4). Can you please clarify for us what you mean by "what the experts say"?
Thanks
Astu Dent, Team 4

Weitere Links zum Thema:
Email Template to Contact Graduate School Professors

sowie

How to Email a Professor.

Meine Empfehlung
: Wenn man nicht weiß, wie der/die Betreffende angeredet werden möchte, sollte man sich für die höflichste Form entscheiden, also für die Anrede

Dear Professor Smith,

und enden mit einer Grußformel wie

Best regards,

oder

Thanks, (
das die beiden oben Genannten bevorzugen)

(Damit dürfte man auch bei britischen Professoren nichts falsch machen.) Der Antwort-Mail kann man dann häufig entnehmen, wie viel Förmlichkeit der/die Betreffende wünscht. Aber für den Anfang sollte man sich merken, dass auch viele amerikanische Professoren bei Mails von ihren Studenten Wert auf eine korrekte Anrede mit Titel legen.

Zur Frage "Titel in der E-Mail-Anrede", s. a. mein Post Anrede in englischen Briefen und E-Mails: Doktor-Titel nur für Ärzte?

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Freitag, 8. Mai 2009

Lob für mein E-Book

...aus berufenem Munde.

Ihr Buch/Ihr Workshop gefällt mir super: eben,
gut + verständlich = bestens!

Das sagt Sandra Uschtrin, Verlegerin und Herausgeberin der Autorenzeitschrift Federwelt, über mein E-Book Gut und verständlich schreiben.

Dienstag, 5. Mai 2009

Ausrufezeichen sind in!

Eine Renaissance der Ausrufezeichen glaubt Stuart Jeffries beobachtet zu haben, zumindest in informellen Texten wie E-Mails - wo sie meiner Meinung nach auch hingehören. Jeffries schreibt im "Guardian" sehr ausführlich und recht interessant über dieses Thema The joy of exclamation marks!

Was mich allerdings nachdenklich stimmt, ist, dass er seine Landsleute belehrt, dass wir Deutschen hinter die Anrede in einem Brief immer noch ein Ausrufezeichen setzen. Dabei benutzen wir doch, ich weiß gar nicht wie lange schon, wie die Briten das Komma!

Er erwähnt außerdem die Wissenschaftlerin Carol Waseleski, die eine Arbeit über Gender and the Use of Exclamation Points in Computer-Mediated Communication veröffentlicht hat. Sie hat untersucht, warum Frauen (häufiger) Ausrufezeichen verwenden, und kommt zu dem Schluss
By considering the context in which exclamations were used, and by adopting a more nuanced methodology than has been adopted in the past, the present study has demonstrated that exclamation points do more than function as markers of excitability; they can also function as markers of friendliness.
und fährt fort
...even though email is extensively used, it still lacks "universally agreed modes of behavior established by generations of use" (Crystal, 2001, p. 15) and precise means for conveying exactly the impressions the email sender wishes to convey. This study suggests that individuals of both genders can convey "friendliness" via the (non-excessive) use of exclamation points.
Da kann ich nur allen E-Mail-Schreibern zurufen: Seid nett zueinander!!!

Dienstag, 28. April 2009

Empfehlenswert: Artikel von Serge Debrebant

Heute möchte ich auf einen Artikel in ZEIT Campus hinweisen: Schreiben - Wie die Uni uns versaut. Der Autor beklagt, dass in der deutschen Wissenschaft (immer noch) derjenige als besonders klug und seriös gilt, der unverständlich schreibt.

Ein kurzer Auszug (Hervorhebungen von mir):
Dann klingen die Haus- und Diplomarbeiten an deutschen Hochschulen, als hätten alle ein Lehrbuch für Rhetorik gelesen und sich darauf geeinigt, die Ratschläge in ihr Gegenteil zu verkehren. Fremdwörter sind elitär? Ein Grund mehr, sie zu benutzen! Verben machen einen Text lebendig? Dann nehmen wir doch lieber Hauptwörter – zum Beispiel »Dekonstruktion«! Dazu noch Schachtelsätze und Satzgirlanden.
Leser meines Blogs wissen, dass der Autor, Serge Debrebant, mit seiner Kritik bei mir offene Türen einrennt. Meine Tipps zum Schreibhandwerk hier und in meinem Print-Buch und E-Book "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" sollen gerade solche stilistischen Auswüchse verhindern.

Wer mehr über Debrebants Gedanken über (un)klare Sprache in der Wissenschaft wissen möchte, lese seinen empfehlenswerten Artikel.

Donnerstag, 23. April 2009

Was wären wir ohne den Duden?

Allen, die wissen möchten, wie man die Mehrzahl von Quiz bildet und ob es Ende diesen oder dieses Jahres heißt, oder die andere Fragen zur deutschen Sprache und Grammatik haben, hilft die Sprachberatung des Duden.

Auflösung: Der Plural von das Quiz lautet die Quiz und man schreibt: Ende dieses Jahres.

Dienstag, 21. April 2009

Sozusagen in Anführungszeichen

Anführungszeichen (Gänsefüßchen) sind für die wörtliche Rede und für Zitate gedacht. Ansonsten sollte man sie so wenig wie möglich benutzen.

Dasselbe gilt für das Wort „sozusagen“ – oft ist es nicht mehr als ein Füllwort.

Beide – das Wort und die Anführungszeichen - zeigen häufig, dass jemand über eine Formulierung nicht ganz glücklich ist oder aber der eigenen bildhaften Sprache nicht traut. Dann sollte man entweder einen treffenderen Begriff suchen, der keine Krücken benötigt. Oder Mut zur Metapher haben und dem intelligenten Leser zutrauen, sie zu verstehen.

Manchmal erfüllen die Gänsefüßchen und das Wort „sozusagen“ überhaupt keinen Zweck und können entfallen.

Hier drei Beispiele:

Migration ist sozusagen eine Grundbedingung der geschichtlichen Entwicklung des Menschen.

Mit einer neuartigen Hemmstoffklasse wollen die Wissenschaftler die Malaria-Erreger regelrecht "aushungern". (Mehr Mut zur bildhaften Sprache und weg mit den Gänsefüßchen.)

Die "Rückeinwanderung" empfindlicher Flechtenarten verläuft hier langsamer als andernorts. (Streichen!)

Ich benutze die Anführungszeichen in diesem Post dazu, ein Wort, das ich bespreche, zu kennzeichnen, um Ihnen, dem Leser, das Verstehen zu erleichtern. Sie dienen also – hoffentlich – der Klarheit.

Nachtrag: Noch mehr zum Thema (inkl. etwas Theorie) finden Sie in dem Beitrag Die Inflation der Anführungszeichen von Julia Dombrowski.

Dienstag, 14. April 2009

Von der Werbung lernen

Zum Thema "Fass' dich kurz" können wir eine Menge von der Werbung lernen. S. die 20 bekanntesten Slogans Deutschlands.

Ebenso zum Thema "Kurze, einfache Wörter". Wobei sich laut Slogometer auch eine Menge englische Begriffe großer Beliebtheit erfreuen. In diesem Punkt sollten wir uns die Werbung nicht zum Vorbild nehmen. Im Hinblick auf Einfachheit und Prägnanz aber schon.

Freitag, 10. April 2009

George Bernard Shaw hat gesagt...

"My main reason for adopting literature as a profession was that, as the author is never seen by his clients, he need not dress respectably."

Dienstag, 7. April 2009

'Strunk and White' wird 50

Interessante Pressemitteilung zum 50. Geburtstag eines Klassikers Omit Needless Words: Strunk and White’s Classic, ‘The Elements of Style,’ Turns 50.

Zu den legendären Schreibgeboten von William Strunk Jr. gehören diese beiden “Omit needless words!” und “Use the active voice.”

Diese Regeln gelten nicht nur im Englischen. S. dazu z. B. meine Posts:

Leere Kalorien: Füllwörter

und

Besser schreiben: Das leidige Passiv.

Über E.B. White erfährt man aus der Pressemitteilung:
“The manuscripts let you see White’s writing process,” said University Archivist Elaine Engst. “The most impressive White manuscript we have is ‘Charlotte’s Web,’ because the first draft is completely different from the finished book. What’s wonderful about looking at his drafts is that you see that even for somebody who was pretty close to a perfect writer, how much work went into his books: a ton of it."
Oder wie man so schön sagt: Writing is rewriting - Schreiben ist Umschreiben.

Donnerstag, 2. April 2009

Gedanken beim Schreiben einer E-Mail - auf Englisch

Spaß muss sein. Ein Filmchen, das ich auf YouTube fand, scheint mir gut in meine Reihe über das Schreiben von E-Mails auf Englisch zu passen.



Montag, 30. März 2009

Noch mehr Grund zur Freude!

Mein E-Book "Gut und verständlich schreiben" ist zur Zeit

auf Platz 40 der ciando Top 100 in allen Bereichen

und

auf Platz 2
der meist verkauften Ratgeber bei ciando!

Weitere Informationen über mein Buch finden Sie hier: Mein Schreibworkshop als E-Book.

Mein Rat: schnell zugreifen, solange der Sonderpreis von 8,50 Euro gilt!

Mittwoch, 25. März 2009

Aus dem täglichen Lesen: Lange Wörter kosten Zeit

Kürzlich habe ich in einer Pressemitteilung folgende Überschrift gelesen:

Sportwissenschaftler auf der Spur des Relativaltereffekts

Genauer gesagt: Ich habe versucht die Überschrift zu lesen und musste beim letzten Wort mehrere Anläufe nehmen. Das kostet Zeit und Nerven.

Schließlich habe ich die ersten Sätze der Meldung überflogen und herausgefunden, dass es um den "Relativ-Alter-Effekt" geht. (Merke: Bindestriche können dem Leser helfen, bei langen Wörtern die Übersicht zu behalten.)

Zur Erklärung: Man hat beobachtet, dass viele Leistungssportler früh im Jahr geboren sind. Damit gehörten sie in der Kindheit, wenn Sportler in Jahrgänge eingeteilt werden, zu den Älteren. Sie waren dadurch möglicherweise etwas stärker, größer, geschickter als die Konkurrenz und wurden daraufhin mehr gefördert. Menschen die zu Anfang eines Jahres geboren sind, haben also anscheinend im Sport bessere Chancen. (Sehr interessante Geschichte. Mehr dazu unter Augsburger Sportwissenschaftler auf der Spur des Relativaltereffekts.)

Zurück zum Schreiben: Häufig kann man dem Leser mit einem wohlgesetzten Bindestrich Mühe ersparen. So kennt man beim Fernsehen den Programmmacher oder besser den Programm-Macher.

Bei meinem Beispiel aus dem täglichen Lesen reichen jedoch selbst zwei Bindestriche nicht aus, um für gute Lesbarkeit zu sorgen (Relativ-Alter-Effekt). Ich halte es für verständlicher, von den "Auswirkungen des relativen Alters" zu sprechen und zu schreiben. Manchmal muss man also anders formulieren.

Mehr zum Thema in meinem Post Besser schreiben: Sag's einfach.

Mein Blog können Sie, wenn Sie möchten, natürlich auch abonnieren. Oder Sie lassen sich neue Posts ganz bequem per E-Mail schicken. Wie's geht, steht in der rechten Spalte.

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Montag, 23. März 2009

Grund zur Freude!

Nach fünf Tagen ist mein E-Book "Gut und verständlich schreiben"

auf Platz 100 der ciando Top 100 in allen Bereichen

und

auf Platz 8
der meist verkauften Ratgeber bei ciando!

Nachtrag vom 24.3.: Platz 45 bei den Top 100 in allen Bereichen und Platz 4 bei den meist verkauften Ratgebern (um 19.30 Uhr - die Angaben schwanken im Laufe des Tages, habe ich festgestellt. Aber insgesamt geht's aufwärts).

Mittwoch, 18. März 2009

Heute erschienen: Mein Schreibworkshop als E-Book

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell...

Mein E-Book "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten" ist ab heute im Handel. Weitere Informationen über den Workshop in Buchform gibt es hier.

Mehr über die Schritte bis zur Veröffentlichung, über die Auswahl des Verlags usw. demnächst in meiner Reihe zum Projekt 'E-Book'. S. dazu auch die beiden bisherigen Posts:

- Projekt 'E-Book'

und

- Projekt'E-Book': Der erste Schritt ist getan.

Ein Hinweis noch: Im Moment gibt es den E-Book-Workshop zum Super-Sonderpreis von 8,50 EURO für alle. (Normalerweise ist das der Studentenpreis.) Fans dieses Blogs und alle anderen, die mühelos lernen wollen, wie man besser schreibt, sollten also schnell zugreifen.

So arbeiten Schriftsteller, Teil 2

Weil ich bemerkt habe, dass mein Post So arbeiten Schriftsteller auf großes Interesse stößt, hier ein Hinweis auf die Rubrik Schreibtipps in meinem Blog Ingrid Glomp - Das Blog. Dort habe ich zig Zitate und Tipps ganz verschiedener Autoren und Autorinnen gesammelt - und ich setze die Reihe kontinuierlich fort.

Viel Spaß beim Stöbern und Schmökern!

Montag, 16. März 2009

Malcom Gladwell hat gesagt...

“It’s really, really easy to tell what works and what doesn’t when you have to read it out to an audience. When you have to say it out loud, you realise what’s clumsy and awkward. It forces you to simplify.”

Dienstag, 10. März 2009

Hilfe aus dem Internet: Füllwörter aufspüren

Der elektronische Lektor von letter-factory.com prüft einen Text auf Füllwörter (s. a. mein Post Leere Kalorien: Füllwörter). Wie jedes Computer-Programm ist er nicht so gut wie der Mensch, aber man bekommt wichtige Hinweise und das Ergebnis des Tests kann die Augen für persönliche Schwächen öffnen.

Ich habe einmal den Text meines Posts Projekt 'E-Book': Der erste Schritt ist getan eingegeben. Hier das Ergebnis (interessant wird's erst zum Schluss):
Wie ich im September 2008 schrieb, möchte ich meinen Workshop Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten als E-Book herausbringen.

Die Vorteile eines E-Books:

1. Man kann die einzelnen Lektionen durcharbeiten und den eigenen Schreibstil verbessern, wann und wo man will.
2. Man kann auf dem Bildschirm einen eigenen Text in einem zweiten Fenster öffnen und das Gelernte direkt darauf anwenden.
3. Man kann Links im E-Book anklicken und sich sofort die im Workshop empfohlenen Websites ansehen.

Im September hatte ich geschrieben, wie ich vorgehen will. Der erste Schritt SCHREIBEN ist getan, das Manuskript ist fertig.

Jetzt habe ich es zum TESTEN an meine Beta-Leser geschickt...

und werde parallel den dritten Schritt tun, (nämlich) einen VERLAG WÄHLEN. Falls jemand eine Empfehlung hat, würde ich mich über eine E-Mail freuen.

(Natürlich) werde ich berichten, für welchen E-Book-Verlag ich mich entschieden habe und wie es weitergeht.
Dazu bekommt man eine Auswertung wie diese:
Die ursprüngliche Textlänge betrug: 149 Wörter
Die gekürzte Textlänge beträgt: 147 Wörter
Anzahl der gestrichenen Wörter: 2
Füllwörteranteil: 1.34 %
Eine Liste zeigt die Füllwörter, nach denen gesucht wurde.

Ich denke, in meinem Beispieltext wäre es möglich, die monierten Wörter zu streichen. Der E-Lektor kann jedoch wie jedes Programm nicht unterscheiden, ob zum Beispiel ein "fast" oder ein "so" überflüssig oder doch notwendig sind. Das kann nur der Mensch. Aber dazu, den eigenen Stil zu überprüfen und Schwächen aufzuzeigen, eignet sich dieser Test gut.

Auf einen weiteren Service von letter-factory.com weist übrigens mein früherer Post Wortwiederholungen - Hilfe aus dem Internet hin.

Nachtrag vom 19.4.2011 : Auch die Website Schreiblabor bieten einen Füllwörter-Test an.

Wenn Sie keinen Post verpassen wollen, abonnieren Sie mein Blog am besten oder lassen Sie sich jeden neuen Post per E-Mail schicken (in der rechten Spalte unter "SCHREIBHANDWERK ABONNIEREN" bzw. "NEUE POSTS PER E-MAIL").

Donnerstag, 5. März 2009

E-Mail-Bewerbung auf Englisch

Mit der Frage, wie man sich per E-Mail bewirbt, und ganz speziell, ob in dem Fall ein Anschreiben nötig ist, beschäftigt sich ein Artikel, der sich bei den Lesern der New York Times großer Beliebtheit erfreut: A Cover Letter Is Not Expendable.

Weil es anscheinend viele Suchende im Internet gibt, die sich für das Thema Anrede in E-Mails auf Englisch interessieren und so bei meinem Blog landen, hier das Wichtigste dazu aus dem New York Times-Artikel:

Am besten wendet man sich persönlich an den Zuständigen/die Zuständige.

Wenn man beim besten Willen keinen Namen erfahren kann, bieten sich folgende Formulierungen an:

Dear Sir or Madam

oder

To the Hiring Manager.

Eine formelle Anrede ist Pflicht, und wer bei Schreiben in die USA auf der sicheren Seite sein will, setzt dahinter einen Doppelpunkt (denn der ist dort Teil einer formellen Anrede in Briefen - und auch häufig in E-Mails). Beispiel:

Dear Ms. Miller:

Text text text.

Wie immer (nicht nur in der englischen Sprache) kommt es natürlich auch auf die Branche an, in der man sich bewirbt. Ob also bei MTV oder einer großen Rechtsanwaltskanzlei.

Als Grußformel zum Schluss bieten sich laut New York Times an:

Sincerely,

Cordially,

oder

Thank you for your consideration,

Wer mehr wissen möchte, sollte den Artikel lesen.

Wer mehr wissen möchte zum Thema "E-Mails schreiben auf Englisch" und speziell zu Anreden und Grußformeln, findet mehr darüber in meinen Posts

E-Mails beenden auf die feine englische Art,

E-Mails schreiben auf die feine englische Art

sowie

Anrede in englischen Briefen und E-Mails: Doktor-Titel nur für Ärzte?

Alle Posts zum Thema "Schreibstil im Englischen" finden Sie unter dem Label Englisch schreiben.