Freitag, 27. Dezember 2013

Wie schreibt man einen Roman? Eine Bestseller-Autorin erklärt es - kostenlos - bei Wattpad

Der heutige Linktipp ist sozusagen ein verspätetes Weihnachtsgeschenk.Auch für mich. Denn gerade erst habe ich entdeckt, dass die Thrillerautorin CJ Lyons bei Wattpad kapitelweise ihr Buch Write Your Novel postet. Was für eine schöne Überraschung :-)

Was CJ Lyons sonst so schreibt?

Auf Deutsch:

Auf Englisch

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Kurzgeschichten schreiben: Kurt Vonneguts Regeln

Der heutige Linktipp führt zum Bookbaby-Blog und zu Kurt Vonnegut’s 8 rules for writing a short story.

Ich  finde die Regeln Nr. 2, 3 und 4 besonders wichtig:

  • Give the reader at least one character he or she can root for.
  • Every character should want something, even if it is only a glass of water.
  • Every sentence must do one of two things—reveal character or advance the action.

Hier Vonneguts Buch, aus dem die Regeln stammen:

Dienstag, 19. November 2013

Beschreibungen: Wie viel ist zu viel?

Vorweg ein Disclaimer: Wie viel Beschreibungen eine Geschichte braucht oder verträgt, ist Geschmackssache. Es gibt Autoren und Leser, die können gar nicht genug davon bekommen -- und das ist natürlich okay. Gutes Schreiben ist keine Naturwissenschaft, denn was gut ist, entscheidet letztlich der Konsument, sprich: der Leser.

Was folgt, spiegelt also auch und vor allem meine Ansichten wider. Ich frage mich bei manchen Büchern, in denen absatz- oder sogar seitenlang Räume oder Landschaften beschrieben werden: Wer will das alles wissen? Ich denke da an zwei, drei Krimiautorinnen, deren Werke im Laufe der Jahre immer länger geworden sind. Ihre Bücher will und kann ich einfach nicht mehr lesen.

Ich mag Beschreibungen, die nicht alle Einzelheiten aufzählen, sondern sich auf telling details beschränken, bei der Umgebung und auch bei Personen. Zeig mir das Besondere, Aussagekräftige, nicht das Unwichtige, Banale.

Und damit bin ich bei einem Rat von J. A. Konrath, der mich auf die Idee zu diesem Post gebracht hat. Er schrieb neulich inmitten eines ziemlich langen Posts:
Less is more. When I was teaching writing and publishing at a local community college, I asked my students to write about walking into a hospital. They gave me long, florid descriptions of sights and smells and sounds. Then I shared mine:

"I walked into the hospital."

That's oversimplifying my point, but the point still needs to be made. Everyone has been in a hospital. Everyone can picture it. Don't waste words writing stuff the reader already knows. Thinking visually doesn't mean bogging down the story with minutiae.
Also: Beschreiben Sie nicht lang und breit Dinge, Umgebungen, Erlebnisse, die die Leser kennen. Sei es aus eigener Erfahrung, sei es aus dem Fernsehen oder dem Internet. Jeder weiß, wie die Mona Lisa aussieht oder der Eiffel-Turm. Oder, um bei Konrath zu bleiben: Jeder weiß, wie es in einem Krankenhaus riecht.

LeserInnen wie ich wissen es zu schätzen, wenn Sie Konraths Mahnung beachten:

Don't waste words writing stuff the reader already knows.

PS: Siehe dazu auch den Post 4 Tipps, mit denen das Setting besser in deinen Roman kommt von Marcus Johanus
Nicht zu diesem, aber zu einem verwandten Thema siehe auch den Post von Kristine Kathryn Rusch Storytelling.

Dienstag, 12. November 2013

Expertentipp: Bessere Dialoge schreiben

Neulich fand ich einen wunderbaren Schreibtipp auf der Website des leider vor Kurzem verstorbenen Thrillerautors Michael Palmer.

Er zitiert dabei wiederum einen anderen Schreiblehrer:
The late Gary Provost, my favorite professor of the nuts and bolts of writing, taught that heavy handed dialogue occurs when characters are giving each other information they already have, and the reader becomes aware of the writer at work.
Und nun der Rat, den ich meine. So einleuchtend und doch hatte ich ihn noch nie gehört:
He also wrote that when you write dialogue, ask yourself if you would eavesdrop on the conversation at a restaurant. If the answer is no, rewrite it.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Wortwiederholungen: Sehen Sie die Dinge nicht zu eng

Mein Thema der Woche: Wortwiederholungen. (S. a. mein vorheriger Post.)

Sie sind eine Plage, mit der wohl die meisten in eigenen und -- so sie redigieren -- in fremden Texten zu kämpfen haben. Programme zum Aufspüren von Lieblingswörtern wie das der letter-factory können übrigens dabei helfen, bestimmte Lieblingswörter aufzuspüren.

Solange sich dann nur Wörter finden wie er, sie, und oder der Name der Hauptfigur, ist alles in Ordnung. Es kann aber auch geschehen, dass man mit Schrecken erkennt, dass man eine Vorliebe für bestimmte Wörter wie dann oder sehr hat.

Manchmal lässt sich das Wort streichen, wie dann in vielen Fällen (s. zu Beginn des vorherigen Absatzes), oder durch ein Personalpronomen ersetzen, wie bisweilen ein Substantiv. (S. mein Post Wider vermeidbare Wiederholungen.) Manchmal findet sich ein sinnverwandtes Wort (ein Synonym). Manchmal handelt es sich auch um ein Stilmittel. Ich habe zum Beispiel bewusst jeden Satz, der einen neuen Aspekt nennt, mit manchmal begonnen.

Manchmal kann und sollte man jedoch, und damit komme ich endlich zum Thema dieses Posts, die Suche nach Synonymen weiter fassen. Was ich damit meine? Am besten kann ich das anhand von zwei Beispielen veranschaulichen.

1. Nehmen wir an, Sie haben entdeckt, dass Sie eine Vorliebe für sehr haben. Häufig lässt es sich streichen. Sie können auch über Synonyme nachdenken, etwa ausgesprochen, ziemlich, arg, hoch[interessant]. Das ist jedoch nur eine Notlösung. Lesbarer wird Ihr Text, wenn Sie sehr zusammen mit dem Wort betrachten, auf das es sich bezieht. Dann wird
- aus sehr gut vielleicht hervorragend,
- aus sehr schön vielleicht hinreißend oder makellos,
- aus sehr interessant vielleicht spannend oder etwas weckt die Neugier
und so weiter, je nachdem, was in dem jeweiligen Zusammenhang passt.

2. Nehmen wir an, in Ihrem Roman geschieht alles schnell. Ihre Hauptfigur läuft schnell, liest schnell, spricht schnell. Nun könnten Sie versuchen, einfach ein neues Adverb zu finden (zum Beispiel auf einer der vielen Websites, die Synonyme nennen). Mit dem Ergebnis, dass die Heldin jetzt rasch liest oder eilig spricht.
Sie ahnen jedoch vermutlich schon, welche Lösung ich bevorzuge.
In Ihrem Krimi könnte zum Beispiel stehen:
- Sie rannte (oder: Sie sprintete).
- Sie überflog den Text.
- Sie ratterte den Paragrafen herunter (oder: Die Worte sprudelten aus ihr heraus).
Je nachdem, was die betreffende Person erlebt.

Sehen Sie die Dinge also nicht zu eng, wenn es um Ihre Lieblingswörter geht. Denken Sie in größeren Zusammenhängen ;-)

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wortwiederholungen: Was der Deutschlandfunk von Elmore Leonard lernen kann

Wenn ich die Presseschau des Deutschlandfunks höre, bin ich immer wieder fasziniert davon, wie viele Synonyme (sinnverwandte Wörter) die Redakteure für schreiben und meinen finden.

Da
- glaubt die Zeitung GULF TIMES aus Doha,
- beobachtet die FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG,
- gibt die Zeitung POLITIKA aus Belgrad zu bedenken,
- warnt die BILD AM SONNTAG,
- befindet die kanadische Zeitung TORONTO STAR.
(Zitiert aus der Presseschau vom Sonntag, 27. Oktober 2013 08:50 Uhr.)

Es
- klagt EL MUNDO aus Madrid (am 21.10.2013 mittags),
- vermutet NEZAWISSIMAJA GAZETA aus Moskau,
- mutmaßt das NRC HANDELSBLAD aus Rotterdam,
- unterstreicht DIARIO DE NOTICIAS aus Lissabon und das französische Blatt LE JOURNAL DE LA HAUTE MARNE aus Chaumont zeigt sich nicht verwundert (alle am 22.10.2013 mittags).

Außerdem analysieren, resümieren und notieren die Zeitungen, sie mahnen, ergänzen und verlangen und manchmal sind sie auch skeptisch oder aber sich sicher. Und damit ist der Vorrat der in den Sendungen verwendeten Synonyme noch längst nicht erschöpft.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Ich habe festgestellt, dass ich so gespannt darauf warte, was den Autoren als Nächstes einfällt, dass ich die eigentlichen Presseberichte oder Kommentare manchmal nur zum Teil mitbekomme, weil ich in Gedanken noch bei der jeweiligen Umschreibung für meinen oder schreiben bin. Das ist kein Wunder, denn unser Gehirn merkt auf, wenn Dinge sich ändern, wenn es etwas Neues wahrzunehmen gibt.

Wenn jedoch Zuhörer wie ich ihre Aufmerksamkeit auf das jeweilige neue Verb richten statt auf die eigentliche Meldung, kann das nicht im Sinne des Erfinders sein. Das heißt mit anderen Worten:

Manchmal sind Wortwiederholungen gut.

Dann nämlich, wenn wir möchten, dass das Gehirn die betreffenden Begriffe gar nicht wahrnimmt, sondern sich auf etwas anderes, Wesentlicheres konzentriert.

Das hat auch Elmore Leonard erkannt, als er in der Regel Nr. 3 seiner berühmten Ten Rules of Writing empfahl:

"Never use a verb other than 'said' to carry dialogue."

Wenn Sie nämlich in Ihrem Roman schreiben: "...", sagte er. Oder: Sie sagte: "...", dann überliest man das und konzentriert sich ganz auf den Dialog.

Ob jemand etwas drohend, fröhlich oder verängstigt von sich gibt, raunt oder klagt, lässt sich im Übrigen oft schon am Zusammenhang oder dem Gesagten selbst erkennen.

Ist das nicht der Fall, kann man meines Erachtens durchaus hin und  wieder von dieser Regel abweichen. Es kann beispielsweise sein, dass jemand die Worte "Aber du hast es mir versprochen" flüstert oder schreit, wütend, verzweifelt, entsetzt, erstaunt, ratlos, überrascht oder traurig sagt.

Eleganter ist es jedoch auch dann -- und vermutlich eher in Leonards Sinn --, beim einfachen "Sagen" zu bleiben -- oder auf diesen Zusatz sogar zu verzichten -- und die Stimmung des Betreffenden durch seine Mimik oder Handlung zu verdeutlichen.

Etwa so:
"Aber du hast es mir versprochen." Tränen traten ihr in die Augen.
Zornig starrte sie ihn an. "Aber du hast es mir versprochen."

Zurück zum Deutschlandfunk. Ich glaube, die Internationale Presseschau würde davon profitieren, sprich: die Zuhörer würden die Meldungen besser aufnehmen, wenn die Redakteure sich beherzt auf einige unauffällige Verben wie schreiben, meinen, erklären und, wenn es passt, meinetwegen fragen beschränkten und sie bei Bedarf innerhalb einer Sendung einmal oder mehrmals wiederholten.

Mehr zum Thema Wortwiederholungen habe ich in diesen Posts geschrieben:
- Wider vermeidbare Wiederholungen
und
- Synonyme sind (oft) keine Lösung.

Und natürlich in meinen Schreibratgebern.
 
Sie können sich nicht entscheiden? Vielleicht helfen Ihnen diese Informationen. Oder diese Leserstimmen.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Mein Besuch auf der Frankfurter Buchmesse 2013

Drüben in meinem Krimiblog habe ich einen Bericht über meine Erlebnisse bei der diesjährigen Buchmesse gepostet. Vielleicht interessiert das ja auch einige Leser dieses Blogs. Deshalb hier der Link: Mein Besuch der Frankfurter Buchmesse in Bildern.

Montag, 7. Oktober 2013

Bernard Cornwell sagt ...

Bernard Cornwell schreibt historische Romane und auf seiner Website gibt er auch Schreibtipps. Der betreffende Artikel fängt etwas langweilig an. Denn wer braucht heute noch Agenten und Verlage? ;-) Seine Ratschläge zum Schreiben selbst finde ich jedoch hilfreich und inspirierend. U. a. sagt er:
... if you are not enthusiastic about your book then it will show.  Writing is not supposed to be a labour, but a joy.
Etwas später schreibt er darüber, wie er seine Sorge, sein Schreibstil könne nicht gut genug sein, überwand. Das lesen Sie am besten direkt in dem Post auf Cornwells Website. Der betreffende Absatze beginnt: "Which means ...".

Hier der vielleicht wichtigste Rat dieses erfolgreichen Autors:
I learned that style is something that can be applied at the later stages of writing.  The most important thing, the all-important thing, is to get the story right.  Write, rewrite, rewrite again, and do not worry about anything except story.
Für die, die es interessiert, hier seine Bücher, zuerst die deutschen Ausgaben


und hier die englischen Originalausgaben


Montag, 30. September 2013

Wo kommen die Cover für meine E-Books her?

In den vergangenen Tagen habe ich zwei meiner Bücher ein neues Cover verpasst: s. Die Detektivin und der Kommissar und Kommissar Kolm löst jeden Fall.

Im Laufe der letzten ca. drei Jahre habe ich einiges an Erfahrungen gesammelt und eine gewisse Entwicklung durchgemacht. Im Wesentlichen verwende ich drei Arten von Titelbildern bei meinen selbstveröffentlichten Büchern:

1. selbstgemachte Cover

Hier verlief die Entwicklung so:

Von Covern, die ich mit Word "designt" habe:


über solche, die ich mit PowerPoint und einem eigenen Foto angefertigt habe:



bis zu meinem neuesten Werk, für das ich, wieder mit PowerPoint, ein Foto eines anderen Fotografen (Sascha Kohlmann/Flickr) verwendet habe:


Die meisten "Word-Cover" habe ich inzwischen natürlich ersetzt. Zwei habe ich jedoch behalten, nämlich die für meine Anja-Zenk-Krimis. Hier ist eines davon:


2. premade (also vorgefertigte) Cover

Ein Grund, weshalb ich, trotz offenkundig bescheidener Fähigkeiten, Cover selbst designe, ist natürlich das liebe Geld. Selbst wenn Cover, speziell die vorgefertigten, schon für zwischen 25 und 35 $ zu haben sind, summiert sich das. Deshalb bekommen "kleinere" Bücher meist zunächst ein "selbstgestricktes" Titelbild, das ich erst später u. U. ersetze.

Dabei greife ich gerne zu vorgefertigten Covern. Nicht nur, weil sie günstiger sind als speziell entworfene, sondern auch, weil ich nicht erklären muss, was mir gefällt und was nicht bzw. was mir für ein bestimmtes Buch vorschwebt. (Wenn ich das nur immer wüsste.)

Bei Joleene Naylor fand ich ein Cover, das inzwischen in unterschiedlichen Farben meine Reihe von Schreibratgebern ziert:


Vor wenigen Tagen habe ich außerdm die selbstgemachten Cover von zwei Kurzkrimisammlungen ersetzt.

Das eine neue Cover stammt von James, GoOnWrite.com:


Das zweite stammt von Keri Knutson:


3. speziell für meine Bücher designte Cover

Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer klappt zu vermitteln, wie ich mir ein Cover für ein bestimmtes Buch vorstelle. Zumal meine Ideen, mangels Vorstellungskraft, eher nebulös sind. Selbst wenn mein Gegenüber ein netter Mensch ist. Im zweiten Anlauf habe ich Joleene gefunden, mit der ich sehr gut kommunizieren kann.

Anmerkung: Wenn man der englischen Sprache mächtig ist, geht das auch mit amerikanischen Grafikern problemlos. Jedenfalls mit den dreien, mit denen ich zu tun hatte. Dank PayPal und E-Mails ist die Abwicklung schnell und einfach. Vermutlich ist es Zufall, dass ich mit drei AmerikanerInnen zu tun hatte. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie meine Vorliebe für kräftige Farben teilen. Wichtig! Ob premade oder neu angefertigt: Immer sollte man die Beschriftung genauestens prüfen. Manchmal ist die Umsetzung fehlerfrei, manchmal findet sich ein Tippfehler oder mehrere.

Joleene hat inwischen mehrere Titel für mich entworfen. Zum Beispiel für meine Krimikomödie Nicht von gestern:


Falls es jemanden interessiert: Dies habe ich Joleene an Informationen geschickt:
Here are my thoughts/ideas: It’s a humorous mystery, very heavy on the comedy. So I was thinking not a photo, but some kind of drawing, like the cover for "Counterfeit Love" or maybe just a mischievous looking woman like for "Simmering Consequences"?
Here are some informations that might help you: The protag Carola awoke from a coma after 15 years. She cannot get used to how old she is, she still feels like in her 20s (and she was never very grown-up) and tries to look more like a teenager than a 42 year old mother of two.
Maybe a picture of her with colorful, much too youthful hair? Or maybe indicate that she likes crime novels and tries to solve a murder (a man has been slain with a PC screen)? She also likes to film scenes from her life and people in her life with a small digital camera.
Her husband is mid-forties, Italian and has a classy Italian restaurant. Her happy-go-lucky son is 19 and her more serious daughter 15.
But this is just some information for you to use - or not. I'm not very good with these kinds of visual ideas. 

Über zwei, drei Versuche haben wir dann das obige Cover gefunden, über das ich sehr glücklich bin.

Als Nächstes hat Joleene das neue Cover für meinen Thriller Ohne Skrupel entworfen:


Dafür hatte ich ihr diese Infos geschickt:
The image(s)
Preferably bright colors as it is a thriller with some humor and not very much brutality although serious and somewhat scary at times and no comedy.
And/or maybe (?) something with pills, capsules, some kind of medication … because it is a thriller about fake (counterfeit) drugs.
The heroine is a young journalist.
And this is the first of hopefully a series of thrillers with this same heroine.
Maybe a photo of Frankfurt, Lagos, an idyllic beach that could be in Nigeria, Shanghai (these are some of the “locations”).
Or a photo that symbolizes these exotic places.
Some covers in a style I like for this book: (es folgten Bilder von Covern einiger amerikanischer J.D. Robb-Bücher und einiger weitere Thriller).

Joleene hat mir zwei Ideen angeboten. Ich habe mich für das oben abgebildete mit einem Foto von Frankfurt entscheiden.

Schließlich hat Joleene zwei Cover für eine neue Sachbuchreihe angefertigt. Dieses Mal war die Kommunikation ganz einfach, denn das erste Cover war ihr Alternativangebot für meinen Thriller:


Das zweite hat sie nach meinen Angaben (with a different photo, but perhaps the same colors? This time the photo should show a "difficult" child (or several). i. e. angry and/or crying or in some other way "difficult") entworfen, wobei sie mir zwei verschiedene Fotos von Kindern angeboten hat. Ich habe mich für dieses entschieden:


So, jetzt habe ich haarklein erklärt, wo meine Cover herkommen ;-)

Wer erfahren möchte, warum/wie Cover mich zum Schreiben motivieren, findet die Antwort hier: Mein Mittel gegen Buchschreib-Aufschieberitis. Wenn man allerdings sehr viel anderes zu schreiben hat, funktioniert das Mittel nicht ganz so gut, wie ich gerade im Hinblick auf meine Sachbücher feststelle ...

Und wer mehr über meine Erfahrungen als Indie-Autorin wissen möchte, der kann diese hier nachlesen:


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Mittwoch, 25. September 2013

Aufgepasst, Thriller-Autoren! Tipps von Shane Black

Shane Black über "Raising Stakes, Reversals, And Payoffs". Hier sind einige großartige Ratschläge für Drehbuchautoren, aber auch für Romanschreiber, aus seinem Erfahrungsschatz:





Shane Black spricht u. a. über "The Long Kiss Goodnight" und über eines der Beispiele, die illustrieren, wie gekonnt die Geschichte konstruiert ist. "The Long Kiss Goodnight" ist einer meiner Lieblingsfilme. Wunderbar unterhaltend mit einer tollen Geena Davis und einem Samuel L. Jackson, der für jede Menge witzige und ein oder zwei rührende Momente sorgt.


Donnerstag, 19. September 2013

Machen Sie es Ihren Lesern leicht(er)

Neulich las ich auf der Website eines Neurowissenschaftlers (ich habe das Beispiel etwas vereinfacht):
Wir beschäftigen uns mit neuroanatomischen Untersuchungen der von Economo Neurone im Gehirn. 
Alles klar? Vermutlich nicht. Wie wahrscheinlich auch einige von Ihnen bin ich bei dieser Formulierung gestolpert: der von Economo Neurone. Dann ging mir (scheinbar) ein Licht auf und ich dachte: Ach so, das sollte entweder heißen der Economo Neurone oder von den Economo Neuronen.

Der nächste Satz zeigte jedoch, dass ich mich getäuscht hatte und brachte die wahre Erleuchtung:
Die von Economo Neurone sind eine stammesgeschichtlich jüngere Nervenzellart. 
Jetzt verstand ich: Die betreffenden Nervenzellen nennt man von Economo Neurone. (Hier erfahren Sie mehr über die nach dem gleichnamigen Wissenschaftler benannten Zellen.) Ich las noch einmal den ersten Satz und stellte fest: Alles korrekt formuliert.

Bis dahin war schon kostbare Zeit ins Land gegangen -- und nicht jeder Leser kann die mühsam gewonnene Erkenntis für einen Blogpost nutzen.

Deshalb sage ich es noch einmal, wie schon so viele Male zuvor: Wir, die Schreiber, müssen arbeiten, damit die Leser es leicht haben -- und eben nicht unnötig viel Mühe aufwenden müssen.

Machen Sie es den Lesern leicht. In diesem Fall, indem Sie kennzeichnen, was zusammengehört. Zum Beispiel durch Bindestriche, so wie es auch der Duden in solchen Fällen vorsieht, und schreiben Sie Von-Economo-Neurone.

Wenn Sie den Duden ignorieren wollen und Ihnen aus irgendwelchen dunklen Gründen die Schreibweisen Von Economo-Neurone oder Von Economo Neurone besser gefallen, dann sollten Sie den Begriff bei der ersten Verwendung in Gänsefüßchen setzen -- im Sinne von so genannt, hier aber vor allem, um zu zeigen, was zusammengehört. Nämlich so: "Von Economo-Neurone" oder "Von Economo Neurone".

Wenn Sie als Wissenschaftlerin oder Experte über komplexe Zusammenhänge schreiben, haben es Ihre Leser auch so schon schwer genug. Legen Sie Ihnen keine unnötigen Verstehens-Hindernisse in den Weg. Kennzeichnen Sie also, was zusammengehört. Zum Beispiel so:
Wir beschäftigen uns mit neuroanatomischen Untersuchungen der Von-Economo-Neurone im Gehirn. 
PS: Susanne Peyronnet hat sich ebenfalls -- aus einem etwas anderen Blickwinkel -- mit demThema hilfreiche Bindestriche befasst: Kopplungsstriche machen das Lesen und das Leben leichter.

Sonntag, 15. September 2013

Neil Gaiman sagt ...

Statt eines Zitats oder auch mehrerer habe ich dieses Mal ein Video eingebettet, in dem Neil Gaimans Ratschläge zu hören sind, und zwar zum Schreiben von Romanen. Sehr pragmatisch, sehr mutmachend, sehr inspirierend:



Gefunden habe ich das Video und weitere Informationen dazu im Blog von Maria Popova.

Mittwoch, 11. September 2013

Ein Buch, das inspiriert und Mut macht

Heute gibt es nach langer Zeit einmal wieder eine Buchempfehlung. Ich habe How to Write Good von John Vorhaus ja bereits einmal kurz in einem früheren Post erwähnt: Was tun bei Aufschieberitis? Das Buch enthält  Anregungen und Ermutigungen für das Schreiben von Fiction, aber auch von anderen Arten von Texten.

Vorhaus schreibt aus seiner langen und vielseitigen Erfahrung als Autor und Schreiblehrer. Im Plauderton und ähnlich spontan und wenig strukturiert wie bei einem Gespräch. Aus allem sprechen der gesunde Menschenverstand und die langjährige Praxis -- und eine gute Portion Spaß und Originalität. Warum der Titel "How to Write Good" heißt und nicht korrekt "How to Write Well" erklärt er zum Beispiel vergnüglich, aber auch mit einer gewissen Logik zu Anfang des Buchs.

So lautet der Klappentext:
Starting with a wink at his own dumb title and a case for whimsy as a writer’s best friend, veteran writer and writing instructor John Vorhaus offers us this latest glimpse inside his writing mind. Drawing on a quarter-century of experience in writing scripts and novels, and teaching and training writers worldwide, Vorhaus delivers a quick, expressive overview of the writing process, how to engage it, and how to beat its common pitfalls. With abundant concrete writing strategies and an empowering generosity of spirit, HOW TO WRITE GOOD joins JV’s classic COMIC TOOLBOX in providing what every writer needs: rules, tools, and a good, swift kick in the motivation.
Die wichtigsten Regeln, die Vorhaus seinen Lesern mitgeben möchte, sind diese drei (sie bedürfen natürlich weiterer Erklärungen, die sich im Buch finden):
  • Have a theme.
  • Serve the work.
  • Keep giving them you until you is what they want.
Vorhaus schreibt locker flockig und entsprechend leicht und angenehm liest sich "How to Write Good".

Mittwoch, 4. September 2013

Was bringen 0,99 €-Aktionen für Kindle-EBooks bei Amazon?

Wie schaffe ich es, dass mehr Menschen auf meine Bücher aufmerksam werden? Das ist eine Frage, die ich mir als Indie-Autorin immer wieder stelle.

Eine Möglichkeit besteht darin, den Preis zu senken. Für ein E-Book wie meinen Thriller Ohne Skrupel, das nur bei Amazon erscheint, ist es wichtig, dass es bei Amazon "sichtbar" ist. Das bedeutet, dass es einen möglichst hohen Verkaufsrang hat (also eine vierstellige oder kleinere Zahl, wenn ich das richtig verstehe). Dann greifen nämlich verschiedene Amazon-Algorithmen, die dafür sorgen, dass das Buch in Listen, Empfehlungen usw. auftaucht und Käufer es entdecken können, auch ohne dass sie direkt danach suchen.

Ohne Skrupel hat sich bei seinem Erscheinen im September 2011 ganz ordentlich verkauft, doch nach einigen Monaten  trat eine Flaute ein. Schließlich verkaufte ich nur noch etwa 10 Exemplare im Monat. Am 4. Juli war es auf den Verkaufsrang 44413 abgerutscht und ich beschloss spontan, den Preis von 2,99 € auf 0,99 € zu senken. Das Ziel bei einer solchen Aktion ist, dass das Buch sich besser verkauft, einen besseren Verkaufsrang erreicht und so bei Amazon wieder sichtbar wird (s. o.).

Ich bin Mitglied in einer Facebook-Gruppe für Self-Publisher. Dort machten mich einige Kommentatoren darauf aufmerksam, dass eine solche Preissenkung nichts nützt, wenn nicht viele Leser davon erfahren (Duh! Hätte ich auch drauf kommen können.), und man empfahl mir, bei Johannes Zum Winkel von www.xtme.de eine Werbeaktion zu buchen.

Gesagt, getan. Ich habe mich für ein Paket aus Bannerwerbung (das Banner ist links zu sehen, wie es auf der Website eingebunden war, zeigt ein Screenshot weiter unten), der Erwähnung in Posts auf der Website und im zugehörigen Newsletter und eine Buchvorstellung entschieden, die ich verfasst habe und die ebenfalls auf der Website erschienen ist.

Über welche Zeiträume das lief und was ich sonst noch unternommen habe, ist in einem detaillierten Post bei Google+ nachzulesen. Nach knapp einem Monat, am 1.8. habe ich den Preis für das Buch wieder auf 2,99 € gesetzt.

Was hat die Aktion gebracht? Eine ganze Menge. Wobei ich gleich hinzufügen muss, dass sich nicht genau sagen lässt, welche Maßnahme im Einzelnen wann wie viel bewirkt hat.

Das Banner hatte nach frühen Zahlen, die Johannes Zum Winkel mir genannt hat, eine Konversion von 0,84 %, das heißt, es wurde in einem bestimmten Zeitraum 2014-mal gezeigt und 17-mal angeklickt.

Ich kann sagen, dass die Verkäufe so etwa ab dem 10.7. anzogen (da waren es 5 an einem Tag) und sich noch einmal ab dem 13.7. steigerten (26 verkauft und ab da waren die Verkäufe jeden Tag im zweistelligen Bereich), das Maximum waren 38 am 29.7. und am letzten Tag der Aktion, am 31.7., waren es 22 Verkäufe.


Bin ich mit dem Ergebnis der Aktion zufrieden? Und wie. Offensichtlich ist aus Ohne Skrupel kein Bestseller geworden. Aber:

- Die Verkäufe im Juli haben die Kosten für die Werbeaktion mehr als wieder hereingebracht.
- Der Verkaufsrang sank kontinuierlich bis etwa zum 14.7. und lag ab dann den gesamten Juli unter 1000. Der beste Wert war 327 am 31.7. und 95 bei "Krimis und Thriller" am selben Tag. Nachdem ich den Preis erhöht habe, stieg der Verkaufsrang langsam an und pendelt zur Zeit um 2000 +/- 1000, ganz grob gesagt. Im Moment liegt er bei 1493.
- Am 14.7. belegte Ohne Skrupel den dritten Platz bei den "Aufsteigern des Tages", einer Liste, von deren Existenz ich, wie vermutlich fast jeder, bis dahin nichts wusste:


- Was mich mehr freute: Am 25. Juli habe ich das 1000. Exemplar meines Thrillers verkauft. Warum das durchaus Grund zur Freude ist, darüber habe ich auf meiner Facebook-Seite geschrieben. Inzwischen haben 1422 Leser Ohne Skrupel erworben.
- Vor allem aber sind die Verkaufszahlen weiterhin deutlich höher als vor der Aktion. Und das war ja mein primäres Ziel. Trotz des höheren Preises hat sich das Buch im August 233-mal verkauft. Außerdem wurde es häufiger als früher ausgeliehen (19-mal und bis heute, im September also, schon wieder 7-mal).
- Ein Sammelband mit Kurzkrimis, Die Detektivin und der Kommissar, verkauft sich auch trotz "bescheidenem" Cover ein wenig besser. Ich kann mir vorstellen, dass manche Leser nach der Lektüre des Thrillers nach weiteren Krimis von mir suchen. Was für ein Glück, dass demnächst mein neuestes Werk, Rettende Engel, erscheint. 

Aber Spaß beseite: Ich denke, dass Menschen, die für ein Buch Geld ausgegeben haben, und seien es auch nur 0,99 €, dieses eher lesen werden, als jemand, der es als eines von vielen mitgenommen hat, weil es kostenlos war. Ich hoffe, dass Ohne Skrupel möglichst vielen Lesern gefällt und dass sie es weiterempfehlen und vielleicht zu Fans werden und weitere Krimis von mir lesen möchten.

Wenn ich mir die Zahlen heute betrachte, hätte ich die Aktion vielleicht noch etwas länger laufen lassen sollen, um länger in den Top 100 bei "Krimis und Thriller" zu bleiben und den Verkaufsrang insgesamt noch zu verbessern. So etwas findet man aber erst heraus, wenn man es ausprobiert. Andererseits konnte ich so im August durch den höheren Preis möglicherweise mehr Geld einnehmen. Außerdem habe ich das Ganze als kurze Sommersonderaktion angepriesen und ich wollte vermeiden, unglaubwürdig zu wirken, indem ich die Aktion in die Länge zog.

Fazit: Eine 0,99 €-Aktion ist auf alle Fälle empfehlenswert, um Verkäufe anzukurbeln -- wenn man daran denkt, für ausreichend Aufmerksamkeit zu sorgen. 

Noch mehr Erfahrungsberichte enthält dieses Buch:


Und hier noch einmal ein Link zu meinem Thriller:

Dienstag, 20. August 2013

Was tun bei Aufschieberitis?

Diesen witzigen Rat von John Vorhaus muss ich unbedingt weitergeben:

Procrastinate later.

Gefunden habe ich ihn in diesem Buch:

Sonntag, 4. August 2013

Wattpad - mein Mittel gegen Schreibblockaden

Bei Wattpad entsteht zurzeit mein neuer Krimi Rettende Engel. Warum sich das Veröffentlichen auf dieser Plattform als sehr motivierend erwiesen hat, darüber schreibe ich in meinem Krimiblog. Wenn Sie mir bitte folgen würden: Mein neuer Krimi "Rettende Engel" -- ein Zwischenbericht.

Samstag, 27. Juli 2013

Verwirrende Aufzählungen

Manchmal begegnet mir in freier Wildbahn ein stilistisches Problem, mit dem ich es bis dahin noch nicht zu hatte, ja, dessen Existenz mir unbekannt war.

Vielleicht ist es selten, vielleicht ist auch nur nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Um ein solches Problem geht es heute. Es stammt aus der Welt des Steuerrechts, einem Gebiet, das viele Herausfoderungen und Übungsmöglichkeiten bietet, wenn man versuchen möchte, über Schwieriges einfach zu schreiben.

Hier ist der betreffende Satz in etwas vereinfachter Form:

Mit diesem BMBF-Schreiben wurden für „Ehegatten-Fälle“ die Regelungen zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zur Erstattungsberichtigung und Reihenfolge der Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer in Nachzahlungsfällen ergänzt.

Alles klar?

Zunächst fallen uns drei Feld-Wald-und-Wiesen-Probleme auf:

- das Passiv,

- die Satzlänge (30 Wörter bzw. 282 Zeichen inkl. Leerzeichen),

- die vielen Substantive (12 und nur ein Verb plus ein Hilfsverb).

Schaut man genau hin, entdeckt man jedoch noch einen weiteren Faktor, der das Verständnis erschwert. Es ist die Aufzählung der verschiedenen Punkte:

Mit diesem BMBF-Schreiben wurden für „Ehegatten-Fälle“ die Regelungen zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zur Erstattungsberichtigung und Reihenfolge der Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer in Nachzahlungsfällen ergänzt.

Dabei handelt es sich nicht um eine einfache Aufzählung, die gleichrangige Dinge verbindet, wie in:

Ich kaufe einen Liter Milch und drei Bananen und ein Kilo Tomaten und eine Tageszeitung.

Wenn wir genau hinschauen, sehen wir, dass jedes "und" auf einer anderen Ebene angesiedelt ist.  

Mit diesem BMBF-Schreiben wurden für „Ehegatten-Fälle“ die Regelungen zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und((1)) zur Erstattungsberichtigung und Reihenfolge der Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer in Nachzahlungsfällen ergänzt. 

Mit diesem BMBF-Schreiben wurden für „Ehegatten-Fälle“ die Regelungen zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zur Erstattungsberichtigung und((2)) Reihenfolge der Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer in Nachzahlungsfällen ergänzt. 

Mit diesem BMBF-Schreiben wurden für „Ehegatten-Fälle“ die Regelungen zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zur Erstattungsberichtigung und Reihenfolge der Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen und((3)) Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer in Nachzahlungsfällen ergänzt.   

Ich weiß, das Ganze sieht sehr kompliziert aus. Zu kompliziert, selbst für Leser, die vom Steuerrecht mehr verstehen als ich, finde ich. Schauen wir uns einmal an, wie ich den Satz umformuliert habe. Vielleicht wird dann einiges klarer:

Dieses BMBF-Schreiben ergänzt verschiedene Regelungen für „Ehegatten-Fälle“. Und zwar erstens zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zweitens zur Erstattungsberichtigung in Nachzahlungsfällen sowie dazu, in welcher Reihenfolge dabei Steuerabzugsbeträge und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer anzurechnen sind.

Was habe ich getan? Zunächst einmal habe ich das Passiv ins Aktiv umgewandelt: "wurden ... ergänzt" wird zu "ergänzt".

Dann habe ich den langen Satz unterteilt und die Aufzählungen ausgelagert. Das ist immer eine gute Idee und gelingt mit Hilfe von Formulierungen wie "verschiedene Regelungen. Und zwar ...". Dass der zweite Satz nicht vollständig ist -- es fehlen Subjekt und Prädikat -- stört mich nicht.

Dieses BMBF-Schreiben ergänzt verschiedene Regelungen für „Ehegatten-Fälle“. Und zwar erstens zum Erstattungsanspruch ...

Wer es grammatikalisch einwandfrei haben möchte, kann zum Beispiel einen Doppelpunkt setzen und schreiben:

Dieses BMBF-Schreiben ergänzt verschiedene Regelungen für „Ehegatten-Fälle“: erstens zum Erstattungsanspruch ...

Kommen wir zum zweiten Satz. Hier habe ich "Anrechnung" in "anzurechnen sind" umgewandelt, also eines der vielen Substantive in ein Verb. 

Und zwar erstens zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zweitens zur Erstattungsberichtigung in Nachzahlungsfällen sowie dazu, in welcher Reihenfolge dabei Steuerabzugsbeträge und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer anzurechnen sind. 

Die drei Feld-Wald-und-Wiesen-Probleme sind damit gelöst. (So weit es möglich ist. Die verschiedenen rechtlichen Fachbegriffe lassen sich leider nicht in Verben umwandeln.) 

Kommen wir zu der Aufzählung, die sich über drei Ebenen erstreckt. Haben Sie bemerkt, wie ich verdeutlicht habe, wo wir uns gerade befinden? Ich habe die erste Ebene durch "erstens ... zweitens" gekennzeichnet, die zweite, indem ich statt "und" "sowie" verwendet habe, und für die dritte genügte dann ein einfaches "und".

Und zwar erstens zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zweitens zur Erstattungsberichtigung in Nachzahlungsfällen sowie dazu, in welcher Reihenfolge dabei Steuerabzugsbeträge und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer anzurechnen sind.

Zum Schluss die beiden Versionen im Vergleich.

Vorher:

Mit diesem BMBF-Schreiben wurden für „Ehegatten-Fälle“ die Regelungen zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zur Erstattungsberichtigung und Reihenfolge der Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer in Nachzahlungsfällen ergänzt.

Nachher:

Dieses BMBF-Schreiben ergänzt verschiedene Regelungen für „Ehegatten-Fälle“. Und zwar erstens zum Erstattungsanspruch bei der Einkommenssteuer und zweitens zur Erstattungsberichtigung in Nachzahlungsfällen sowie dazu, in welcher Reihenfolge dabei Steuerabzugsbeträge und Vorauszahlungen auf die Einkommenssteuer anzurechnen sind.

Ich hoffe, ich habe alles richtig "übersetzt". Auch die zweite Version muss man konzentriert lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Ich denke aber, dies bereitet deutlich weniger Mühe als bei Version Nr. 1. 

Man könnte noch weiter gehen und die neue, strukturiertere Version als Ausgangspunkt nehmen, um das Ganze weniger dicht in mehreren Sätzen ausführlicher darzustellen. Aber dieser Post ist nun wirklich schon lang genug.

Allen, die bis hierhin durchgehalten haben, danke ich für ihre Geduld ;-)

Über Schwieriges einfach(er) zu schreiben, macht etwas Arbeit, aber es ist möglich. Wer auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Beispiele und Tipps in meinen Büchern Über Schwieriges einfach schreiben und Besser schreiben im Alltag, in Schule, Studium und Beruf sowie in dem Doppelband, der aus den beiden hervorgegangen ist und der auch als Printausgabe erhältlich ist:


In diesem Fall empfehle ich ausnahmsweise einmal die Printausgabe, und zwar aus folgendem Grund: Weil ich mit so vielen Beispielen arbeite, habe ich versucht, diese vom übrigen Text abzusetzen, um Ihnen, den Lesern, das Leben zu erleichtern.

Im E-Book geschieht das, je nach Reader, durch eine andere Farbe (Blau) oder durch eine Grauabstufung bei Geräten, die keine Farben darstellen. Letztere ist jedoch nicht in jedem Reader/in jeder App zu erkennen. Im gedruckten Buch sieht man den Unterschied sehr gut. Leider konnte ich keine Lösung finden, die in allen System: Amazon, Android, Apple und dort in den verschiedenen Ausformungen (etwas iPhone und iPad) gleich gut funktioniert. Und ich habe es versucht.

Natürlich können Sie sich auch einfach eine Leseprobe des E-Books schicken lassen und sich anschauen, ob die darstelluing auf Ihrem Gerät gut gelingt.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Mein Mittel gegen Buchschreib-Aufschieberitis

Mein Hauptbeschäftigung ist das Schreiben. Ob als Journalistin, Buchautorin oder Bloggerin. Nicht immer bin ich, nennen wir es einmal so, "ausreichend motiviert". Manche würden es dramatisch als Schreibblockade bezeichnen, andere, zu denen ich gehöre, nennen dieses Phänomen Prokrastinieren, zu Deutsch: Aufschieberitis.

Plötzlich erscheint alles, selbst Wäsche zu waschen, interessanter, als mit dem Schreiben eines Artikels zu beginnen oder aber diesen endlich fertigzustellen. Von anderen, neueren Projekten, die meine Aufmerksamkeit verlangen, ganz zu schweigen.

Durch Zufall entdeckte ich ein Mittel, das mir hilft, speziell Bücher, die ich selbst veröffentlichen möchte, zügig zu beenden. Ich kaufe das Cover, bevor der Text fertig ist. Hier habe ich über einen solchen Kauf geschrieben. Knapp zwei Monate später war das Buch -- Über Schwieriges einfach schreiben -- veröffentlicht, s. dieser Post.

Das mag langsam klingen. Wenn man jedoch bedenkt, dass ich den Mai dafür vorgesehen hatte, das Buch zu schreiben und bei Amazon hochzuladen, und dass ich immer an mehreren Dingen arbeite, zum Beispiel an Artikeln für Zeitschriften und an Workshops, die mir die Miete sichern, dann finde ich das gar nicht schlecht. 

Für August und September habe ich zwei weitere Büchlein eingeplant. Diese beiden sollen auf Artikeln basieren, die ich ursprünglich für Bild der Wissenschaft geschrieben habe. Jetzt muss ich die Texte erweitern und aktualisieren und alles in ein für E-Books geeignetes Format bringen.

Um mich zu motivieren, habe ich gerade -- erraten -- die Cover erstanden. Hier sind sie:



Designt hat die Cover, wie schon einige zuvor, die unvergleichliche Joleene Naylor.

Und jetzt wäre es ja zu schade, wenn ich die Cover nicht auch nutzen würde. Vor allem, nachdem ich hier auch noch darüber gebloggt habe ...

Ich gebe zu, dieser Schreibtipp:

Kaufen Sie das Cover schon, ehe das Buch fertig ist.

eignet sich nur für Self-Publisher. Aber von denen soll es ja immer mehr geben.

Weitere Tipps enthält dieses Büchlein:

Nach den Amazon-Rezensionen zu urteilen, kommen meine Tipps aus der Praxis für die Praxis bei den LeserInnen gut an :-)



Sonntag, 30. Juni 2013

4,6 Sterne für "Über Schwieriges einfach schreiben"

Vor genau einem Monat, am 30. Mai, erschien mein neuer Schreibratgeber Über Schwieriges einfach schreiben.


Zeit für eine erste Bilanz. Das Büchlein kam bei den Lesern sehr gut an. Drei Amazon-Rezensenten gaben ihm fünf Sterne und zwei vier Sterne*.

Einige Zitate:

"Hier findet man wertvolle Tipps, wie es einfacher geht. Es wird anschaulich an Beispielen erklärt."

" ... Genauso verständlich ist das gesamte Buch gehalten, kein trockener Ratgeber, sondern kurzweilig und unterhaltsam. Durch die vielen Wiederholungen prägen sich die Regeln leicht ein."

"Das eBook eignet sich für Texte aller Art. Klare Empfehlung!" 

"Großes Lob! "

Susanne Peyronnet, Redakeurin bei den Lübecker Nachrichten, schließlich schreibt in ihrem Blogpost Blähdeutsch zur Bedenkung geben:

Wer lernen will, über Schwieriges einfach zu schreiben, dem sei das gleichnamige E-Book von Ingrid Glomp ans Herz gelegt. An vielen Beispielen zeigt sie eindrucksvoll, wie einfach es ist, kompliziertes schlicht und verständlich auszudrücken.

Ein solches Lob von einer Kollegin aus dem Journalismus freut micn natürlich besonders.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, hier können Sie den Ratgeber kaufen:




*Hinweis und Tipp für Selbst-Veröffentlicher: Um keine dieser Besprechungen musste ich mich bemühen. Keine der Rezensentinnen oder Rezensenten kenne ich. Zumindest soweit ich weiß. (Bei Pseudonymen kann ich mir natürlich nicht sicher sein.) Die Besprechungen gehen offenbar alle auf meine Kostenlos-Kampagne zurück. Eine Person schreibt dies ausdrücklich: "Ich habe mir den Titel im Rahmen einer Gratisaktion heruntergeladen."

Donnerstag, 27. Juni 2013

Calvin Trillin hat gesagt ...

Der amerikanische Journalist und Humorist Calvin Trillin hat vor Jahren in einem Interview erklärt, wie er es geschafft hat, wöchentlich eine Kolumne zu schreiben:

"... it turns out if you have to do it, you do it. You start writing and eventually you think of something."

So, so. Das sollte man sich merken. Erst beginnt man zu schreiben, dann kommen die Ideen. Das scheint mir ein gutes Mittel gegen Schreibblockaden zu sein ;-)

Noch mehr Tipps gibt's hier:


Mittwoch, 19. Juni 2013

Leser lieben es konkret

Heute gíbt es mal wieder einen Linktipp. Und zwar zu einem pdf-Dokument der Werbetexterin Jane Whitehead: Believe it or not, concrete words ring true.
Was mir daran gefällt, ist natürlich die Botschaft, aber auch, dass die Autorin zu ihren Quellen verlinkt. Das heißt, wer möchte, kann sich noch eingehender mit dem Thema beschäftigen.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Wie Schreibdozenten arbeiten

... manchmal zumindest. Ich bereite meinen nächsten Workshop vor. Um diese Inhouse-Schulung auf die Bedürfnisse der Teilnehmer und auf ihre speziellen Textarten zuzuschneiden, muss ich einiges lesen.

Aber wer sagt, dass ich dafür am Schreibtisch sitzen muss? Stattdessen arbeite ich heute hier:


Sie können sich übrigens Ihren eigenen Schreibworkshop Gut und verständlich schreiben für zu Hause aus meinen Büchern zusammenstellen, zum Beispiel aus diesen:





So, und ich muss jetzt arbeiten ... ;-)

Donnerstag, 30. Mai 2013

Besser schreiben in Schule, Studium und Beruf

Mein neuer Schreibratgeber ist erschienen! Der Titel: Über Schwieriges einfach schreiben. Und darum geht's: 
Für alle, die in Schule, Studium und Beruf besser schreiben wollen

Ob in Artikeln, Büchern oder Berichten. Ob beim Aufsatz-, Hausarbeit-, Pressemitteilungenschreiben, beim Verfassen von Briefen und E-Mails oder beim Texten für das Internet. Verständlich schreiben ist Trumpf – in Schule, Studium und Beruf.

„Über Schwieriges einfach schreiben“ hilft Studenten, Wissenschaftlern und Menschen in vielen anderen Berufen zu lernen, wie man über komplizierte Sachverhalte verständlich schreibt. Das Buch enthält keine langen theoretischen Abhandlungen. Vielmehr veranschaulichen zahlreiche praktische Beispiele, wie man gut und klar formuliert. Dadurch gehen den Lesern die entsprechenden Regeln automatisch in Fleisch und Blut über und sie lernen ohne große Mühe, bessere Texte zu schreiben.

Dieses Buch ist Ihr privater kleiner Schreibkurs. Das Praktische daran: Sie können teilnehmen, wann und wo Sie wollen.

Über Schwieriges einfach schreiben ist übrigens auch eine gute Ergänzung zu meinen Ratgebern Gut und verständlich schreiben in zehn einfachen Schritten und Der Schreibcoach, denn es eignet sich bestens dazu, das dort Gelernte auf schmerzfreie Weise zu wiederholen und zu vertiefen.

Dienstag, 28. Mai 2013

Tyrannische Genauigkeit

Diesen Text wollte ich zunächst anders überschreiben, doch der Titel war ein wenig zu lang für einen Blogpost, deshalb hole ich ihn hier nach, denn er triftt besser, was ich sagen will:

The tyranny of precision - oder: Wer über Kompliziertes verständlich schreiben will, wandelt auf einem schmalen Grat

Vor einiger Zeit habe ich im taz-Blog einen interessanten Beitrag entdeckt: Jeder Satz falsch: Kein Bug, sondern Feature! Darin erklärt der Journalist Sebastian Heiser haarklein am Beispiel eines Artikels, warum praktisch alles, was darin steht, genau genommen falsch ist.

Doch er steht dazu, denn, so schreibt er: "Ich sehe ja meine Aufgabe und meine besondere Dienstleistung als Journalist gerade darin, alles so weit wie möglich zu vereinfachen, damit es verständlicher wird." Bei ihm ging es vor allem um juristische Sachverhalte.

Etwas ganz Ähnliches sprach Tyler DeWitt in seinem TED Talk an, in dem er sich damit beschäftigte, wie man Schülern Wissenschaft nahebringen kann. Er sah eine große Gefahr in der "tyranny of precision", also dem Bemühen so genannter echter, ernsthafter Wissenschaftler, bei jeder Aussage alle Ausnahmen und Eventualitäten zu berücksichtigen. S. Tyler DeWitt: Hey science teachers -- make it fun

Dieses Bemühen um Genauigkeit, und dazu gehört auch der präzise Fachjargon, macht Texte für Laien, und nicht nur für diese, unverständlich und langweilig. Was nicht im Sinne der Erfinder beziehungsweise Vermittler sein kann. Denn wenn Menschen die Informationen nicht verstehen oder nicht lesen (mögen), kann man sich das Niederschreiben auch sparen.

Kurz: Als Wissensvermittler oder auch als Experten müssen wir uns, abhängig von Thema und Zielgruppe, jedes Mal aufs Neue bemühen, auf einem schmalen Grat zu balancieren. Nur so kann es gelingen, Menschen für komplizierte Sachverhalte zu interessieren - ohne die Informationen zu sehr zu verfälschen und damit wertlos zu machen.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Self-Publishing: Jedes Detail ist wichtig

Ob Leser ahnen, wie viel Arbeit am Detail in die Gestaltung eines Buchs einfließt? Vermutlich nicht - und das ist gut so. Denn der Feinschliff soll ja gerade bewirken, dass die Leser sich ganz auf den Inhalt konzentrieren können, ohne sich über Dinge zu ärgern, die den Genuss schmälern.

Ich verfasse zurzeit, wie schon berichtet, einen neuen Schreibratgeber mit dem Titel Über Schwieriges einfach schreiben - An Beispiel lernen. Logischerweise enthält das Buch also viele Beispielsätze. Die ich vom übrigen Text absetzen möchte. Ich habe sie zunächst kursiv geschrieben. Wie in diesem Blogpost. In einem solchen Beitrag ist das mach- und lesbar, denke ich.

Wenn sich die Kursivierungen jedoch häufen und über viele Zeilen hinziehen, wie in einem Buch mit jeder Menge Beispielsätzen, wird das Lesen anstrengend. Das möchte ich vermeiden, denn: für die Käufer meiner Bücher nur das Beste.

Im Blog kennzeichne ich andere Textformen manchmal durch eine andere Farbe, s. hier. Bei PC-Bildschirmen ist das kein Problem. Mein Ratgeber soll jedoch als Kindle-EBook erscheinen. Teurere Geräte, iPads usw. können Farben darstellen. Aber der einfachste Kindle kann das nicht. Ich habe also heute Morgen herumgespielt, Farben ausprobiert und die Texte ins Kindle(mobi)-Format konvertiert und auf meinem einfachen Kindle und meinem iPod Probe gelesen.

Das Resultat: Dunkelblau setzt sich in der Graustufung des Kindles nicht genug ab, Himmelblau und Hellgrau unterscheiden sich gut vom schwarzen Text. Ich fand das Lesen jedoch recht anstrengend. Entschieden habe ich mich für ein dunkleres Grau, das sich auf beiden Geräten gut von Schwarz unterscheidet, aber (fast?) ebenso gut lesbar ist. Problem gelöst. Hoffe ich. Bin gespannt, wie die Leser das sehen. 

Das Gute an E-Books: Zur Not kann ich schnell nachbessern, wenn es Klagen gibt und/oder jemand eine bessere Idee hat.

Dienstag, 21. Mai 2013

Manchmal ist mehr mehr, die Zweite

Wenn man sehr viele Substantive verwendet (Fachleute sprechen von nominaler Verdichtung), führt das dazu, dass ein Text schwer lesbar wird. Ein Satz ist dann möglicherweise relativ kurz, es ist aber schwierig, den Sinn zu erfassen. Das habe ich bereits hier beschreiben und auch an einem Beispiel in einem vorherigen Post gezeigt.

Schauen wir uns ein weiteres Beispiel an:

Das praktische Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der normativen Annahme, dass demokratische Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird.

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Bei diesem Satz aus einer Veranstaltungsankündigung ist die Länge kein Problem. Subjekt und Prädikat sind nicht durch viele Wörter getrennt, sondern stehen dicht beieinander:

Das praktische Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der normativen Annahme, dass demokratische Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird.

Zwar setzt der Satz sich aus einem Hauptsatz und zwei Nebensätzen zusammen. Da der Aufbau aber nicht verschachtelt, sondern linear ist, ist das ebenfalls kein Problem. Was meine ich mit linear? Der Hauptsatz endet, ehe der erste Nebensatz beginnt, und auf diesen folgt dann der zweite Nebensatz.

Das praktische Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der normativen Annahme, dass demokratische Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird.

Trotzdem ist der Satz alles andere als leicht verständlich. Das liegt an den vielen langen Substantiven und an den Fremdwörtern. Außerdem mindern Wortwiederholungen die Lesbarkeit.

Schauen wir zunächst, ob wir etwas streichen können. Dabei sollten wir bedenken, dass es sich um eine Ankündigung handelt, die die Leser neugierig machen soll, und nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung.

Das praktische Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der normativen Annahme, dass demokratische Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird.

So sieht der verschlankte Satz aus:

Das Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der Annahme, dass Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird.

Besser, aber immer noch nicht auf Anhieb verständlich. Versuchen wir eine Übersetzung:

Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie sich demokratische Diskussionen fördern lassen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Politik besser wird, wenn man die Bürger in Entscheidungen mit* einbezieht.

Das Problem bei solchen Übersetzungen: Es ist nicht immer klar, was die Autoren gemeint haben. Zum Beispiel mit Bezugsproblem und mit deliberativ. Das bedeutet für uns als Schreibende wiederum, dass wir uns so einfach wie möglich ausdrücken und auf Formeln (Bezugsproblem) und unübliche Fremdwörter (deliberativ) verzichten sollten. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Leser etwas falsch verstehen.

Hier noch einmal die beiden Versionen im Vergleich:

Das praktische Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der normativen Annahme, dass demokratische Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird. (24 Wörter)

Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie sich demokratische Diskussionen fördern lassen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Politik besser wird, wenn man die Bürger in Entscheidungen mit einbezieht. (30 Wörter)

* Streng genommen ist dieses mit überflüssig. Viele Menschen sind jedoch an die Formulierung mit einbeziehen so gewöhnt, dass es sie stören und den Lesefluss unterbrechen würde, wenn ich auf dieses Wörtchen verzichtet hätte.

Freitag, 17. Mai 2013

Wie Autoren arbeiten ...

... in diesem Fall ich ;-) Zu besichtigen in meinem Post bei Google+. So entstanden zum Beispiel Kapitel meines neuen Ratgebers Über Schwieriges einfach schreiben. Ich bin zuversichtlich, dass das Büchlein noch im Mai fertig wird.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Manchmal ist mehr mehr

In der Regel gilt beim Schreiben: Kürzer ist besser. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie dieser Anfang einer wissenschaftlichen Veröffentlichung zeigt:

Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, das Traumapotential einer Mammakarzinom-Erkrankung zu untersuchen, Prävalenz und Ausgestaltung posttraumatischer Symptomatik im Krankheitsverlauf zu eruieren und den Zusammenhang zu Ängstlichkeit, Depressivität und Lebensqualität aufzuzeigen.

Was auffällt sind die vielen Substantive, einige von ihnen Fremdwörter, die in einem einzigen, langen Satz aneinandergereiht sind. Das macht es dem Leser schwer, denn Sinn zu erfassen.

Streichen wir zunächst überflüssige Wörter bzw. verkürzen wir unnötig lange

Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, das Traumapotential einer Mammakarzinom-Erkrankung zu untersuchen, Prävalenz und Ausgestaltung posttraumatischer Symptomatik im Krankheitsverlauf zu eruieren und den Zusammenhang zu Ängstlichkeit, Depressivität und Lebensqualität aufzuzeigen. 

Nun unterteilen wir den langen Satz und kümmern uns um Substantive und schwierige Wörter:

Diese Studie hatte mehrere Ziele: Sie sollte untersuchen, ob und in welchem Ausmaß ein Mammakarzinom sich traumatisch auswirken kann. Des Weiteren sollte sie die Prävalenz und die Art der posttraumatischen Symptome im Verlauf der Krankheit ermitteln sowie ob es zwischen diesen Symptomen und Ängsten, Depressionen und der Lebensqualität einen Zusammenhang gibt.

Exkurs: Zusammenhänge gibt es normalerweise zwischen, nicht zu. Es geht aus dem ursprünglichen Satz nicht klar hervor, was im letzten Teil gemeint ist: der Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Ängstlichkeit usw. oder zwischen posttraumatischen Symptomen und Ängstlichkeit usw. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Noch besser lesbar wäre diese Passage, wenn es die entsprechenden Richtlinien den Autoren erlauben würden, in der Ich- bzw. Wir-Form zu schreiben. Also:

Unsere Studie hatte mehrere Ziele: Wir wollten untersuchen …

Da es sich um den ersten Satz eines Artikels handelt, sollte man besonders einfach anfangen, um die Leser nicht abzuschrecken. Ein leicht verständlicher Satz wie dieser kann Interesse wecken:

Brustkrebs kann Patientinnen seelisch stark belasten. Unsere Studie …

Wendet der Text sich speziell an Fachleute, so müssen die Autoren Begriffe wie Prävalenz verwenden. Wäre er für einen größeren Leserkreis gedacht, würde ich ihn noch weiter überarbeiten. Und zwar so:

Brustkrebs kann Patientinnen seelisch stark belasten. Wir wollten untersuchen, wie und in welchem Ausmaß sich diese Krankheit traumatisch auswirken kann. Außerdem wollten wir wissen, wie häufig so genannte posttraumatischen Symptome sind und wie sie sich äußern, und zwar im gesamten Verlauf der Brustkrebs-Erkrankung. Schließlich interessierte uns: Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen seelischen Belastungen und Ängsten und Depressionen? Und inwieweit beeinflusst dies alles die Lebensqualität der Betroffenen? (67 Wörter, 518 Zeichen)

Hier in der Gegenüberstellung noch einmal der Satz, wie er zu Anfang aussah: 

Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, das Traumapotential einer Mammakarzinom-Erkrankung zu untersuchen, Prävalenz und Ausgestaltung posttraumatischer Symptomatik im Krankheitsverlauf zu eruieren und den Zusammenhang zu Ängstlichkeit, Depressivität und Lebensqualität aufzuzeigen. (30 Wörter, 281 Zeichen)

Fazit: Manchmal muss man mehr Worte machen, um den Lesern Zusammenhänge zu verdeutlichen. Denn wenn Sie etwas sehr gedrängt und mit vielen Substantiven formulieren, leidet darunter möglicherweise die Klarheit.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Krimi schreiben - ein Experiment

Vor Kurzen habe ich die Plattform Wattpad für mich entdeckt. Dort können Autoren Geschichten veröffentlichen, Leser diese Geschichten lesen und alle miteinander kommunizieren.

Jetzt habe ich dort ein Experiment gestartet: Nach und nach möchte ich auf Wattpad einen ganzen Krimi schreiben bzw. die frisch geschriebenen Kapitel dort posten. Mehr über dieses Projekt erfahren Sie in dem Post Rettende Engel – wie mein neuer Krimi entsteht in meinem Krimiblog und im Vorwort meines Krimis RETTENDE ENGEL bei Wattpad.

Ich bin selbst gespannt, wie das Schreiben und sofortige Veröffentlichen funktioniert und was ich dabei lerne. Ich merke schon jetzt, dass ich manchmal gerne zu einem früheren Kapitel zurückgehen und dort etwas ändern oder ergänzen möchte. Wahrscheinlich werde ich das auch das eine oder andere Mal tun. Schließlich heißt es: writing is rewriting ;-)

Ich bin gespannt, ob es Leserreaktionen geben wird und ob und wie diese mich beim Schreiben beeinflussen.

Besuchen Sie mich doch einmal bei Wattpad. Mich interessiert nämlich brennend, ob Wattpad auch in Deutschland auf Interesse stößt und was Leser von meinem Projekt halten.


Montag, 6. Mai 2013

Auch immer mehr Juristen setzen auf klare Sprache

Soeben, naja, vor ein paar Tagen, erreichte mich diese Pressemitteilung: Hochdeutsch, schlechtes Deutsch, Juristendeutsch? Der Anlass: Der traditionelle „Akademische Tag der Wismarer Wirtschaftsrechtsstudierenden in Berlin“ widmet sich dieses Jahr der „Sprachkompetenz“. Und darum geht's:
Die juristische Ausbildung muss den Studierenden nicht nur Kenntnisse des Rechts vermitteln sondern auch den Umgang mit juristischer Fachsprachlichkeit. Klar und logisch im Aufbau, präzise in der Sprache und bei all dem für den Adressaten verständlich – so sollen Juristen formulieren. Der Adressat ist dabei vorrangig „Otto Normalverbraucher“. Dieser soll den Vertragsentwurf, den Schriftsatz oder den Gesetzestext verstehen können – und nicht nur die ebenfalls juristisch vorgebildete Kollegin. Die Realität sieht leider anders aus: Schachtelsätze, doppelte Verneinungen, unnötige Fremdwörter sowie eine besondere Vorliebe für Substantivierungen sind oft Merkmale juristischer Texte.
Dass man das Problem erkannt hat und angehen will, lässt mein Herz höher schlagen, bemühe ich mich doch schon seit Jahren darum zu zeigen, wie man besser und verständlicher schreiben kann (u. a. in diesem Blog). Und nun tut sich offenbar nicht nur etwas in den Naturwissenschaften und der Medizin - Bereichen mit denen ich mich hauptsächlich beschäftige -, sondern auch bei den Juristen:
Wie Dr. Preedy berichtet, betreibt derzeit die Top-Liga der-Unternehmen einigen Aufwand, damit deren Verträge Unternehmensgeist, Regelungsziel und Verständlichkeit sprachlich vereinen. „Vor dem Hintergrund frage ich mich“, so Prof. Nord, „ob ‘Sprachkompetenz’ nicht schon viel länger reguläres Ausbildungsfach in der Juristenausbildung hätte sein sollen“.
In Wismar will man jetzt offenbar etwas tun. Und das ist gut so ;-)

Ich habe übrigens  für alle, die wenig Zeit haben, einen Workshop in Buchform verfasst, Sie finden ihn als gedrucktes Buch:


als günstigeres EBook:
 
 
sowie als E-Book auch bei Kobo, iTunes/Apple und für den Tolino.

Mittwoch, 10. April 2013

Schreiben im Überfluss? Nein danke

Frage: Was haben die folgenden Sätze gemeinsam?

Die Messung der Servicequalität ist ein integraler Bestandteil unseres Angebots.
Idealerweise haben Sie die Fähigkeit, erfolgreich im Team zu arbeiten.
Im Rahmen der Studie befragten die Wissenschaftler insgesamt 48 Betroffene.
Um insbesondere die vielfältigen und komplizierten regulatorischen Anforderungen konsequent zu berücksichtigen, benötigt man qualifizierte Mitarbeitern, die klinische Studien effektiv realisieren können.
Diese Ziele werden auch nach Auslaufen der Förderung kontinuierlich weiterverfolgt.
Sie reisten rund um den ganzen Globus.
Der Vorteil der Methode: Eine intensive Hormonbehandlung ist hier nicht nötig.
Bald soll es losgehen: Es fehlt nur noch die finale Unterschrift des Stars.
Hochwasserlage an Spree und Neiße geht zurück

Sie klingen gestelzt? Aufgebläht? Gewunden?
Die Antwort lautet: In allen lässt sich etwas streichen.

Die Messung der Servicequalität ist ein integraler Bestandteil unseres Angebots.
-> Die Messung der Servicequalität ist ein Bestandteil unseres Angebots.
Idealerweise haben Sie die Fähigkeit, erfolgreich im Team zu arbeiten.
->Idealerweise haben Sie die Fähigkeit, im Team zu arbeiten.
Im Rahmen der Studie befragten die Wissenschaftler insgesamt 48 Betroffene.
->Im Rahmen der Studie befragten die Wissenschaftler 48 Betroffene.
Um insbesondere die vielfältigen und komplizierten regulatorischen Anforderungen konsequent zu berücksichtigen, benötigt man qualifizierte Mitarbeitern, die klinische Studien effektiv durchführen können.
-> Um die vielfältigen und komplizierten regulatorischen Anforderungen zu berücksichtigen, benötigt man qualifizierte Mitarbeitern, die klinische Studien durchführen können.
Diese Ziele werden auch nach Auslaufen der Förderung kontinuierlich weiterverfolgt.
-> Diese Ziele werden auch nach Auslaufen der Förderung weiterverfolgt.
Sie reisten rund um den ganzen Globus.
->Sie reisten rund um den Globus.
Der Vorteil der Methode: Eine intensive Hormonbehandlung ist hier nicht nötig.
-> Der Vorteil der Methode: Eine intensive Hormonbehandlung ist nicht nötig.
Bald soll es losgehen: Es fehlt nur noch die finale Unterschrift des Stars.
-> Bald soll es losgehen: Es fehlt nur noch die Unterschrift des Stars.  
Hochwasserlage an Spree und Neiße geht zurück
-> Hochwasser an Spree und Neiße geht zurück

Sehen Sie, wie Sie das Leben aller erleichtern können, wenn Sie Ihre Sätze von unnützem Ballast befreien und auf Wortgeklingel verzichten? Der Sinn erschließt sich schneller und Zeit sparen Ihre Leser auch. Offensichtlich könnte man an manchen Formulierungen noch feilen, aber das beherzte Benutzen der Delete-Taste ist ein wichtiger erster Schritt.